Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.578
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nachlassverteilung von Haus und Sparkonto auf drei Geschwister


| 15.12.2008 12:41 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Absender: Uxxxxx

Betreff: Nachlassverteilung von Haus und Sparkonto auf drei Geschwister


Meine Mutter Exx Sxx verstarb an Krebs. Sie hinterließ das folgende Testament, das wir dem Amtsgericht übergeben haben. Das Testament ist handgeschrieben, hat eine Unterschrift mit Datum und in der Überschrift das Wort Testament. Hier der Wortlaut und anschließend meine Fragen dazu:

Betreuungsverfügung, Versorgungsvollmacht, Patientenverfügung, Testament

Mein letzter Wille!

Meine Tochter Uxxxxx hat die Vorsorgevollmacht für mich, sollte ich nicht mehr allein für mich sorgen können. Solange es mir allein möglich ist, möchte ich in meinem Haus,xxxxx in xxxxxx wohnen. Werde ich zum Pflegefall mit Verwirrtheit, soll Uxxxxx meinen Aufenthalt bestimmen, über mein Vermögen verfügen und für die nötige Pflege sorgen. Bei geistiger Unzurechnungsfähigkeit oder schwerster körperlicher Behinderung kann sie mich in ein Heim bringen. Für die Unkosten stehen mein Haus und Geld, das auf den Konten ist. Sollte eine Heimunterbringung (hoffentlich) nicht nötig sein, bekommt Uxxxxx im Falle meines Todes mein Haus. Sie stand uns immer hilfsbereit zur Seite und sie ist am nächsten an xxxxx, wenn ich jetzt Hilfe brauche.

Das Inventar können alle drei Kinder, Kxxxx, Txxxx und Uxxxxx sich teilen.

Sollte Uxxxxx vor meinem Tode sterben, so muss Kxxxx die Verantwortung für mich Übernehmen, wenn ich hilflos werden sollte. In dem Fall würde sie auch das Haus erben.

Unsere Mädchen haben von uns 1992 jede 70.000,00 € bekommen, um ihre Häuser ausbauen zu können.

Sollte noch Vermögen auf den Konten sein, so müsste unserem Sohne Txxxx davon 35.000,00 € nach meinem Tode ausgezahlt werden. Im Falle, dass kein Bargeld mehr vorhanden ist bei meinem Ableben, muss der Hauserbe Txxxx 35.000,00 € zahlen.

Das Haus kann vermietet werden, auch vielleicht an die Enkelkinder, so dass es immer wertvoll bleibt, es keine Zumutung für den Erben ist, und Txxxx Gerechtigkeit widerfährt! Uxxxxx war das Patenkind von meiner Mutter, Axx Hxx. Ihr Wunsch war es, in ihrem Testament, dass Uxxxxx einmal ihr Häuschen in Hxx nach mir erben sollte. Sie hat es sogar mal mit uns zusammen neu gestrichen, damit es erhalten blieb. Ich habe es später dann verkauft, weil es schlecht zu bewirtschaften war für uns immer ein Zusatzgeschäft blieb.

Ich habe mein Bestes getan mit diesem Testament. Ich hoffe, es geht zwischen den Geschwistern friedlich zu nach meiner Beerdigung. Unsere Familie zuammenzuhalten habe ich leider nicht geschafft, obwohl ich so tolle Kinder habe und stolz auf sie bin. Ich hatte auch einen starken Mann, der aber mit dem Problem, eine heile Familie zu haben auch überfordert war. Es tut mir leid um jede traurige Begebenheit, die bei uns wirklich unnötig war und ist. Alle Kinder waren begabt, haben aus ihrer Schule und ihrem Leben was gemacht, sind lebenstüchtig und haben unser Erbe finanziell nicht nötig.

Wenn aber was da ist von den Eltern, muss vererbt und geteilt werden.
Ich hoffe, es geht ohne Groll nach meinem letzten Willen!

Es grüßt euch eure Mutter

Ex Sx (Unterschrift)1.7.05

.


