Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nach Trennung Kosten für Hochzeit erstatten?

| 02.03.2011 16:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Guten Tag,

ich erhoffe mir eine Entscheidungshilfe und Argumentationsgrundlage durch ihre Unterstützung.

Details:

Im September 2010 habe ich meinen langjährigen Lebenspartner geheiratet. Bereits wenige Wochen später wurde mir klar, dass ich einen großen Fehler gemacht hatte. Nach einigen Wochen der Diskussion und Uneinigkeit über unsere gemeinsame Zukunft habe ich mich Mitte Dezember 2010 von ihm getrennt.

Während unserer Partnerschaft sind wir die meiste Zeit gependelt und jeder hat die Kosten für die eigenen vier Wände und seinen Lebensunterhalt bestritten. Größere Kostenüberschneidungen gab es lediglich bei einem Autokauf und den Hochzeitsfeierlichkeiten. Wir sind beide berufstätig, das Einkommen meines Mannes beträgt ca. das 2,5fache meines eigenen Einkommens.

An den Gesamtkosten des Familienautos (15.000 €) hat mein Mann sich mit 6.000 € beteiligt, genutzt habe ich das Fahrzeug allerdings zu 90% selbst und es ist auch auf mich zugelassen. Die Kosten der Hochzeit hat mein Mann zu ca. 75% getragen, da er wesentlich mehr verdient als ich. Da die Trennung von mir ausging, verlangt er nun von mir die 6.000 € des Autos und 100% der Hochzeitskosten (ca. 12.000 €) zu tragen (ggf. auch die Hälfte). Als Alleinverdiener wäre dies für mich untragbar.

Fragestellung:

Welche Schritte sind bereits vor Ablauf des Trennungsjahres von mir zu erledigen, um die Scheidung nicht unnötig in die Länge zu ziehen?

Welche Kosten des Autos und der Hochzeit muss ich gesetzlich meinem Mann erstatten? Sicherlich möchte ich einen Teil der Kosten gern tragen aber was kann er tatsächlich von mir verlangen? Schließlich haben beide auf dem Standesamt „ja" gesagt und nicht nur Eine(r).

Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung

Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Fragen auf der Grundlage Ihrer Angaben wie folgt.

1.) Welche Schritte sind bereits vor Ablauf des Trennungsjahres von mir zu erledigen, um die Scheidung nicht unnötig in die Länge zu ziehen?

Eine Scheidung nach Ablauf einer Trennungszeit ist möglich, wenn beide Ehepartner dies so wollen, das andere Teil also der Scheidung zustimmt, § 1566 Abs. 1 BGB. Stimmt der andere Teil der Scheidung nicht zu, gilt die Ehe nach Ablauf einer Trennungszeit von drei Jahren als gescheitert, § 1566 ABs. 2 BGB. In beiden Fällen wird das Scheitern der Ehe unwiderlegbar vermutet.

Vor Ablauf der Trennungszeit ist eine Scheidung nur in Ausnahmefällen möglich, z. B. bei Schwangerschaft von einem neuen Partner. Gründe für eine Annullierung der Ehe liegen nach Ihren Angaben nicht vor.

Wichtig ist, dass der Zeitpunkt der Trennung dokumentiert wird für den Fall, dass es später hierüber Streit geben könnte. Wenn ein Partner aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und in eine eigene Wohnung gezogen ist sowie sich umgemeldet hat, reicht dies aus. Bei einer Trennung innerhalb der Ehewohnung, oder wenn noch gar keine gemeinsame Wohnung bestanden hat, sollte man mindestens ein gemeinsam unterzeichnetes Papier anfertigen, das den Trennungszeitpunkt festhält. Man kann auch den Trennungszeitpunkt durch einen Einschreibebrief an den anderen Partner dokumentieren.

Zur Vorbereitung der Scheidung gehört es, die Heiratsurkunde in Händen zu haben. Diese muss dem Familiengericht vorgelegt werden, spätestens in der mündlichen Verhandlung.

Um die Scheidung rechtzeitig beantragen zu können, sollte etwa drei Monate vor Ablauf des Trennungsjahres ein Rechtsanwalt aufgesucht werden zwecks Mandatserteilung.

