Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nachlasserstellung-Pfichtteilsberechnung

22.03.2010 14:34 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Tod der Mutter 2001 .Kein Testament vorhanden. Ihr Besitz ,5 Landwirtschaftsgrundstücke gehen zur Hälfte an den Vater und zur anderen Hälfte an die 5 Kinder als Erbengemeinschaft.

Nach dem Tod der Mutter wurde der Vater ,82Jahre alt , von einem Kind betreut.2005 übergab der Vater per Übergabevertrag (Leibgeding.kostenloses ,eingetragenes Wohnrecht..) sein über 200 Jahre altes Haus an ein Kind mit der Auflage Pflege bis zum Tod. Der Wert der jährlichen Sachleistung wurde mit 3.600 € angegeben .
Ein Abkömmling wurde mit 10.000€ Gleichstellungsgeld im Übergabevertrag bedacht..
Das Haus war noch mit einer Restschuld von 2.500€ belastet die vom Übernehmer bezahlt wurde.
Der Übernehmer hatte 1988 in den Ausbau einer Wohnung im 1.Stock etwa 35.000€ investiert aber im Hinblick auf die Übergabe auf Aufwendungsersatzansprüche verzichtet.

Das Haus und das Grundstück wurde2003 durch ein Wertermittlungsgutachten auf 158.000€ geschätzt was bei heutiger genauerer Betrachtung (keine Zentralheizung, keine Dachdämmung,alte Fenster…) als zu hoch angesehen werden muss.
Da Einsturzgefahr bestand, musste ein Teilabriss und Teilneubau vorgenommen werden, so daß der heutige Wert anders aussieht.

2009 starb der Vater. Im Testament wurde der jetzige Hausbesitzer als Haupterbe eingesetzt und die anderen 4 Kinder auf den Pflichtteil verwiesen.
Nachlass waren die Hälfte der Äcker der verstorbenen Ehefrau,400 € Bargeld und alte Wohnungseinrichtung.

Was kann bei der Berechnung des Pflichtteils angerechnet werden?
Beerdigungskosten, Testamentseröffnungskosten
Können Kosten für Wertermittlungsgutachten, Übergabevertrag, Notarberatung angerechnet werden?
Kann geleistete und zukünftige Grabpflege angerechnet werden?
Kann die Betreuung von 2001 bis 2005 angerechnet werden?

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich Ihnen wie folgt beantworten möchte:



Zunächst ist der Nachlassbestand durch Ermittlung des pflichtteilsrelevanten Aktiv- und Passivnachlasses festzustellen. Anschließend ist der so ermittelte Bestand zu bewerten

Danach sind nach dem sog Stichtagsprinzip Bestand und Wert des Nachlasses zunächst auf den Zeitpunkt des Erbfalls zu ermitteln.

Das Bewertungsziel ergibt sich dabei aus der Erbersatzfunktion des Pflichtteils: Der Pflichtteil soll den Pflichtteilsberechtigten in Geld so stellen, wie wenn er mit seinem halben gesetzlichen Erbteil am Nachlass beteiligt und dieser im Erbfall in Geld umgesetzt worden wäre. Daher ist grds. der gemeine Wert der Pflichtteilsrechnung zu Grunde zu legen.

Demnach sind nur solche Schulden berücksichtigungsfähig, die auch bei gesetzlicher Erbfolge entstanden wären, da sie dann auch vom Pflichtteilsberechtigten zu tragen gewesen wären. Erforderlich hierfür ist weiter, dass diese Verbindlichkeiten sich direkt gegen den Nachlass richten;

Abzugsfähig sind daher die Erbfallschulden, deren Rechtsgrund und Notwendigkeit der Erfüllung bereits auf den Erbfall zurückgeht oder deren Erfüllung auch im Interesse des Pflichtteilsberechtigten zu erfolgen hat oder den Pflichtteilsberechtigten auch dann getroffen hätte, wenn er selbst der gesetzliche Erbe geworden wäre.

1. Berücksichtigt werden daher die Kosten der standesgemäßen Beerdigung des Erblassers.

2. Nicht aber die der laufenden Grabpflege

3.Testamentseröffnungskosten, die Testamentsvollstreckung aber nur, soweit diese für den Pflichtteilsberechtigten von Vorteil waren, etwa der Nachlasssicherung oder -feststellung diente

4. Die Feststellung des Nachlassbestandes und des Wertes und somit auch die Kosten für das Wertermittlungsgutachten und die notarielle Beratung

5. Der Übergabevertrag kann aber unter Zugrundelegung o.g. Bewertungskriterien m.E. dann nicht in Ansatz gebracht werden!


6. Die Betreuung bzw. Pflege durch eines der Abkömmlinge von 2001 bis 2005 ist allerdings nur in Ansatz zu bringen, wenn die gesetzliche Erbfolge eingetreten ist oder im Testament der Höhe nach die gesetzliche Erbfolge bestimmt wurde.
Da Ihren Ausführungen zur Folge, das Pflichtteilsrecht angewandt wurde, findet deshalb keine Ausgleichung des Pflegeanspruchs zwischen den Abkömmlingen statt.




Abschließend hoffe ich ihnen weitergeholfen zu haben und stehe für Rückfragen jederzeit und ausgesprochen gern zur Verfügung.


Herzliche Grüße aus München,

Alexander Stephens

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70866 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Sehr kompetent , sachlich und schnell. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr gut Beratung ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre sehr freundliche und kompetente Antwort. Ich weiß jetzt Bescheid und werde entsprechend handeln. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER