Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nachehelicher Unterhalt / Verwertung von Vermögen

20.04.2012 23:11 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Ausgangssituation:
Auseinandersetzung um nachehelichen Unterhalt, die Eheleute sind seit fast zwei Jahren getrennt, der Scheidungsantrag ist gestellt. Die Ehe wurde vor 8 Jahren geschlossen, es ist ein Kind (7 Jahre) vorhanden, welches bei seiner Mutter lebt. SIE fordert über ihren Anwalt die Zahlung von nachehelichem Unterhalt für einen Zeitraum von mindestens zweieinhalb Jahren nach dem Scheidungstermin.
SIE begründet den Anspruch mit ehebedingten Nachteilen. SIE übt jedoch heute genau die selbe Tätigkeit (verhältnismäßig gut bezahlte Angestelltenstelle) aus wie vor der Ehe, mit einer vergleichbaren Gehaltseinstufung wie vor der Ehe. SIE hat momentan einen Teilzeitvertrag mit 70% der vollen Arbeitszeit, könnte aber prinzipiell 100% arbeiten. Für das Kind wird eine Ganztagesbetreuung angeboten.
SIE verfügt über ein eigenes Vermögen von ca. 100.000 Euro (Geldvermögen), und wird im Rahmen des Zugewinnausgleichs demnächst weitere ca. 50.000 Euro dazu erhalten, so dass sie nach dem Scheidungstermin über ca. 150.000 Euro Geldvermögen verfügen kann.
Über ihren Anwalt wird nun die Anerkennung des Anspruchs auf nachehelichen Unterhalt gefordert, andernfalls soll dies in einer gerichtliche Auseinandersetzung geklärt werden.

Die Interpretation:
Aus meiner Sicht besteht weder ein ehebedingter Nachteil, noch besteht Bedürftigkeit.
SIE hat prinzipiell die Möglichkeit vollzeit zu arbeiten, und erhält dann einen Verdienst der dem vor der Ehe entspricht.
Zudem besteht signifikantes Vermögen, wobei die Verwendung des Vermögens für die ggf notwendige Bestreitung des Lebensunterhalts aus meiner Sicht weder unwirtschaftlich noch unbillig wäre.

Die Frage:
Liege ich mit der Interpretation richtig, dass eigentlich kein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt besteht? Wie sieht in einem solchen Fall die typische Rechtssprechung aus? Welche Chancen hat SIE, mit ihrem Anspruch auf nachehelichen Unterhalt doch Recht zu bekommen? Empfehlen Sie, die gerichtliche Auseinandersetzung einzugehen, oder den Anspruch ohne gerichtliche Auseinandersetzung anzuerkennen?
21.04.2012 | 03:22

Antwort

von


(477)
Reinhäuser Landstraße 80
37083 Göttingen
Tel: 0551/43600
Tel: 0170/4669331
Web: http://www.ra-vasel.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Eine „typische" Rechtsprechung zu dem Thema „Unterhalt wegen Betreuung eines Kindes" gibt es derzeit nicht mehr, nach dem insoweit maßgeblichen Urteil des BGH vom 18.3.2009 - XII ZR 74/08 – ist vielmehr in jedem Fall eine genaue Einzelfallprüfung durchzuführen. Der kindesbetreuende geschiedene Ehegatte kann dann nicht auf eine Vollzeittätigkeit verwiesen werden, wenn das Kindeswohl entgegensteht, es sich also beispielsweise um ein „schwieriges", krankes oder behindertes Kind handelt. Darüber hinaus ist z. B. zu berücksichtigen, ob der kindesbetreuende geschiedene Ehegatte durch Vollzeittätigkeit und daran anschließende Kindesbetreuung nach Feierabend eventuell übermäßige belastet wird.

Ehebezogener Nachteil kann auch sein, daß der kindesbetreuende Ehegatte wegen der Kinderbetreuung eine berufliche Karriere nicht machen konnte, die ihm sonst möglich gewesen wäre.

Der Vermögensstamm muß zwar grundsätzlich verwertet werden, allerdings nicht wenn dies unwirtschaftlich oder unbillig (= unangemessen) wäre (§ 1577 Abs. 3 BGB). Bei der Frage der Unbilligkeit sind zum einen die Vorschriften über das Schonvermögen im Rahmen der Sozialhilfe zu beachten (danach wird beispielsweise selbstbewohntes Wohneigentum geschützt, auch wenn dies erst noch erworben werden soll), zum anderen die beiderseitigen, also auch Ihre, wirtschaftlichen Verhältnisse.

Wichtig sind also auch Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse. Es kommt zudem auf die ehelichen Verhältnisse an, also auf den ehelichen Lebensstandard. Der geschiedene Ehegatte kann verlangen, daß ihm dieser Lebensstandard (zumindest zeitlich begrenzt) erhalten bleibt und daher sog. Aufstockungsunterhalt vom anderen verlangen, wenn seine Einkünfte hinter den ehelichen Lebensverhältnissen zurückbleiben.

Im Rahmen dieser Erstberatung kann die Frage, ob Sie den Anspruch, den Ihre Frau geltend macht, anerkennen sollen oder nicht, nicht beantwortet werden. Nicht nur, weil weder bekannt ist, welcher Betrag verlangt wird, noch wie sich Ihre beiderseitigen Einkommens- und Vermögensverhältnisse gestalten und die weiteren angesprochenen Fragen (betr. Kind, Karriere Ihrer Frau, eheliche Lebensverhältnisse) zu beantworten sind, sondern auch weil die seriöse Beantwortung der Frage „Anerkennen oder nicht?" eine Prüfung und Bewertung all dieser Faktoren erfordert, die den Rahmen dieser Erstberatung sowohl zeit- als auch kostenmäßig sprengen würde.

Ich empfehle Ihnen dringend, in dieser Angelegenheit den Rat eines Anwaltes vor Ort einzuholen, dem Sie die entsprechenden Informationen geben sollten. Insoweit böte sich sicherlich Ihr Prozeßbevollmächtigter im Scheidungsverfahren an.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Vasel, Rechtsanwalt


ANTWORT VON

(477)

Reinhäuser Landstraße 80
37083 Göttingen
Tel: 0551/43600
Tel: 0170/4669331
Web: http://www.ra-vasel.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Vertragsrecht, Baurecht, priv., Mietrecht, Sozialrecht, Familienrecht, Inkasso, Kaufrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69224 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr nette kompetente Anwältin Rasche Antwort Jederzeit wieder und sehr zu empfehlen. Danke für Ihre Hilfe ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Schnelle Rückmeldungen, ich hoffe, die Hinweise bestätigen sich in der Praxis. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort war prägnant, mit Gesetzestexten bzw. Urteilen unterlegt und sehr verständlich. Uns wurde bei der Entscheidungsfindung über die weitere Vorgehensweise damit sehr geholfen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen