Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nach der Scheidung : Kindesunterhalt, gemeinsames Haus, Nutzungsentschädigung

20.10.2008 22:49 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

nach drei Jahren Trennung wurde die Ehe zwischen meiner Ex-Frau und mir kürzlich geschieden, Rechtskraft seit August 08. Sie verblieb mit den Kindern im Einfamilienhaus, welches uns beiden zu je 50 % gehört. Der Hypothekenkredit wurde mit beiden Eheleuten abgeschlossen, er läuft in einem Jahr aus und wurde seit Beginn vor neun Jahren von mir bedient, auch über die Trennung hinaus bis heute.

Außer den Raten für Tilgung und Zinsen trage ich wie vor der Trennung weiterhin die Kosten für Gas, Wasser, Strom, Grundabgaben, Müllabfuhr und Wohngebäudeversicherung für das Haus, in dem Ex-Frau und die gemeinsamen Kinder leben.
Außerdem seit der Trennung zusätzlich meine eigenen Kosten für eine kleine Mietwohnung in der nächstgrößeren Stadt.

Darüber hinaus flossen keine Zahlungen von mir an meine ehemalige Ehefrau. Sie erwirtschaftet den sonstigen Lebensunterhalt für sich und die Kinder aus eigener Erwerbstätigkeit.

Im Zusammenhang mit dem Scheidungstermin machte die Anwältin meiner Frau im Juli 08 erstmals Kindesunterhalt ausdrücklich geltend und forderte mich zur Auskunft über meine Einkommensverhältnisse auf.

Diesem kam ich zeitnah nach und die Unterhaltsstufe der Düsseldorfer Tabelle ist zwischen beiden Parteien unstrittig.

Von Interesse für mich ist die folgende Frage : Die Summe der von mir monatlich getragenen Kosten des Hauses (das ich ja gar nicht mehr nutzen kann) entspricht ziemlich genau der Summe der für meine Kinder berechneten Unterhaltsansprüche.

Habe ich meine Unterhaltspflicht durch die Tragung der Hauskosten erfüllt ?

Oder wäre es anzuraten, alle Hauskosten von der Mutter meiner Kinder (die ja selbst im Haus lebt) tragen zu lassen und ihr dafür den berechneten Kindesunterhalt in Geld zu zahlen ?

Um des lieben Friedens willen habe ich bislang noch nicht eine Nutzungsentschädigung für die von mir nicht nutzbaren 50 % des Familieneigenheimes geltend gemacht.
Kann ich eine solche Nutzungsentschädigung jetzt nach Rechtskraft der Scheidung geltend machen - wäre das ggf. zeitlich begrenzt oder ginge das so lange, wie nicht Einvernehmen über die Übertragung meines Miteigentumsanteiles bzw. den Verkauf des Hauses erzielt worden ist ? (könnte mglw. noch Jahre dauern .... )

Kann ich meine Forderung aus Nutzungsentschädigung gegen den Unterhaltsanspruch aufrechnen ?

Vielen Dank im voraus für Ihre Informationen

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte Ihre Fragen auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Grundsätzlich haben Sie mit der Übernahme der Kosten für das Haus Ihre Unterhaltsverpflichtung gegenüber den Kindern nicht erfüllt, da der Kindesunterhalt, der der Befriedigung des Lebensunterhalts der Kinder dient, weitaus mehr umfasst, als lediglich die Wohnkosten.

Grundsätzlich kann auch auf den Kindesunterhalt nicht verzichtet werden.

Die Handhabung, die Kosten des Hauses durch die Kindesmutter tragen zu lassen und ihr dafür den Kindesunterhalt in einem Geldbetrag auszuzahlen wird der Unterhaltsverpflichtung zwar gerecht, macht die Angelegenheit jedoch komplizierter, als die jetzige Handhabung.

Gerade um solche Austauschansprüche zu vermeiden besteht die Möglichkeit der Aufrechnung.

Sie können den Kindesunterhalt mit den durch Sie zu tragenden Kosten für das Haus aufrechnen, da Ihnen grundsätzlich eine Nutzungsentschädigung in Höhe der ortsüblich zu erzielenden Vergleichsmiete zusteht, solange das Hausgrundstück mit in Ihrem Eigentum steht und Sie dieses selbst nicht bewohnen.
Auch die laufenden Kosten für die Nebenkosten wären auf Grund der tatsächlichen Nutzung durch Ihre Exfrau zu tragen.

Ein Anspruch auf Nutzungsentschädigung kann auch nach Rechtskraft des Scheidungsurteils geltend gemacht werden. Dieser Anspruch ist auch nicht zeitlich begrenzt, sondern besteht solange, wie das Hausgrundstück mit in Ihrem Eigentum steht.

Entweder es wird zwischen Ihnen und Ihrer Exfrau irgendwann eine Einigung über die Übertragung des Miteigentumsanteils geben oder aber ein Ehegatte kann einen Antrag auf Teilungsversteigerung stellen, durch die die Gemeinschaft bzgl. des Hauses aufgelöst wird, das Haus versteigert wird, die darauf lastenden Verbindlichkeiten an die Gläubiger gezahlt wird und der darüber hinausgehende Erlös zwischen Ihnen und Ihrer Exfrau aufgeteilt wird.

In einem solchen Fall ist darauf hinzuweisen, dass das Zusammenleben der Kinder in diesem Haus aus sozialen Gründen einer Teilungsversteigerung zunächst entgegen steht, diese jedoch auf Dauer nicht herausschieben kann.

Es ist jedoch zu empfehlen, dass lieber eine einvernehmliche Lösung erzielt wird.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70047 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle und fundierte Antwort bei einem komplexen Thema. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles bestens. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER