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Nachlassinsolvenz

24.06.2006 19:20 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Damen und Herren!

Meine Frage betrifft das Nachlassinsolvenzverfahren.
Kurze Darstellung der Sachlage:
Meine Mutter verstarb Ende letzten Jahres. Das Erbe wurde nicht ausgeschlagen. Erben sind nun mein Vater(50%), meine Schwester (25%) und ich (25%). Die uns nun bekannten Schulden belaufen sich auf ca. 18T €.
Dem stehen zwar Sachwerte (Eigentumswohnung,KFZ)entgegen, sind aber finanziert und mit ca. 20T € offen.
Durch die Zahlung einer Lebensversicherung und Steuererstattung erhielten wir Zahlungen in Höhe von 14T €.
Sollten wir das Nachlassinsolvenzverfahren beantragen?
Werden mit den Zahlungen, die wir von der Lebensvers. und vom Finanzamt erhalten haben die offenen Erbschulden getilgt oder können wir damit die privaten Kredite tilgen?
Welche weiteren Folgen hätte dieses Verfahren für uns?

Vielen Dank für die Beantwortung.

Guten Abend,

den Angaben in Ihrer Fragestellung zugrundegelegt, kann ich Ihnen zur Einleitung eines Nachlaßinsolvenzverfahrens nicht raten. Voraussetzung des Antrages ist die Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Nachlasses, also eine Situation, in der die in der Nachlaßmasse vorhandenen Mittel nicht reichen, um die Nachlaßverbindlichkeiten zu decken.

Nach Ihrer Schilderung bestehen Verbindlichkeiten von ca. 38.000,- € (18.000,- € Verbindlichkeiten und ca. 20.000,- € laufende Darlehen). Dem stehen zum einen eingezogene Beträge von 14.000,- € und die Sachwerte gegenüber. Den Wert der Sachwerte kenne ich nicht, ich gehe aber doch davon aus, daß Sie den Restbetrag der Verbindlichkeiten von 14.000,- € deutlich übersteigen. Die Voraussetzungen eines Nachlaßinsolvenzverfahrens sind damit nicht gegeben.

Sie laufen bei einer Antragstellung nur Gefahr, daß Ihr Antrag kostenpflichtig zurückgewiesen wird. Zudem würde, sofern das Gericht dem Antrag wider Erwarten stattgeben würde, ein Insolvenzverwalter die Verwertung der Sachwerte betreiben müssen, die dann möglicherweise unter Wert veräußert würden.

Sie sollten Kontakt mit den einzelnen Gläubigern aufnehmen, um eine mögliche Ratenzahlung auf die bestehenden Schulden zu vereinbaren. Die für die Finanzierung der Sachwerte bestehenden Kredite können Sie möglicherweise mit den seinerzeit vereinbarten Beträgen zurückführen. Die 14.000,- €, die Sie eingenommen haben, können Sie hierfür frei verwenden.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

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