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Nachlassverwaltung mit Haftungsbeschränkung

30.08.2015 08:50 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung: Zur Nachlassverwaltung bei einer Erbengemeinschaft.

Hallo, mein Bruder und ich sind als Alleinerben in dem Testament meines Großonkels eingetragen.
Im Testament vermerkt ist auch ein Testamentsvollstrecker (ein Freund des Verstorbenen), der hat sein Amt allerdings abgelehnt. Nun hatte das Nachlassgericht mir gesagt wir sollten doch die Wohnung und die Konten sichten. Das haben wir getan und das ganze ist für uns sehr unübersichtlich. Können wir nun trotz der Sichtung noch einen Antrag auf Nachlassverwaltung stellen? Mein Onkel hatte dies im Testament auch bei Ausfall angewiesen.
Wer bezahlt den NV wenn der Nachlass verschuldet ist?
Was passiert nach der abgeschlossenen Nachlassverwaltung, kommt da noch eine Menge Bürokratie auf uns zu? Was können uns im Nachhinein doch noch für Probleme entstehen, wenn wir uns auf eine Nachlassverwaltung einlassen?

Ich bedanke mich für die Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Ein Testamentsvollstrecker kann vom Erblasser ernannt werdn (§ 2197 BGB).Er hat die letztwiliige Verfügung des Erblassers zur Ausführung zu bringen (§ 2203 BGB ) und die Auseinandersetzung unter Miterben zu bewirken (§ 2204 BGB).

Das Amt des Testamentsvollstreckers kann jedoch abgeleht werden (§ 2202 BGB), was hier offenbar geschehen ist.

2.
Eine Nachlassverwaltung dient dagegen der Beschränkung der Haftung der Erben (§ 1975 BGB).

Die Nachlassverwaltung ist vom Nachlassgericht anzuordnen, wenn der Erbe dies beantragt (§ 1981 BGB). Sie und Ihr Bruder können einen solchen Antrag noch stellen. Sie bleiben aber für die bisherige Verwaltung des Nachlasses verantwortlich (§ 1978 BGB).

Ein Nachlassverwalter hat den Nachlass zu verwalten und die Nachlassverbindlichkeiten aus dem Nachlass zu berichtigen (§ 1985 BGB).

Er kann eine angemessene Vergütung verlangen (§ 1987 BGB), die er dem Nachlass entnehmen kann. Im Falle einer Überschuldung des Nachlasses wäre ein Nachlassinsolvenzverfahren durchzuführen, in dem der Vergütungsanspruch des Nachlassverwalters eine Masseverbindlichkeit wäre (§ 324 Abs. 1 Nr. 4, 6 InsO).

Nach Berichtigung der nachlassverbindlichkeiten hat ein Nachlassverwalter den Nachlass an die Erben herauszugeben (§ 1986 BGB). Sie und Ihr Bruder als Miterben müssten dan den restlichen Nachlass selbst verwalten und ggf. eine Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft (§ 2042 BGB) betreiben. Dies wäre nicht mehr Sache eines Nachlassverwalters.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.08.2015 | 10:22

Vielen Dank für die Antwort.
Etwas ist mir noch unklar.

Die Nachlassverwaltung ist vom Nachlassgericht anzuordnen, wenn der Erbe dies beantragt (§ 1981 BGB). Sie und Ihr Bruder können einen solchen Antrag noch stellen.

----Sie bleiben aber für die bisherige Verwaltung des Nachlasses verantwortlich (§ 1978 BGB). ----

Könnten Sie mir den letzten Satz etwas genauer erklären, mit ein oder zwei Beispielen. Was bedeutet die bisherige Verwaltung?
Wir sind ja noch in der Sichtungsphase und haben das Erbe noch nicht angenommen.

LG



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.08.2015 | 11:25

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:

1.
Der Begriff "Verwaltung" ist gesetzlich nicht geregelt. Er umfasst alle Maßnahmen, die der Verwahrung, Sicherung, Erhaltung und Vermehrung des Nachlasses sowie zur Gewinnung der Nutzung und Bestreitung der laufenden Verbindlichkeiten erforderlich un d geeignet sind (BGH NJW 2006,439;BGH NJW 2010,765).

Beispiele sind etwa die Tilgung von Nachlassverbindlichkeiten oder die Eingehung von Verbindlichkeiten.

2.
Wenn die Erbschaft noch nicht angenommen wurde, kann sie noch ausgeschlagen werden (§ 1942 BGB). Zu beachten wäre die Ausschlagungsfrist von 6 Wochen (§ 1944 BGB). Sie hat mit der Bekanntgabe des Testaments durch das Nachlassgerict begonnen.

Die Ausschlagung ist durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht, sie ist zur Niederschrift des Nachlassgerichts oder in öffentlich beglaubigter Form abzugeben (§ 1945 BGB).

Besorgt der Erbe vor der Ausschlagung erbschafliche Geschäfte, ist er gegenüber demjenigen, welcher Erbe wird, wie ein Geschäftsführer ohne Auftrag verpflichtet (§ 1959 BGB).

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Moosmann

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