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Nachlass & Erbquoten bei Tod in Zugewinngemeinschaft

22.02.2014 08:29 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sebastian Scharrer, LL.M., Dipl.-Jur.


Liebe Community, sehr geehrte Anwälte,

ich bitte um Ihre Hilfe bei diesem Fall:

Herr A und Frau B sind seit 50 Jahren verheiratet. Es gibt keinerlei Ehevertrag, d. h. beide Leben in Zugewinngemeinschaft.
Herr A und Frau B haben jedoch strikt getrennte Konten.
Das Vermögen auf eigenen Namen lautend von Herr A beträgt 1.000,-€ (virtuelle Zahl)
Das Vermögen auf eigenen Namen lautend von Frau B beträgt 100,-€ (virtuelle Zahl)

Nun verstirbt Frau B. Frau B hat kein Testament, Erbvertrag o.ä. hinterlassen.

Die beiden haben in der Ehe einen Sohn gezeugt, allerdings ist dieser bereits ohne eigene Kinder zu zeugen oder Ehefrau vorverstorben.
Als Verwandte von Frau B exisitiert eine Schwester; Eltern oder Großeltern hat Frau B keine mehr.

Meine Frage zu diesem Fall:

Wie sehen die Erquoten aus?

Viel wichtiger als die Frage der Quotelung ist mir jedoch die Frage, wie sich der zu verteilende Nachlass ergibt. Da Herr A und Frau B in Zugewinngemeinschaft gelebt hat, befürchtet Herr A nun, dass von seinem auf seinen eigenen Namen lautenden Vermögen die Hälfte in den -wie auch immer zu verteilenden- Nachlass fällt. Wie oben zu erkennen ist, beträgt das Vermögen von Herrn A ein Vielfaches seiner verstorbenen Frau B.
Hat Herr A hier eine Wahlmöglichkeit, die eine Einrechung des auf ihn lautenden Vermögens in den Nachlass verhindert?

Vielen Dank für Ihre Ausführungen!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die zu verteilende Erbmasse ergibt sich nur aus dem Vermögen der verstorbenen Ehefrau. Daher muss A sich keine Sorge machen, dass sein Vermögen in die Erbmasse fällt.


Die zu verteilende Erbmasse ergibt sich nur aus dem Vermögen der verstorbenen Ehefrau. Daher muss A sich keine Sorge machen, dass sein Vermögen in die Erbmasse fällt.

Die zu verteilende Quote berechnet sich wie folgt:

Als Erben kommt hier nur die Schwester der Verstorbenen und A in Betracht. Die Schwester ist Erbin zweiter Ordnung, § 1925 BGB.

Als Voraus bekommt A gemäß § 1932 BGB alle zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände, soweit diese nicht Zubehör eines Grundstücks sind, und die Hochzeitgeschenke. Zudem erhält A zuerst 25 % des Vermögens von B als Zugewinnausgleich. Dies ergibt sich aus § 1371 BGB. Hierbei ist es unerheblich, ob tatsächlich ein Zugewinn gegeben ist. Gemäß § 1931 Abs. 1 HS. 2 BGB erhält A zudem 50 % des Erbes.

Daher wird die Schwester 25 % erhalten. Insgesamt bekommt A daher 75 % des Erbes und alle zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände, soweit diese nicht Zubehör eines Grundstücks sind, und die Hochzeitgeschenke.

Zu bedenken ist weiterhin, dass die Erben für alle Nachlassverbindlichkeiten haften.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 23.02.2014 | 08:21

Sehr geehrter Herr Scharrer,

verbindlichen Dank für Ihre Ausführungen.

Da die Nachfrage nach dem Vermägen des Herrn A der Kern meiner Frage war, find eich die dazu sehr kurzen Ausführungen (2 Sätze) schade und würde mich über eine nähere Erläuterung mit vielleicht dem ein oder anderen Quellenverweis von Ihnen freuen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.02.2014 | 09:28

Sehr geehrter Fragesteller,
Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die gesetzliche Zugewinngemeinschaft bewirkt nicht, dass das Vermögen der Eheleute sich vermischt. Dies ergibt sich aus § 1363 Abs. 2 BGB. Nur ein schuldrechtlicher Anspruch auf Zugewinn kann durch diesen Güterstand entstehen. Unter dem Zugewinn ist der Unterschied der Vermögensvermehrung zwischen den Eheleuten zu verstehen. Daher ist der Zugewinn nur dann gegeben, wenn der eine Ehepartner während der Ehe mehr Vermögen aufbauen kann, als der andere. § 1372 schließt den Zugewinn nach §§ 1373ff BGB für den Fall aus, dass der Güterstand durch den Tod eines Ehegatten beendet wird. Für diesen Fall ist § 1371 Abs. 1 BGB einschlägig. Nach dieser Vorschrift es es bei dieser pauschalen Abgeltung des Zugewinns unerheblich, ob tatsächlich ein Zugewinn stattgefunden hat. Konnte z.B. A den Bestand seines Vermögens vermehren, während die Erblasserin einen Verlust an Vermögen erlitten hat, so besteht dennoch ein Anspruch auf Zugewinnausgleich nach dieser Vorschrift zugunsten von A. A hingegen muss keinen Zugewinnausgleich leisten. Eine Vermischung der Vermögen kann nur bei der Vereinbarung einer Gütergemeinschaft entstehen, §§ 1415ff BGB.


Die Erbmasse bestimmt sich nach dem Vermögen der Erblasserin. Da hier getrennte Konten existieren, ist eine eindeutige Trennung des Vermögens von A und der Erblasserin möglich. Daher muss A nicht befürchten, einen Zugewinnausgleich mit der Tante durchführen zu müssen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie eine E-Mail an info@mainzer-rechtsanwaltskanzlei.de senden.

Mit freundlichen Grüßen

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