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Nachlassverteilung + Abwicklungskosten


03.11.2006 19:16 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Fall liegt vor:
Unser Vater ist verstorben. Er hat ein handschriftliches Testament hinterlassen, in dem der dem Enkel die Briefmarkensammlung hinterlässt, eines von vier Kindern enterbt und den Rest den drei anderen Kindern in gleichen Teilen hinterlässt. Wir wissen, dass das enterbte Kind einen Pflichtteilanspruch hat. Der Nachlass verteilt sich etwa wie folgt: Barvermögen 20.000,-- Euro, Wert der Briefmarkensammlung 700,-- Euro

1. Frage:
Ist es richtig, dass die Nachlassverteilung sich wie folgt ergibt:
1. Enkel erhält die Briefmarkensammlung
2. Pflichtteilberechtigter hat Bargeld-Anspruch auf 2.587,50 Euro (1/8 des Gesamtnachlasses = 1/2 des gesetzlichen Erbes)
3. Die restlichen Erben erhalten 5.804 Euro (je ein Drittel des Restes)

2. Frage:
Gibt es für die Erben die Möglichkeit vom Nachlass Kosten für die Abwicklung, Haushaltsauflösung, Wohnungsentrümpelung und künftige Grabpflege abzuziehen?

Vielen Dank
03.11.2006 | 20:29

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n). Zunächst darf ich Ihnen mein herzliches Beileid aussprechen und wünsche Ihnen viel Kraft für diese schwere Zeit.

Die Frage(n) beantworte ich entsprechend dem dargestellten Sachverhalt summarisch wie folgt:

( 1 )

Nr. 1 : Der Enkel hat aus dem Vermächtnis einen schuldrechtlichen Anspruch auf Übereignung der Briefmarkensammlung; §§ 1939, 2174 BGB.

Nr.2 : Der Pflichtteil besteht nach § 2303 Abs. 1 Satz 2 BGB grundsätzlich in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.
Der gesetzliche Erbteil bei vier Kindern, einem Enkel und einer vorverstorbenen Mutter beläuft sich nach §§ 1924, 1930 BGB auf 1/4. Hiervon die Hälfte ist zutreffend 1/8.

Nr.3 : Bei Annahme der Erbschaft bilden die drei Kinder eine sogenannte Erbengemeinschaft. Bei Auflösung derselben erhält jedes bedachte Kind 1/3 des schuldenbereinigten Nachlasses.

( 2 )Zur Wertermittlung des Nachlasses:

Hierüber gibt der hier veröffentlichte § 2311 BGB Auskunft:

§ 2311. Wert des Nachlasses.(1) Der Berechnung des Pflichtteils wird der Bestand und der Wert des Nachlasses zur Zeit des Erbfalls zugrunde gelegt. Bei der Berechnung des Pflichtteils eines Abkömmlings und der Eltern des Erblassers bleibt der dem überlebenden Ehegatten gebührende Voraus außer Ansatz.
(2) Der Wert ist, soweit erforderlich, durch Schätzung zu ermitteln. Eine vom Erblasser getroffene Wertbestimmung ist nicht maßgebend.

Abzusetzen sind bei der Wertermittlung zunächst die Erblasserschulden. Abzusetzen sind auch alle Verbindlichkeiten, deren Rechtsgrund bereits beim Erbfall bestand. Hierzu sollen zum Beispiel auch die Beerdigungs -, Nachlasssicherungs-, Nachlassverwaltungs -, Inventar- und Nachlassprozesskosten zählen.

Sie sollten bei der Wertermittlung gegenüber dem pflichtteilsberechtigtem Geschwisterteil nach Möglichkeit eine einvernehmliche Lösung suchen.

Nachdem der Pflichtteilsberechtigte nach seiner Enterbung keine eigenen Rechte am Nachlass hat, tut er sich in aller Regel schwer, sich einen Überblick über den Wert des Nachlasses zu verschaffen. Um ihn aus diesem Dilemma zu befreien, sieht das Gesetz einen umfassenden Auskunftsanspruch für den Pflichtteilsberechtigten vor. Er kann von den Erben sogar fordern, dass der Wert des Nachlasses im Zweifel von Sachverständigen taxiert wird. Die Kosten solcher nicht billiger Aktionen würden zu Lasten des Nachlasses gehen - § 2314 Abs.2 BGB. Es liegt daher im ureigenen Interesse der Erben, sich nach Möglichkeit mit dem Pflichtteilsberechtigten gütlich zu einigen und auf diesem Wege Kosten und nicht zu vergessen Nerven zu sparen.

Ich hoffe Ihnen eine hilfreiche rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche noch einen schönen Abend.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Michael Kohberger

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