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Nachforderung des Händers bei KFZ-Ankauf

20.10.2004 18:37 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beim Kauf eines Neuwagens meinerseits habe ich den Altwagen beim Händler in Zahlung gegeben. Beim Vertrag zum Verkauf des Altwagens wurden im nachhinein zwei Fehler festgestellt:

1) Mietwagen (Ersthalter: Europcar) statt im Vertrag festgehaltenen Vorführwagen mit Tageszulassung.
2) 4 statt angegebenen 3 Haltern lt. KFZ-Brief

Der Händler stellt jetzt wegen der Wertminderung eine Forderung von x EUR bzw. alternativ Aufhebung des Kaufvertrages des Altwagens (möchte ich ungern).

Anmerkungen:
- Der Händler hat sich beim Verkauf den KFZ-Brief nicht zeigen lassen
- Der Händler hat den Vertrag zum Verkauf mit unterschrieben
- Ich habe den Neuwagen nur gekauft, weil der Händler den Altwagen in Zahlung genommen hat
- lt. mündlicher Aussage des Vorbesitzers wurde der Wagen nicht als Mietwagen genutzt.
- ich lasse mir eine Kopie des alten KFZ-Briefes gerade zukommen
um zu erfahren, ob daraus eindeutig hervorgeht, dass der Altwagen als Mietwagen genutzt wurde.

Muss ich auf die Forderung eingehen? Wenn nein, was muss ich dem Händler sagen? Welche Chancen hätte der Fall vor Gericht?

Guten Morgen,

eine teilweise Kaufpreisminderung oder gar eine Wandelung des gesamten Kaufvertrages ist für den Kfz-Händler nur möglich, wenn der Wagen, den Sie verkauft haben, mangelhaft war.

Dies ist dann der Fall, wenn die eigentlich vereinbarte Beschaffenheit des Wagen von der tatsächlichen Beschaffenheit abweicht. Für Ihren Fall bedeutet dies, daß ein Mangel nur vorliegt, wenn der Wagen als Mietwagen eine stärkere Abnutzung als bei einer Nutzung als Vorführwagen hatte. Dies hängt von den Umständen ab. Ich kann mir vorstellen, daß die Abnutzung ungefähr die selbe ist, so daß ein Mangel dann auch nicht vorliegt.

Problematischer ist die Frage der Vorbesitzer, da dies typischerweise beim Kfz-Kauf eine große Rolle spielt. Wenn aus dem Kfz-Brief die Anzahl der Vorbesitzer hervorgeht, Sie aber eine andere Anzahl beim Verkauf angehen, haften Sie für die Differenz. Die Rechtsprechung geht hier regelmäßig von einem Mangel aus. Da sich der Wertverlust des Wagens in der Regel nicht ohne ein Gutachten feststellen läßt, sollten Sie sich die Vorstellung Ihres Käufers anhören. Wenn diese akzeptabel ist, sollten Sie zur Kostenvermeidung versuchen, sich mit dem Händler zu einigen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail info@fachanwalt-aurich.de

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