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Nacherbschaft absichern


18.02.2005 21:53 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Sachverhalt:


Der Erblasser hat 3 Söhne und 4 Enkelkinder

Sohn A, Sohn B und Sohn C

Sohn A hat 2 Kinder, Sohn B hat 2 Kinder, Sohn C hat keine Kinder


Da Sohn C hoch verschuldet ist und nicht mit Geld umgehen kann, hat sich der Vater folgendes überlegt.

Der Erblasser verfügt über ein beträchtliches Vermögen (3 Eigentumswohnungen im Wert von insgesamt 450.000,00 Euro und ca. 200.000,00 Euro Bankguthaben) und will in seinem Testament folgendes anordnen.

Alle 3 Söhne werden zu Erben mit je 1/3 Anteil

Des Weiteren ergeht folgende Teilungsanordnung.

Sohn A erhält die Eigentumswohnung Nr. 1, Sohn B erhält die Eigentumswohnung Nr. 2, Sohn C erhält die Eigentumswohnung Nr. 3 (alle Eigentumswohnung sind ungefähr gleich viel wert).

Für Sohn C wird Nacherbschaft angeordnet. Nacherben sollen die Abkömmlinge der Söhne A und B zu gleichen Teilen (jeder der 4 Enkel des Erblassers erhält jeweils 1/4 der Nacherbschaft, sollten den Söhnen A und B weitere Kinder geboren werden reduziert sich der Anteil pro Nacherbe entsprechend) sein. Sofern Sohn C später eigene Abkömmlinge haben sollte, werden dies seine jeweils zu gleichen Teilen seine Nacherben, die Kinder der Söhne A und B werden in diesem Fall nicht seine Nacherben.

1. Sohn A wird zum Nacherbentestamentsvollstrecker nach § 2222 BGB ernannt.
2. Des Weiteren wird Sohn A zum Testamentsvollstrecker (ebenfalls Dauertestamentsvollstreckung von Sohn C ernannt. Zu 2 ist folgendes Einschränkung einzufügen. Die Dauertestatmentsvollstreckung wird jedoch (anders als die Nacherbentestamentsvollstreckung) auf die vorhandenen Bankguthaben und Bankdepots beschränkt.
3. Sohn A wird im Testament angewiesen im Fallen von irgenwelche Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen das Vermögen, dass Sohn C aus dem Nachlaß erhalten hat, Drittwiderspruchsklage (§ 773 ZPO) zu erheben
4. Sohn A wird angewiesen, dass Geld von Sohn C nur in mündelsicheren Anlagen anzulegen
5. Als Auflage an Sohn C nach § 1940 BGB wird angeordnet, dass die Eigentumwohnung nicht verkauft und mit irgendwelchen Belastungen oder in Abteilung I, II und III des Grundbuchs belastet werden darf.


Fragen:

Kann auf die o.a. Weise verhindert werden, dass Gläubiger auf das ererbte Vermögen von Sohn C zugreifen bzw. das Sohn C sein Vermögen verschleudert?

Es es möglich, dass Sohn C wegen der o.a. Einschränkungen nach dem Tod des Erblassers die Erbschaft ablehnt und von die Auszahlung des Pflichtteils verlangt?. Würden in diesem Fall die Söhne A und B dann den Nachlaß zu je 1/2 Erbanteil erben und müßten sie Sohn C dann seinen Pflichtteil auszahlen oder müßte dies (falls Sohn C seinen Pflichtteil verlangt, erben die Söhne A und B dann je 1/2)gesondert im Testament angeordnet werden?

Sofern Sohn C noch vor dem Tod des Erblasser eigene Abkömmlinge bekommt und nach dem Tod des Erblassers das Erbe ablehnt und den Pflichtanteil verlangt, wer würde dann erben?

Soviel ich weiß ist der Pflichtanteil ja kein Erbanteil sondern nur ein schuldrechtlicher Anspruch gegen die Erben oder?
19.02.2005 | 02:57

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst einmal möchte ich Sie fragen, welchen Wert Sie der anwaltlichen Dienstleistung beimessen, bzw. ob Ihnen bewusst ist, dass dies ein ERSTBERATUNGSFORUM ist? Das, was Sie gerne möchten, ist quasi die Erstellung eines Testamentes. Bei einem Gegenstandswert von Euro 650.000 und einem nicht ganz einfachen Sachverhalt würde dies in einer Anwaltskanzlei nach der gesetzlichen Tabelle (1,3 Gebühr) Euro 4479,80 zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer kosten!!!! Dagegen finde ich die von Ihnen gebotenen 15 Euro unanständig.

Zu Ihren Fragen
"Kann auf die o.a. Weise verhindert werden, dass Gläubiger auf das ererbte Vermögen von Sohn C zugreifen bzw. das Sohn C sein Vermögen verschleudert?"

Nein. Denn wenn Sie die Enkel zu Nacherben einsetzen, sind die Söhne Vorerben. Diese sind zwar in der Verfügung über ein Grundstück beschränkt, aber es gibt Konstellationen, in denen sie trotzdem verfügen können: Beispielsweise ist eine Verfügung mit Zustimmung der Nacherben gültig. Wenn der Vater also die Söhne dazu überreden kann, einer Beleihung zuzustimmen, dann wird Ihr Ziel vereitelt. Ebenso, wenn wegen Nachlasschulden in das Grundstück vollstreckt wird. Das erscheint bei Ihrer jetzigen Finanzlage aber unwahrscheinlich.
Zudem gibt es noch den gutgläubigen Erwerb eines Dritten, In diesem Fall ist der Erwerber schutzwürdiger als der Nacherbe. Dies kommt aber selten vor, da der Nacherbenvermerk von Amts wegen ins Grundbuch eingetragen wird (§ 51 GBO).


"Es es möglich, dass Sohn C wegen der o.a. Einschränkungen nach dem Tod des Erblassers die Erbschaft ablehnt und von die Auszahlung des Pflichtteils verlangt?. Würden in diesem Fall die Söhne A und B dann den Nachlaß zu je 1/2 Erbanteil erben und müßten sie Sohn C dann seinen Pflichtteil auszahlen oder müßte dies (falls Sohn C seinen Pflichtteil verlangt, erben die Söhne A und B dann je 1/2)gesondert im Testament angeordnet werden?"

Ja. Wenn Sie ein Testament verfassen und C ausschlägt, dann tritt die sogenannte Anwachsung (§ 2094 BGB) zugunsten der Miterben ein.

"Sofern Sohn C noch vor dem Tod des Erblasser eigene Abkömmlinge bekommt und nach dem Tod des Erblassers das Erbe ablehnt und den Pflichtanteil verlangt, wer würde dann erben?"

Die Kinder des C.

"Soviel ich weiß ist der Pflichtanteil ja kein Erbanteil sondern nur ein schuldrechtlicher Anspruch gegen die Erben oder?"

Ja. steht in §§ 2303ff BGB

Mit freundlichen Grüßen

RA Fabian Sachse


ANTWORT VON

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