2.) Welche Kosten des Autos und der Hochzeit muss ich gesetzlich meinem Mann erstatten? Sicherlich möchte ich einen Teil der Kosten gern tragen aber was kann er tatsächlich von mir verlangen?

a) Kosten der Hochzeit
Grundsätzlich gibt es keinen Anspruch auf Ersatz der Kosten einer Hochzeit im Falle der Scheidung. In Ausnahmefällen, also z. B. bei Annullierung der Ehe wegen Täuschung, kann das anders sein.
Allerdings ist es möglich, dass die Vermögenswerte der Eheleute durch die Hochzeitskosten verändert wurden, so dass es zu einem Ausgleich im Wege des Zugewinnausgleiches kommen kann. Hierzu später noch etwas mehr.

b) Kosten des Autos
Hier gilt, dass das Auto grundsätzlich beim Eigentümer verbleibt. Nach Ihren Angaben kann ich nur vermuten, dass Sie das sind. Auch hier wird dann nur ein Ausgleich über den Zugewinn erfolgen.

c) Zugewinnausgleich
Nachdem Sie nichts davon erwähnen, dass ein Ehevertrag mit einer Regelung der Güterrechtsverhältnisse geschlossen worden ist, gehe ich davon aus, dass Sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben. Dies bedeutet, dass jeder Ehegatte sein eigenes Vermögen behält und auch neu erworbenes Vermögen während der Ehe bei dem jeweiligen Partner verbleibt.
Es findet dann nur ein Ausgleich in der Weise statt, dass der Vermögenszuwachs während der Ehezeit (Stichtage sind der standesamtliche Hochzeitstag und der Tag der Zustellung des Scheidungsantrags) für jeden Ehegatten getrennt ermittelt wird. Wer mehr an Zugewinn hat, muss die Hälfte der Differenz an den anderen ausgleichen. Das Verfahren findet nur auf Antrag eines Ehegatten statt, § 1363 BGB ff. Zu beachten ist, dass auch vorhandene Schulden bei Eingehung der Ehe hier berücksichtigt werden, § 1374 BGB.

Nach Ihrer Schilderung ist das Auto ein Vermögensgegenstand, welches Ihnen zugerechnet wird. Die entsprechende Vermögensveränderung durch den Kauf wird sich also bei Ihnen und Ihrem Mann auswirken.
Das Gleiche gilt dann auch für den Einsatz vorhanden gewesenen Vermögens für die Kosten der Hochzeit. Hier kann es zu einer Verringerung des Vermögens des zahlenden Partners gekommen sein.

Wenn Sie bereits jetzt einen Vertrag über die Vermögensauseinandersetzung für den Fall der Ehescheidung schließen wollen, so müssten Sie dies vor einem Notar tun. Hier kann dann geregelt werden, dass eine festzulegende Summe ausgeglichen werden und ansonsten auf den Ausgleich des Zugewinns verzichtet werden soll.
Wenn Sie diesen Weg gehen wollen, so sollten Sie und Ihr Mann dies alsbald tun. Ansonsten kann aber auch im Scheidungsverfahren ein Vergleich über den Zugewinn geschlossen werden.

Konkret kann ich Ihnen nur anraten, wenn Sie das Auto behalten, dem Mann die 6000,00 EUR zu erstatten, ggf. in Raten.
Bezügl. der Hochzeitskosten sehe ich derzeit keinen Anlass zur Kostenerstattung. Hier hat jeder nach seinen Möglichkeiten in die gemeinsame Zukunft und die Feiern investiert. Ob Sie freiwillig etwas anbieten, steht Ihnen frei.

Ich hoffe, ich habe Ihre Fragen hinreichend klar beantwortet. Bitte beachten Sie, dass Grundlage hierfür Ihre Angaben sind und deshalb weggelassene Informationen zu einer anderen Einschätzung führen könnten. Über eine Bewertung, falls Sie mögen, würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 03.03.2011 | 08:34

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 03.03.2011 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70666 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Klare verständliche Antwort. Besser geht es nicht. Danke! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Super. Danke. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Innerhalb einer Stunde hatte ich meine Antwort die mir wirklich weiterhilft. Herzlichen Dank dafür ...
FRAGESTELLER