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Nachbarschaftsstreit wg. Geländeabstützung


05.10.2006 11:43 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht



Guten Tag,

ich habe Ärger mit meinem direkten Nachbarn. Mein Haus (steht in NRW) ist noch in der Bauphase und ebenso das umgebende Gelände (Hanglage) ist nur provisorisch mit Erdreich aufgeschüttet. Der Nachbar ist mit seinem Hausbau fertig und modelliert nun sein Gartengelände mit Pflanzen und Steinwegen. An unserer gemeinsamen Grenze gibt es ein ca. 10 m langes Stück, an dem meine Erdaufschüttung um ca. 30 cm höher liegt als das Geländeniveau des Nachbarn. Der Nachbar verlangte eine Abstützung des Geländes von mir, was ich auch mittlerweile mit Holzbohlen und in den Boden getriebenen Eisenstangen getan habe. Der Nachbar ist mit dieser Konstruktion nicht einverstanden und verlangt nun schriftlich über einen Rechtsanwalt:
Zitat: fachgerechte Abstützung ihrer Anschüttung an dieser Stelle auf ihrem Grundstück zu erstellen, die jede Erosion verhindert. Als Frist hat er mir 8 Tage gesetzt, für die Erstellung dieser Abstützung. Der Rechtsanwalt verlangt zudem von mir, da ich laut seinen Worten meinen nachbarrechtlichen Verpflichtungen nicht nachgekommen bin, gemäß § 284 und § 286 BGB seine entstandenen Kosten in Höhe von 392,66 € zu tragen.
Diese Paragraphen beziehen sich aber, so wie ich verstanden habe, auf ein Schuldverhältnis was in diesem Fall wohl nicht besteht. Die Bezahlung kann ich daher ablehnen, oder?
Meine Art der Abstützung ist natürlich nur provisorisch, da ich erst im kommenden Jahr mit meinen endgültigen Geländemodellierungen beginnen werde. Laut meiner Nachfragen beim Bauamt ist meine Art der Abstützung während der Bauphase völlig ausreichend.

Ich denke, dass ich hier absolut im Recht bin und nichts von der anderen Seite zu befürchten habe wie Klage- und Prozeßandrohung. Ich habe kein Interesse in der Zukunft nur noch über Anwälte zu korrespondieren und daher möchte ich wissen, reicht es aus, wenn ich als Privatmann dem Anwalt meiner Nachbarn antworte oder sollte ich doch, um Fallstricke zu vermeiden, einen eigenen Anwalt einschalten, dann leider zu meinen Kosten ?

Mit freundlichen Grüßen

Nowos
Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

selbstverständlich hat der Nachbar aus dem Nachbarrecht einen Anspruch darauf, vor Schäden aus Erosion geschützt zu werden.
Sie haben hier Maßnahmen ergriffen, fraglich ist, ob diese ausreichen. Dabei sind alle Umstände zu berücksichtigen, hier z.B. der Höhenunterschied von 30 cm (und der angesichts dieser Höhe drohende Schaden), die Tatsache, dass es sich um ein Provisorium während der Bauphase handelt, Ihre Nachfrage und Vergewisserung beim Bauamt, dass diese Art der Sicherung in Ordnung ist. All das lässt mich aus der Ferne anhand Ihrer Angaben zu dem Schluss kommen, dass Sie ausreichende Sicherungsmaßnahmen getroffen haben und zu Unrecht in Anspruch genommen werden, vorausgesetzt, Sie haben auch ordentlich abgestützt (Stangen tief genug in der Erde, usw.)
Anwaltskosten der Gegenseite haben Sie in der Tat nur zu tragen, wenn Sie diese als Schaden verschuldet haben. Das wäre dann hier nicht der Fall. Sie haben auch Recht, dass sich die §§ 284, 286 BGB auf Schuldverhältnisse beziehen, und ein solches besteht hier nicht, Anwaltskosten als Schadensersatz können aber generell auch aus anderen Rechtsgründen, z.B. aus unerlaubter Handlung, zu ersetzen sein.
Die Frage ist, wie Sie sich nun verhalten. Grundsätzlich können Sie selbst Ihre Interessen gegenüber dem Anwalt darlegen und vertreten. Sicher vor Klage- und Prozessandrohung sind Sie dadurch jedoch nicht, Sie haben ja wahrscheinlich auch nicht damit gerechnet, dass plötzlich ein Brief vom Anwalt kommt. Sie können auch nochmals direkt mit Ihrem Nachbarn Kontakt aufnehmen mit dem Ziel einer gütlichen Einigung. Im Endeffekt empfiehlt sich jedoch in der Tat zur Vermeidung von Fallstricken die Einschaltung eines Anwalts, allein, um den Sachverhalt in alle Richtungen zu prüfen, wie es hier nicht möglich ist.

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Hensdiek
Rechtsanwalt

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