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Nach Wasserschaden umziehen für 64 T. in der leeren Nachbarswohnung - wer zahlt Miete


| 07.03.2005 16:49 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Hallo zusammen,

1.
habe erstmal eine Grundsätzliche Frage:

Nach einem Wasserschaden in meiner Eigentumswohnung im 1. OG, wurde der Mieterin eine gleichwertige Wohnung im 4. OG für die Dauer von 2 Monaten zur Verfügung gestellt. Angenommen die Miete der Nachbarswohnung wird von der Versicherung bezahlt, muss die Mieterin dann die Miete an mir weiterhin bezahlen?

Jetzt zu meinem Fall:
2.
Ich habe in der Zwischenzeit eine Zahlung von der Versicherung bekommen für den Zeitraum von 64 Tage in Höhe von 1352 Euro. Jetzt meint aber mein Hausverwalter, dass dieses Geld dem Vermieter der Wohnung vom 4. OG (Nachbarswohnung) gehört, nachdem ja das eigentl. Vertragsverhältniss mit mir und der Mieterin geschlossen wurde. Stimmt das? Soll ich jetzt dieses Geld dem Vermieter der anderen Wohnung überweisen?

3.
Die Mieterin hat mir aber für diese 64 Tage keine Miete bezahlt. Aber auch sonst keinem!? Ich habe der Mieterin jetzt eine Mietminderung von ca. 500 Euro gewährt, nachdem sie ja in diesen 64 Tagen in der Wohnung in dem 4. OG nicht zu 100 % vollwertig wohnen konnte (z.B. keine Bilder aufhängen, keine weiteren Möbel gekauft usw.). Ist diese Mietminderung, anhand des o.g. Schilderung in ordnung?

4.
Wenn ich tatsächlich jetzt die 1352 Euro an dem Eigentümer der 4. OG zahle und die Mieterin Ihre Miete bis auf die Mietminderung von 500,-- Euro zahlt, muss ich dann nicht die Minderung zumind. von der Hausversicherung bekommen, über die alles ((Schaden, Umzugskosten usw.) abgerechnet worden ist?

Ich hoffe, jemand hat eine Antwort auf die jeweilige Frage. Es muss nicht Großartig geschildert sein. Kurz, knapp, verständlich.

Vielen Dank im voraus.
Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Nun zu Ihren Fragen im Einzelnen:

1)
Der Mietvertrag bezieht sich ausschließlich auf die Eigentumswohnung im 1. OG. Sollte die Wohnung aufgrund des Wasserschadens nicht mehr bewohnbar sein, haben Sie auch keinen Anspruch auf die monatliche Miete, denn Sie können Ihrer Hauptleistungspflicht aus dem Mietvertrag nicht mehr nachkommen.
Da Sie der Mieterin aber eine Ersatzwohnung zu einem vereinbarten Mietzins zur Verfügung gestellt haben, müssen diese Kosten von der Gebäudesachversicherung übernommen werden. Dies im Hinblick auf die durch die Anmietung der Wohnung im 4. OG entstandenen Kosten.

2)
Da Ihnen die Mieterin im Wege des Schadenersatzes die Mietekosten für die Wohnung im 4. OG in Rechnung stellen kann, falls diese die Mietzahlung bisher geleistet hat (für das 4. OG), stellt sich die nunmehrige Zahlung Ihrer Versicherung als Schadenersatz für den Schaden dar, welchen Sie wegen der Schadenersatzforderung der Mieterin erlitten haben.

Nochmals vereinfacht:

Die Mieterin muss wegen des Wasserschadens nun Miete an den Vermieter des 4. OG zahlen.

Diese Mietzahlung ist von Ihnen als Schaden zu übernehmen.

Dafür haben Sie eine Versicherung, welche den Schaden übernimmt.

Insofern haben Sie den Schadenersatzbetrag der Versicherung entweder an die Mieterin oder den Vermieter des 4. OG asuzukehren. Letzteres, falls dieser noch keine Miete von der Mieterin erhalten hat, wie von Ihnen geschildert.

3)
Der Anspruch auf Miete besteht wegen der zur Verfügung gestellten Wohnung im 4. OG weiter. Eine Minderung kommt in Frage, soweit die Wohnung im 4. OG nicht gleichwertig ist. Sie geben dies in Ihrer Schilderung an. Ich weiß allerdings nicht, wie hoch die eigentlich vereinbarte Nettomiete ist und kann daher die von Ihnen erwähnte Mietminderung nicht einordnen. Ich denke jedoch eine Minderung von 10 Prozent der Nettokaltmiete wird angemessen sein.

4)
Der Mietausfall wird wohl durch die Versicherung getragen werden. In den meisten VBG (Versicherungsbedingungen) heißt es dazu:

"Mietwert bzw. Mietausfall werden jedoch höchstens für 12 Monate (in neueren VGB bis 18 Monate) nach Eintritt des Versicherungsfalls gezahlt unter der Voraussetzung, dass es sich nicht um gewerblich genutzte Räume handelt."

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de




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