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Nachbarin überlässt Wohnung dem Sohn, dieser macht regelmässig Lärm

04.04.2010 20:51 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Wir wohnen in einem Mietshaus mit 3 Parteien
im Ergeschoss wohnt der Vermieter (80 Jahre alt)
im 1. OG wohnen wir
im 2. OG wohnt eine Dame (mitte 50)

Die Dame ist kürzlich an Krebs erkrankt.
Seitdem ist sie nur noch selten zu Hause. Entweder ist sie im Krankenhaus, zur Reha oder wohnt bei ihrem Freund.

Während ihrer Abwesenheit hat sie die Wohnung ihrem volljährigen Sohn zur freien Verfügung überlassen.

Und das ist das Problem: der Sohn nutzt die Wohnung in erster Linie nachts, um mit Freunden LAN-Parties zu veranstalten.

LAN-Party bedeutet: jeder bringt seinen PC mit, man spielt die ganze Nacht gemeinsam Computer.

Das heißt für uns: dauerhafter Lärm die ganze Nacht.

Von 18 und 20 Uhr ist die "Aufbauphase", d.h. die PCs werden aufgebaut
Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr kommt es öfters vor, dass einer oder mehrere Personen die Party kurzzeitig verlassen, um z.B. Essen oder Getränke kaufen zu fahren.
Dabei wird erstens rücksichtslos durch den Hausflur gepoltert und zweitens wird auch gerne mit quietschenden Reifen und lauter Musik losgefahren.

Ca. 5 Uhr morgens endet die Party dann mit einem kollektiven Abbau der PCs und Getrampel durch den Hausflur.

Das Ganze geschieht jetzt seit ca. 3 Wochen an jedem Freitag, Samstag und vor Feiertagen. An Werktagen und Sonntagen ebenso, allerdings endet die Party dann bereits gegen 1 Uhr.

Für uns bedeutet das, dass wir mindestens 1-2 mal pro Nacht geweckt werden durch Gepolter von oben oder durch Getrampel im Hausflur, und zwar grundsätzlich immer zwischen 22 und 6 Uhr.

Unser Haus stammt aus den 50er Jahren und ist relativ hellhörig. Trotzdem bin ich der Meinung, dass dieses Verhalten nicht akzeptabel ist.

Wir haben bereits mit allen Beteiligten gesprochen: dem Sohn, der eigentlichen Mieterin, dem Vermieter.

Sohn und Mieterin haben Besserung versprochen, halten sich aber nicht dran, der Vermieter hat noch keine Reaktion gezeigt.

Was können wir also tun, um endlich wieder in Ruhe schlafen zu können?
Momentan sieht alles danach aus, als würde dieser Zustand noch einige Wochen anhalten.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Zunächst rate ich Ihnen, ein Lärmprotokoll anzufertigen, in welchem die Ruhestörungen protokolliert werden, um in einem eventuellen späteren Prozess ein Beweismittel zu haben. Das Lärmprotokoll sollte so genau wie möglich erstellt werden, also Datum, Tageszeit, Art des Lärms etc. beinhalten. Hilfreich ist es auch, wenn Sie Zeugen für die Ruhestörung haben, die das Lärmprotokoll unterzeichnen.

Weiterhin sollten Sie unter Zeugen mit dem Verursacher des Lärms sprechen und diesen auffordern, die Ruhezeiten einzuhalten bzw. die Ruhestörung abzustellen.

Gleichzeitig ist es ratsam, den Vermieter schriftlich unter Fristsetzung aufzufordern, gegen den Verursacher vorzugehen und diesem mitzuteilen, dass Sie von Ihrem Recht auf Mietminderung Gebrauch machen werden. Hierin sollte die Ruhestörung detailliert beschrieben werden und auch, inwieweit Sie dadurch im vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache eingeschränkt werden. Problematisch ist regelmäßig, um welchen Prozentsatz die Miete gemindert werden kann. Dies kann nicht einheitlich beurteilt werden, da dies von verschiedenen Gerichten unterschiedlich gesehen wird. Jedoch kann bei regelmäßiger nächtlicher Ruhestörung eine Minderung um 50% gerechtfertigt sein, wenn Sie deswegen nicht mehr schlafen können. Bei nur unregelmäßigen Ruhestörungen können auch weniger als 20% gerechtfertigt sein. Nach Ihrer Schilderung ist die Wohnung sehr hellhörig. Hier wird oftmals geprüft, ob dies ein Mangel der Wohnung ist, der von Ihrem Vermieter zu beseitigen wäre. In diesem Falle wäre eine Mietminderung von lediglich bis zu 20% angemessen. Vorliegend ist auch an einen Anspruch auf Unterlassung weiterer Störungen gegen den Verursacher zu denken.

Ich rate Ihnen, bereits jetzt einen Kollegen vor Ort aufzusuchen, um Ihre Rechte zu wahren. Zudem müsste vorliegend näher geprüft werden, ob u. U. ein eigener Anspruch gegen die Mutter des Lärmverursachers besteht.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort zunächst weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
(Rechtsanwältin)
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