Nun meine Fragen dazu:

Zu vererben sind: Ein Haus mit Grundstück (Es liegt ein Gebot über 130.000,00 € beim Makler vor.)
Ein Sparkonto über 30.000,00 €
Ein Auto 3500,00 € (Habe ich bereits für 3.500,00 € verkauft)
Inventar 2.500,00 €

Es geht hier ausschließlich darum, welchen Anspruch der Bruder Txxxx geltend machen kann. Die beiden Schwestern Uxxxxx und Kxxxxx sind sich einig.

1. Lässt sich dieses Testament eventuell als Teilungsanordnung interpretieren?
2. Bin ich, Tochter Uxxxxx, auf jeden Fall Haupterbe, weil ich mit dem Haus den Hauptteil erben soll?
3. Ist es wirklich unstrittig, dass meinem Bruder Txxxx in jedem Fall entweder das Vermächtnis oder der Pflichtteil zusteht, er sich also entscheiden muss?
4. Das Vermächtnis wird mit der Zahlung (Schenkung) von 35.000,00 € in 1994 an die Schwestern begründet. Diese Schenkung war aber ein Darlehen (Vertrag liegt vor), das bis auf 23.800,00 € bis 2003 getilgt wurde. Den Restbetrag hat Ex Sx meiner Schwester und mir dann 2003 erlassen. Muss das Vermächtnis nun neu berechnet werden oder stehen die 35.000,00 € fest?
5. Meine Mutter (Ex Sx) hat das letzte dreiviertel Jahr vor ihrem Krebstod bei mir zu haus gewohnt, ist von mir zu den Chemos begleitet und schließlich zu Tode gepflegt worden. Lassen sich hieraus für mich irgendwelche Ansprüche ableiten obwohl meine Mutter keine Pflegestufe hatte?
6. Wie viel steht dem Bruder Txxxx zu?
7. Habe ich einen Formfehler damit begangen, dass ich das Auto bereits verkauft habe? Ich habe den Anwalt des Bruders sofort darüber informiert.
8. Was könnte der Bruder unternehmen um möglichst viel Geld aus dem Erbe erlangen möchte? Auf was müsste ich da vorbereitet sein?
9. Und nun noch eine Sache, die die Situation noch zusätzlich verkomplizieren könnte. In dem Nachlass befindet sich noch das Testament der Großmutter Axx Hxx, auf das in dem Testament der Mutter Bezug genommen wird.
Wortlaut:
Das Haus und Grundstück bekommt mein Patenkind Uxxxxx, meine Tochter Ex Sx kann solange sie will davon die Nutznießung haben. Mein Wunsch ist auf jeden Fall, dass mein Enkelin Uxxxxx mein Grundstück einmal bekommt.
Wx, den 15.01.1964 Axx Hxx
Ex Sx (die Mutter von Uxxxxx) hat aber dieses Haus schon vor etlichen Jahren verkauft und schreibt daher in ihrem Testament:
Wortlaut (siehe auch oben im Testament):
Uxxxxx war das Patenkind von meiner Mutter, Axx Hxx.. Ihr Wunsch war es, in ihrem Testament, dass Uxxxxx einmal ihr Häuschen in xxxx nach mir erben sollte. Sie hat es sogar mal mit uns zusammen neu gestrichen, damit es erhalten blieb. Ich habe es später dann verkauft, weil es schlecht zu bewirtschaften war für uns immer ein Zusatzgeschäft blieb.
Habe ich (Uxxxxx)als Enkelin von Axx Hxx noch Anspruch auf den Verkaufserlös dieses Hauses?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

1)

In der Zuwendung des Grundstücks, das hinsichtlich des Wertes höher liegt als der Erbteil, läge nur dann eine Teilungsanordnung, wenn Ihre Mutter wollte, dass diese Begünstigung unter den Miterben K und T auszugleichen ist.
Mit einer Teilungsanordnung will der Erblasser also "die von ihm gewünschte gesetzliche Erbfolge bzw. die Höhe der von ihm bestimmten Erbteile und deren Wert nicht verschieben, sondern unangetastet lassen" (vgl. BGH FamRZ 1985, 62; Palandt § 2048, Rn 1).

