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Nach Testamentseröffnung

| 25.10.2013 19:36 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


12:57

Meine Mutter ist vor einigen Wochen verstorben. Sie war in zweiter Ehe verheiratet,Sie und ihr
Ehemann (er ist nicht mein leiblicher Vater) haben bei einem Notar ein gemeinschaftliches Testament erstellt.

Heute erhielt ich vom Nachlassgericht eine Kopie über das Testament und Eröffnungsprotoll
aus dem sich für mich einige Frage ergeben.

Zitat Anfang------------------------------------------------------------------------------------
1) Meine Mutter erklärte:
zu meiner alleinigen und unbeschränkten Erbin berufe ich meine Tochter aus erster Ehe
(Anm.: damit bin ich gemeint), sollte mein Kind vor mir versterben und Abkömmlinge
hinterlassen, so sollen diese als Ersatzerben an Ihre Stelle treten.
Durch diese Anordnung soll keine Vor und Nacherbschaft begründet werden.

2) Wir vermachen uns gegenseitig als unseren gesetzlichen Geldplichtteil:
a) an dem gesamten Nachlaß des Erstversterbenden von uns
den unentgeltlichen Nießbrauch nach Maßgabe der Bestimmungen der §§1030 ff. BGB ,
welcher gegebenenfalls auf Verlangen des jeweiligen Nießbrauchsberechtigten jederzeit
im Grundbuch auf seine Kosten einzutragen ist,
b) das gesamte bewegliche Vermögen- z.B Bargeld, Bank, Spar und Bausparguthaben
außenstehende Forderungen, sämtlich fällig werdenden Versicherungen, Wäsche,
Bekleidung- überhaupt den gesamten Hausrat mit allem Mobilar und
Einrichtungsgegenständen.
c) ferner ernennen wir uns gegenseitig zum Testamentsvollstrecker über den gesamten
Nachlaß des Erstversterbenden von uns unter Befreiung von den gesetzlichen
Beschränkungen insbesondere auch der des §181BGB.
Aufgrund dieser Testamentvollstreckung ist der Überlebende von uns jeweils berechtigt,
daß ihm vorvermachte Nießbrauchsrecht auf eventuellem Grundbesitz des
Erstverstorbenen grundbuchlich abzusichern.

d) Unter Berücksichtigung der vorstehend getroffenen wechselseitigen Vermächtnisse verzichtet hiermit jeder von uns - beide mit Wirkung für sich und seine Abkömmlinge- wegen des Nachlasses des anderen auf alle gesetzlichen Erb- und Pflichtteilsrechte.
Wir nehmen hiermit diesen Erb und Pflichtteilsverzicht wechselseitig an.
Uns ist bekannt, daß dieser Erb und Pflichtteilsverzicht endgültig ist und nicht widerrufen werden kann

Weitere Verfügungen von Todes wegen wollen wir heute nicht treffen. Insbesondere verzichten wir auf die Aufnahme einer Wiederverheiratungs- und Pflichtteilsklausel.
Zitat Ende-----------------------------------------------------------------------

Meine Fragen:
1) Wie ich das Testament verstehe haben sich meine Mutter und mein Stiefvater gegenseitig
als Erben eingesetzt. Was bedeutet dann aber der erste Satz in dem Testament, das ich in
dem Gemeinschaftlichen Testament der beiden Eheleute als alleinige und unbeschränkte Erbin genannt wurde? Habe ich jetzt geerbt oder Erbe ich vielleicht erst zu einem späteren
Zeitpunkt ? Geldvermögen ist keines , nur ein kleineres älteres Haus ist vorhanden.

2) Muss ich jetzt nach Erhalt dieses Testament u Eröffnungsprotokolls, bei deren Eröffnung gemäß §348II keine Beteiligten geladen wurden, irgendetwas unternehmen?





25.10.2013 | 20:16

Antwort

von


(407)
Otto-von-Guericke-Str. 53
39104 Magdeburg
Tel: 0391-6223910
Web: http://kanzleifamilienrechtmagdeburg.simplesite.com
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Ich möchte Ihnen zunächst mein ausdrückliches Beileid aussprechen.

Sie sind nach dem Testament der Mutter bereits jetzt Alleinerbin geworden.

Allerdings hat der 2. Ehemann in den gesamten Nachlass das Nießbrauchsrecht, er ist also berechtigte die Früchte aus dem Nachlass zu ziehen und hier insbesondere das Haus weiterhin bis zu seinem Tod zu nutzen. Beim Nießbrauchsrecht ist er im übrigen auch berechtigt, sollte er das Haus selbst nicht nutzen wollen, dieses der Vermietung zuzuführen und die Miete hierfür zu vereinnahmen.

Letztendlich sind Sie Alleinerbe nach Ihrer Mutter, der 2. Ehemann der Mutter darf aber das Vermögen der Mutter bis zu seinem Tode weiter nutzen.

Sie können jetzt mit dem eröffneten Testament das Grundbuch der Immobilie umschreiben lassen, so dass Sie hier als Eigentümer eingetragen werden. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm (Az.: 15 W 248/13 )ist hierfür kein kostenpflichtiger Erbschein notwendig.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Tobias Rösemeier
Fachanwalt für Familienrecht

Rückfrage vom Fragesteller 26.10.2013 | 12:36

Vielen Dank für die Information und die Anteilnahme.
Eines ist mir noch unklar geblieben:
MUSS ich jetzt unbedingt was unternehmen z.B. MUSS ich das Haus
unbedingt JETZT umschreiben lassen, MUSS ich einen Erbschein oder irgendwas beantragen oder fällt mir das Erbe nach dem Tode des Nießbrauchers, also dem 2. Ehemannen meiner Mutter und nicht leiblichen Vaters dann später automatisch zu ?
Das wäre mir natürlich lieber um meinen Stiefvater nicht auch
noch mit der Umschreibeung etc. damit zu belasten.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.10.2013 | 12:57

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne nehme ich zu Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung.

Sie müssen nicht unbedingt etwas unternehmen, das Testament wurde eröffnet und Sie wurden hier als Alleinerbe festgestellt.

Eine Umschreibung der Immobilie wäre unter Vorlage des Testaments möglich. Sie müssen nicht sofort die Umschreibung beantragen. Ich muss allerdings darauf hinweisen, dass die Umschreibung im Grundbuch nur 2 Jahre nach dem Erbfall kostenfrei ist, danach fallen dann Gebühren an.

Die Umschreibung der Immobilie können Sie auch ohne Zuhilfenahme des Stiefvaters vornehmen, so dass er damit nicht belastet wird.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 26.10.2013 | 13:03

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