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Nachehelicher Unterhalt -Aufstockungsunterhalt wegen langer Ehedauer?

| 30.08.2013 16:22 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Nach langer Ehe kann ein Aufstockungsunterhaltsanspruch auch dann bestehen, wenn die Ehefrau voll erwerbsfähig ist und einer Ganztagbeschäftigung nachgeht. Maßgeblich ist hier das Einkommensgefälle, das zumindest für eine Übergangszeit ausgeglichen werden soll.

Trennung nach 24 Jahren Ehe, zwei erwachsene Kinder (höchste Unterhaltsstufe der Düsseldorfer Tabelle), Ehemann verdient bei sicherem Einkommen das dreifache der Ehefrau, die Rollenverteilung war, gelinde gesagt klassisch, sie war und ist die meiste Zeit der Ehe zusätzlich berufstätig gewesen (meist Teilzeit, aber auch Vollzeit), hat trotzdem die komplette Hausarbeit und Erziehungsarbeit allein erledigt, damit der Mann sich unbehelligt seiner Karriere widmen konnte.
Nun die Frage: Hat die Frau (die jetzt im Trennungsjahr noch in Teilzeit selbstständig arbeitet, sich aber jetzt beruflich anders orientieren muss, voll erwerbsfähig ist und auch trotz ihrer 50 Jahre noch gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt in ihrem (schlecht bezahlten) Beruf hat, einen Anspruch auf nachehelichen Aufstockungsunterhalt? Und wenn ja, wie lange? Wie wird er berechnet (Siebtelregelung? wie im Trennungsjahr?)
Es gibt viele widersprüchliche Aussagen dazu, offensichtlich hat es aber ein "Reförmchen" dazu in diesem Jahr gegeben.
Vielen Dank!

Sehr geehrte Fragestellerin,


unter Berücksichtigung des von Ihnen dargestellten Sachverhalts und Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:


Im Hinblick auf die lange Ehedauer besteht ein Aufstockungsunterhaltsanspruch. Dieser soll dazu dienen, einen Übergang zwischen dem ehelichen Lebensstandard, der von den höheren Einkünften Ihres Mannes geprägt war, und dem vermutlich geringeren Lebensstandard, der sich auf der Basis Ihrer eigenen Einkünfte bei einer Ganztagsbeschäftigung ergibt, zu schaffen. In der letzten Gesetzesänderung wurde klargestellt, dass die Dauer der Ehe bei der Frage, ob und wie lange ein Unterhaltsanspruch besteht, zu berücksichtigen ist. Der einkommensschwächere Partner aus einer langen Ehen wurden somit ausdrücklich geschützt..

Auch nach der Scheidung wird üblicherweise mit der 3/7 Berechnung gearbeitet. Soweit allerdings ein Ehepartner nicht vollschichtig erwerbstätig ist, würde u. U. geprüft, ob ein höheres fiktives Einkommen zugrunde zu legen ist. Der Steuerklassenwechsel ist zu berücksichtigen.

Die Länge des Aufstockungsunterhalts ist ohne Kenntnis aller Einzelheiten nicht sicher zu prognostizieren. Als Richtlinie - wenn Sie dauerhaft deutlich weniger als Ihr Mann verdienen und solange Sie keine neue feste Beziehung unterhalten - kann eine Dauer von ca. fünf bis sieben Jahren vermutet werden. Häufig wird der Unterhalt im Laufe dieser Zeit "abgeschmolzen", so dass nach einigen Jahren nur noch ein geringerer Betrag als am Anfang gezahlt wird. Bitte verstehen Sie dies aber nur als Anhaltspunkt; im Streitfall kommt es auf die Sichtweise des jeweiligen Richters an.

Ich rate Ihnen dringend, einen ortsansässigen im Familienrecht erfahrenen Anwalt mit der Prüfung und Geltendmachung Ihrer Unterhaltsansprüche zu beauftragen. Dieser kann Ihnen ggf. auch helfen, eine tragfähige Vereinbarung mit Ihrem Mann über Höhe und Dauer der Unterhaltszahlungen nach der Scheidung zu treffen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Fachanwältin für Familienrecht Anja Holzapfel, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 30.08.2013 | 17:18

Vielen Dank für Ihre Antwort!
Ist allein die lange Ehedauer das Kriterium oder würden trotzdem noch andere Kriterien, z.B. ehebedingte Nachteile (die ja nicht immer eindeutig sind) oder die Rollenverteilung im Haushalt hinzu gezogen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.08.2013 | 17:27

Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Auch die anderen von Ihnen genannten Kriterien spielen eine Rolle, es wird eine Gesamtschau aller Umstände vorgenommen.

Die lange Ehedauer und der damit verbundene "Vertrauensschutz" ist aber ein zusätzliches Kriterium, das nach der Gesetzesänderung ausdrücklich zugunsten des Unterhaltsberechtigten mit herangezogen werden soll.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 30.08.2013 | 17:31

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