Eine derartige Intention Ihrer Mutter ist dem von Ihnen mitgeteilten Sachverhalt nicht zu entnehmen.


2)

Ja, Sie sind die Erbin, die am meisten von Ihrer Mutter begünstigt worden ist.

3)

Im Nachlass befinden sich das Grundstück (Wert: 130 TEUR), das Inventar (Wert: 2.500 EUR) und das bereits veräußerte Auto (Wert: 3.500 EUR).
Hinsichtlich des Inventars liegt ein Vorausvermächtnis vor. Ihre Mutter hat bezogen auf das Auto keine testamentarische Verfügung abgegeben, so dass U, K und T nach gleichen Teilen erben.

T kann das Erbe/Vermächtnis ausschlagen oder seinen Pflichtteilsanspruch geltend machen.

4)

Für die Zuwendung von jeweils 35 TEUR an die Schwestern U und K im Jahre 1992 hat die Erblasserin verfügt, dass T in jedem Fall auch ein Betrag von 35 TEUR zu zahlen ist (entweder aus dem noch bestehenden Barvermögen, ansonsten durch U).

5)

Ausgleichs- oder Erstattungsansprüche hätten entweder vertraglich vereinbart oder von Ihrer Mutter in ihrem Testament ausdrücklich erklärt werden müssen.

6)

Bei Annahme des Erbes und des Vermächtnisses stünden dem T zu:

1/3 des Inventars, EUR 30.000,00 des Sparvermögens (Kontoguthaben), 1/3 aus dem Erlös des PKW-Verkaufs, Zahlung von EUR 5.000,00 durch U.

Bei Ausschlagung des Erbes/Vermächtnisses:

Anspruch auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, das wäre eine Pflichtteilsquote von 1/6.
Der Wert des Nachlasses beträgt insgesamt EUR 166.000,00, so dass T einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von EUR 27.666,67 hätte. Dieser Anspruch würde sich noch verringern, da Sie nicht den reinen Nachlass (Nachlass nach Abzug der Verbindlichkeiten) mitgeteilt haben.

7)

Ja, das haben Sie, da das Auto allen Miterben gehört und daher ein einzelner Miterbe über einen Nachlassgegenstand nicht verfügen darf.
Der T kann den Verkauf aber genehmigen.
Das dürfte unproblematisch sein, wenn derVerkaufserlös des Fahrzeugs nicht hätte wesentlich höher ausfallen müssen. Hiervon ist nach Ihrem Sachvertrag aber wohl nicht auszugehen.

8)

Nach vorläufiger Bewertung dürfte es für den T veritabler sein, wenn er nicht ausschlägt.

9)

AH hat in ihrem Testament verfügt, dass Sie das Grundstück bekommen sollten, so dass Sie bereits nach Ableben Ihrer Tante Anspruch darauf hatten, als Eigentümerin ins Grundbuch eingetragen zu werden.
Wenn es hier um das gleiche Grundstück geht, kann es dazu führen, dass es nach dem Ableben Ihrer Mutter überhaupt nicht mehr zum Nachlass zu zählen ist.
Dies müsste noch eingehender geprüft werden.

Bitte teilen Sie noch mit, wann der Verkauf stattfand und wann der Erlös Ihrer Mutter gutgeschrieben worden ist sowie zu welchem Zeitpunkt Sie von dem Verkauf Kenntnis erlangt haben.
Hinsichtlich eines etwaigen Rückzahlungsanpruchs ist die regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren zu beachten.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.







Bewertung des Fragestellers 17.12.2008 | 17:18


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Das Problem wurde umfassend und verständlich bewertet."
FRAGESTELLER 17.12.2008 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59978 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle, ausführliche und ich hoffe auch kompetente Antworten. So richtig weiß man das ja erst später, wenn es zum Streitfall kommt. Jedenfalls weiß ich jetzt viel mehr wie ich weiter vorgehen sollte im Streitfall mit ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort ist klar verständlich, ausführlich und zeugt von fachlicher Kompetenz. Besser geht's nicht. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super sehr schnelle Antwort.preislich günstig. ...
FRAGESTELLER