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Nachgemeldeter Schaden nach Übergabe


05.02.2005 18:21 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Hallo,

wir sind mit unserem ehemaligen Vermieter im Streit über folgenden Sachverhalt:

Die Wohnungsübergabe verlief unangenehm (penibelste Überprüfung, sogar die Seriennummern der Fenster wurden verglichen). Es wurde die "Unsauberkeit" der Wohnung moniert (obwohl wir sie, wie im Mietvertrag vereinbart, besenrein hinterlassen haben) und außerdem sei das Schloss der Balkontür von uns nicht geölt worden. Dafür will er uns 10 EUR von der Kaution abziehen. Im Übergabeprotokoll werden nur diese beiden Sachverhalte genannt. Im Protokoll ist geregelt, dass er bis zum 31.12.04 Zeit hat, Schäden nachzumelden, Auszug war am 3.12.. Als wir weg waren, rief er an und gab an, dass eine Silikonfuge zwischen Dusche und Wand wohl reparaturbedürftig gewesen sei (wir haben davon nichts bemerkt, da wir Laien sind). Durch diese Ritzen soll wohl Wasser hinter die Dusche gelaufen sein, und es hat sich auf der entgegengesetzen Wand hinter der Fußleiste (diese hat er wohl nach unserer Abfahrt noch zur Überprüfung abgeschraubt) Schimmel gebildet. Schriftlich hat er aber nichts mitgeteilt, erst am 20.01.05. Deshalb haben wir seine Forderung mit der Begründung der Fristversäumnis zurückgewiesen, er akzeptiert dies natürlich nicht.

Jetzt verlangt er die Bezahlung der Reparatur der Fuge (58 €) und des Schimmelschadens (12 €) und hat uns 70 EUR von der Kaution abgezogen.

Es gibt in unserem Vertrag auch eine Instandhaltungsklausel für Schäden bis 75 EUR die aber sehr allgemein gehalten ist ("verschuldensunabhängig hat der Mieter die Kosten für kleinere Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten an den Installationsgegenständen für Elektrizität, Wasser und Gas, den Heiz- und Kocheinrichtungen, den Fenster- und Türverschlüssen sowie den Verschlußvorrichtungen von Fensterläden...im Einzelfall bis zu einem Betrag von 76,69 € zu tragen"..."Die Verpflichtung des Mieters zur Durchführung von Sach-, Dienst- und Geldleistungen....ist auf 8% der Jahresnettomiete begrenzt").

Wir sind der Meinung, dass er nicht berechtigt ist, diesen Betrag von uns zu fordern, da wir weder die angeblich reparaturbedürftige Fuge noch die Schimmelbildung bemerkt haben. Es ist auch nicht bewiesen, dass die Schimmelbildung durch unser "Versäumnis" verursacht wurde.

Außerdem möchten wir eine Rechnung über die erbrachten Leistungen
(10 € für das Ölen der Balkontür und 12 € für die Schimmelbeseitigung), da uns diese Beträge willkürlich erscheinen und der Gesamtbeitrag sehr zufällig 6 € unter der Schadensgrenze liegt. Die Erstellung einer solchen Rechnung verweigert er.

1. Ist er überhaupt berechtigt, diesen Betrag (70 €) von uns zu fordern?
2. Liegt eine Fristversäumnis vor? (bis 31.12.04 nur telefonische Nachmeldung)
3. Ist er nicht verpflichtet, für erbrachte Leistungen eine Rechnung zu erstellen und die Beträge somit auch steuerlich zu erfassen?
Guten Abend,

da haben Sie ja wirklich ein Schätzchen als Vermieter erwischt.

Zu Ihren Fragen:

1.
Ob Ihr Vermieter den Betrag von Ihnen fordern kann, hängt davon ab, inwieweit Sie sich schadensersatzpflichtig gemacht haben.
Wenn eine Fuge undicht wird, haben Sie diesen Schaden grundsätzlich nicht zu vertreten.Es handelt sich um normale Schäden am Mietobjekt, die nach der gesetzlichen Grundregelung vom Vermieter zu tragen sind. Der Vermieter kann in engen Grenzen diese Verantwortlichkeit auf die Mieter übertragen. Dies ist aber mit der von Ihnen zitierten Klausel nicht geschehen, da der Schaden ein anderer ist als dort vorausgesetzt.

Sie müssen damit weder den Schaden an der Fuge noch den Schimmelschaden ersetzen. Etwas anderes gilt nur dann, wenn Sie den Schaden erkannt haben und diesen nicht gemeldet haben. Dies ist aber nach Ihrer Schilderung nicht der Fall.

2.
Eine Fristversäumung liegt nicht vor. Sie können zwar die Verjährungsfrist von sechs Monaten einvernehmlich mit Ihrem Vermieter abkürzen. Dies ist auch sinnvoll, da dann beide Seiten schneller Klarheit haben, was ggf. noch auf sie zukommt. Da Sie aber in der Protokollregelung keinerlei Form hinsichtlich der Nachmeldung vereinbart haben, reicht eine mündliche oder telefonische Meldung aus.

3.
Natürlich muß Ihr Vermieter den Schaden und auch die Höhe der Schadensbeseitigung Ihnen gegenüber belegen. Hierfür reicht nicht die alleinige Nennung eines Betrages aus, sondern er muß Ihnen auch etwaige Aufwendungen durch Rechnungen oder Quittungen belegen.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de
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