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Nachlass: Erbe ausgeschlagen, trotzdem Anspruch auf Guthaben?

| 12.09.2009 19:09 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Wolfram Geyer


Guten Abend !

Unsere Tochter ist im Jahr 2007 verstorben, da sie viele Schulden gemacht hat, haben wir, und für unseren Enkel ( Sohn unserer Verstorbenen Tocht) das Erbe ausgeschlagen (meine Frau und ich sind die gerichtlichen Vormunde)
Nun hat uns die Wohnungsgesellschaft geschrieben das noch ein Guthaben von 500 Euro an den Enkelsohn ausgezahl werden soll
und verlangen einen Erbschein,da wir für unseren Enkel das Erbe ausgeschlagen haben,steht Ihm das Geld dennoch zu.
Mfg Karola und Thomas T. Großeltern
Eingrenzung vom Fragesteller
12.09.2009 | 19:21

Sehr geehrte Ratsuchenden,

aufgrund Ihrer Schilderung sehe ich keine rechtliche Möglichkeit, das Guthaben in Höhe von € 500 gegenüber der Wohnungsgesellschaft geltend zu machen, weder für Sie noch für Ihren Enkelsohn.

Denn sowohl Ihr Enkelsohn (vertreten durch Sie) als auch Sie selbst als nächstberufene Erben haben die Erbschaft wegen der Schulden ausgeschlagen. Das Guthaben hat ursprünglich Ihrer verstorbenen Tochter zugestanden, und kann daher nur von dem Erben geltend gemacht werden. Wenn alle denkbaren gesetzlichen Erben ausgeschlagen haben, wird jedoch der Staat gemäß § 1936 BGB Erbe. Es besteht leider keine Möglichkeit, das Erbe nur hinsichtlich der Schulden auszuschlagen. Denn es kann nur die Erbschaft insgesamt ausgeschlagen werden (§ 1942 ff BGB), diese besteht aber aus dem gesamten Vermögen der Erblasserin mitsamt ihren Schulden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Auskunft Klarheit verschaffen, auch wenn das Ergebnis aus Ihrer Sicht ungünstig erscheint. Für Rückfragen stehe ich bei Bedarf gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 14.09.2009 | 11:46

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