Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nachehelicher Unterhalt – Höhe und Dauer ?

22.05.2008 13:00 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


PLZ Bereich 68xxx

Ich bin seit November 2006 geschieden (die Ehe bestand seit 1996) und habe im Dezember 2006 wieder geheiratet.
Meine neue Ehefrau hat einen Sohn und ist berufstätig.

Ich zahle seit ich im Januar 2005 von „zu Hause“ ausgezogen bin, an meine Ex-Ehefrau für Sie und unsere beiden gemeinsamen Kinder (jetzt 11 und 12 Jahre alt) Unterhalt.
Meine Ex hat einen weiteren Sohn, der volljährig ist und zu Hause wohnt.

Ich bezahle an die Ex ca. EUR 620.-, an die Kinder gemäß Düsseldorfer Tabelle (- minus Kindergeld) EUR 361.- und 310.-, in der Summe also knapp EUR 1300.-

Meine Ex ist halbtags berufstätig und hat ein Einkommen von EUR 650.-, sie war sowohl vor der Ehe als auch während der Ehe berufstätig.
Ich habe ein durchschnittliches Einkommen von netto EUR 3000.- / Monat.
Ich habe seit Anfang 2007 eine Altersvorsorge abgeschlossen, die mich mit EUR 150.- im Monat belastet.

Sie lebt in Ihrem Eigenheim.
Sie hat seit mehr als 1,5 Jahren einen festen Freund, der bei ihr ca. dreimal wöchentlich übernachtet.
Wie sind die Kriterien für eine ehe-ähnliche Beziehung, die den Unterhaltsanspruch reduzieren oder aufheben würden?

Ich lebe mit meiner neuen Ehefrau in einer Eigentumswohnung.
Wir haben ebenfalls einen Kredit zu begleichen.

Bin ich denn überhaupt noch unterhaltspflichtig gegenüber meiner Ex?
Haben die jeweils neuen Lebenspartner darauf Auswirkung?

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen


Auf der Grundlage des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

1. Zunächst ist zu beachten, dass sich der Unterhalts für Ihre geschiedene Ehefrau nicht anhand Ihres Einkommens der Lohnsteuerklasse 3 berechnet, sollten Sie diese durch Ihre Wiederverheiratung innehaben, sondern anhand Ihres Einkommens nach Lohnsteuerklasse 1.
Bei der Unterhaltsberechnung kann ebenfalls berücksichtigt werden, dass Ihre Ehefrau mietfrei im Eigenheim lebt, hierfür ist ihr ein Wohnvorteil zuzubilligen. Kredite sind abzugsfähig.

2. Weiterhin ist zu prüfen, ob Ihre Ehefrau nicht mehr Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielen könnte. Nach den neuen Süddeutschen Leitlinien seit dem 01.01.2008 kann ab der Vollendung des 3. Lebensjahrs eine Vollzeiterwerbstätigkeit verlangt werden. Es kommt aber immer auf die Umstände des Einzelfalls an. Hierbei spielen auch die Betreuungsmöglichkeiten der Kinder eine Rolle, d.h. wie lange haben sie Schule, gibt es eine Kernzeitbetreuung, Ganztagsschule usw. Hier sind die regionalen Betreuungsmöglichkeiten zu klären.
Soweit die Voraussetzungen gut sind, kann hier an eine Ausweitung der Beruftätigkeit gedacht werden. Es ist derzeit allerdings noch etwas offen, wie die Praxis die Vorgaben des Gesetzgebers umsetzt. Hier in Heidelberg wird die Auffassung vertreten, dass ab dem 15. Lebensjahr des Kindes eine Vollzeittätigkeit erwartet werden kann.

3. Neu hinzugefügt wurde vom Gesetzgeber mit der Unterhaltsrechtsreform zum 01.01.2008 der Tatbestand des Zusammenlebens in einer verfestigten Lebensgemeinschaft. Dies stellt ein Verwirkungsgrund für den Unterhaltsanspruch dar. Nach der Rechtsprechung des BGH kommt eine Verwirkung bei langem Zusammenleben mit einem neuen Partner in folgenden drei Fällen in Betracht:
- Der Unterhaltsberechtigte sieht nur deshalb von einer Eheschließung mit dem neuen Partner ab, um seinen Unterhaltsanspruch nicht zu verlieren. In der Praxis wird dies allerdings kaum nachweisbar sein.
- Der Unterhaltsberechtigte lebt mit dem neuen Partner in einer Unterhaltsgemeinschaft. Bei der Unterhaltsgemeinschaft kommt es nicht darauf an, wie lange die Partnerschaft bereits besteht, sondern allein, dass aufgrund äußerer Gegebenheiten oder der wirtschaftlichen Verpflechtung der Bedürftige wie in einer Ehe versorgt ist und von einer verfestigten Partnerschaft ausgegangen werden kann.
- Die neue Beziehung des Unterhaltsberechtigten hat sich in einem solchen Maße verfestigt, dass ein nichteheliches Zusammenleben an die Stelle der Ehe getreten ist. Es kommt auf die Dauer und Art des Zusammenlebens und das Erscheinungsbild der Beziehung in der Öffentlichkeit an. Als Mindestdauer gelten ca. zwei Jahre. Die Annahme einer nichtehelichen Gemeinschaft setzt nicht zwingend ein räumliches Zusammenleben mit einem gemeinsamen Haushalt voraus.

4. Zu überlegen ist auch, inwieweit grundsätzlich der Unterhalt zeitlich begrenzt bzw. von der Höhe herabgesetzt werden kann. Hierbei ist entscheidend, dass es lediglich einen Anspruch auf Nachteilsausgleich gibt, soweit und solang der Bedürftige durch die Rollenverteilung in der Ehe nicht ausreichend für den eigenen Unterhalt sorgen kann. Es muss noch geprüft werden, ob und in welchem Umfang berufliche Nachteile durch Ausübung der Familienarbeit in der Ehe aufgetreten sind und ob diese durch die Aufnahme einer Ganztagstätigkeit ausgeglichen werden können. Hierbei spielt auch die Dauer der Ehe, das Alter der Berechtigten sowie deren Gesundheitszustand eine Rolle.

5. Lediglich anhand der von Ihnen vorgegebenen Zahlen, die aber unter Umständen aufgrund der obigen Anmerkungen zu korrigieren sind, ergibt sich nachfolgende Unterhaltsverpflichtung:
Ex-Ehefrau: 651, Kind 1: 294 und Kind 2: 343

Ich hoffe, Ihnen hiermit erste Anhaltspunkte für die weitere Vorgehensweise gegeben zu haben. Entscheidend wird sein, Ihre Umstände noch genauer zu beleuchten, damit die Erfolgsaussichten einer Abänderung noch genauer beurteilt werden können.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69614 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Schnelle und kompetente Hilfe - super! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Eine gute Erfahrung und eine verständliche Schilderung des Sachverhaltes. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Gute und schnelle Antwort. Danke. ...
FRAGESTELLER