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Nachlass - Vorabauszahlung / Anrechnung

| 13.05.2013 18:28 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier


Hallo,

unser Opa ist verstorben und hat ein Haus und etwas Bargeld hinterlassen.

Nun steht die Erbaufteilung zur Debatte.

Erben sind 3 Kinder, da die Ehefrau (Oma) bereits vorab verstorben ist. Des Weiteren ist eines der drei Kinder verstorben (Kind Nr.3), welcher 2 Enkel hinterlassen hat.

Nun ergibt sich unserer Meinung folgende Aufteilung: Kind 1/3, Kind 1/3, Enkel 1/6, Enkel 1/6.

Es wurde allerdings an das bereits verstorbene Kind eine Erbvorauszahlung im Jahre 1996 vorgenommen in Höhe von rund 50.000 EUR.

Es liegt aktuell eine Erbsumme ohne das Voraberbe von 165.000 EUR (Hausverkauf und Barvermögen) vor.

Nun sind natürlich die anderen beiden Kinder der Meinung, dass wir als Enkel diese auszahlen müssten.

Meine Rechnung (eines der Enkel):

165.000 Erbmasse - 100.000 für beide lebenden Kinder = 65.000 Rest

65.000 : 3 = 21666 pro Kind (mal 2) + 10.833 für jeden Enkel.

Somit haben im Endeffekt alle Kinder und Enkel einen gleichen Erbanteil, nämlich wie folgt:

Kind Nr.1 = 71666
Kind Nr.2 = 71666
Enkel Nr.1 = 10833 (+ imaginäre 25.000 vorab)
Enkel Nr.2 = 10833 (+ imaginäre 25.000 vorab)
______________________________________

Gesamterbsumme= 215.000 EUR

______________________________________________________________________________________

Nun kommen wir zu der Rechnung der beiden verbliebenen Kinder:

Erbsumme 165.000 EUR : 3 = 55000 für die Kinder (2x) und 27500 für jeden Enkel

Nun wird das Erbe vorab, auf die Enkel angerechnet (da Kind Nr.3 bereits verstorben).

Also ist folgende Aufteilung laut den Kindern zu vollziehen:

Kinder jeweils: 80.000 EUR
Enkel jeweils: 2500

Gesamterbsumme = 165.000 EUR

Somit wäre die Erbverteilung bei 3 lebenden Kindern:

Kind Nr.1 = 80.000
Kind Nr.2 = 80.000
Kind Nr.3 = 55.000

Bitte klären Sie uns auf welche Rechnung korrekt ist, da wir uns langsam nicht mehr zu helfen wissen.

Vielen Dank.

Michele P. (Enkel)

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Ich gehe davon aus, dass Ihr Großvater die Ausgleichung der vorzeitigen Erbauszahlung an Kind Nr. 3 gem. § 2050 BGB angeordnet hatte.

Eine Ausgleichung hat immer nur unter Abkömmlingen zu erfolgen und ist in § 2055 BGB geregelt.

Dem Nachlas wird die Vorauszahlung an Kind Nr. 3 hinzugerechnet und sodann die Erbquote von 2 x 1/3 und 2 x 1/6 ermittelt. Von Ihren beiden 1/6 wird dann die vorzeitige Zuwendung jeweils hälftig in Abzug gebracht.

Die Berechnung der Kinder 1 und 2 ist daher so nicht korrekt.

Es ergibt sich daher anhand Ihrer Zahlen folgende Berechnung:

Nachlass 165.000 € zzgl. 50.000 € Voraberbe = Gesamtnachlass 215.000 €

Erbteil jeweils 1/3 = 71.666 €

Erbteil Kind 3 71.666 € - 50.000 € = 21.666 €

Kind 1 und 2 bekommen bei der Erbauseinandersetzung daher 71.666 € und Enkel 1 und 2 zusammen 21.666 €.





Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.05.2013 | 19:09

Vielen Dank für diese Antwort.

Eine Erbausgleich wurde nicht vereinbart.

Es wurde lediglich ein Schriftstück aufgesetzt, in dem geregelt ist, dass ein Voraberbe von 50.000 EUR zur Auszahlung gekommen ist.

Dieses Schreiben wurde von allen Beteiligten (3 Kinder, Oma und Opa) ohne einen Anwalt oder Notar verfasst. Es wurde auch nie beglaubigt oder bestätigt. Es sind lediglich alle Unterschriften vorhanden.

Wie ist es nun in diesem Fall?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.05.2013 | 19:16

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne nehme ich zu Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung.

Da in diesem Dokument, welches von allen Beteiligten unterzeichnet worden ist, von einem Voraberbe die Rede ist, reicht dies nach der Rechtsprechung aus, um hierin eine Anordnung der Ausgleichung nach § 2050 Abs. 3 BGB zu sehen.

Beispielsweise der Zusatz "in Vorwegnahme der zukünftigen Erbreglung" ist bereits als Ausgleichungsanordnung zu sehen.

Aufgrund Ihrer Schilderung ist daher von einer wirksamen Ausgleichungsanorndung auszugehen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 15.05.2013 | 09:09

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