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Nach Onlineverkauf undnBezahlung Konto gesperrt

| 10.11.2011 07:06 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe im Rahmen einer eBay-Auktion eine Rolex-Uhr mit Echtheits-Zertifikat und Uhrenbox zum Preis von 3300 € verkauft deren Auktionsende am 11.10.2011 datiert ist.

Der Käufer hat an mich während laufender Auktion vor dessen Gebotsabgabe per eMail mehrere Kontaktaufnahmen in Verbindung mit Anfragen zum Artikel gestellt und hierbei unter Anderem nachgefragt ob es möglich wäre, dass ich den Artikel nach Kauf doch per PayPal an ihn versende.
Ich lehnte dies aus mehreren mir vorliegenden persönlichen Gründen ab, welche mit dem Ruf dieses in Luxemburg ansässigen Bezahldienstleisters begründet sind und verwies auf die nach den "eBay"-Grundsätzen übliche Vorgehensweise aus denen eindeutig hervorgeht, dass ein Artikel von einem Verkäufer erst nach Zahlungseingang seitens des Käufers versendet wird worauf von mir bei vorliegendem Verkauf auf diese übliche Verfahrensweise auch bestanden wird...

Der Interessent meldete sich auf diese Nachricht daraufhin zunächst einmal nicht mehr und ich ging davon aus, dass für diesen das Interesse aufgrund der zugrunde liegenden Verkauf-Abwicklung erloschen ist.
Zu meiner Überraschung meldete sich dieser nach zwei Tagen dann plötzlich doch wieder, willigte der auch laut eBay-Auktion ausdrücklich von vorneherien bekannten Verkaufsabwicklungsbedingungen ein und fragte ob er somit nun die Sofortkauf-Option tätigen könne.

Ich teilte ihm mit, dass er dies selbstverständlich machen könne, da ja sämtliche bez. der abgehaltenen Erstanfrage noch offenstehenden Detailfragen hinsichtlich des Verkaufes ja geklärt wären....

Nachdem vom Käufer der "Sofortkauf-Button" betätigt wurde und ich diesem meine Bankdaten zur Überweisung des Kaufpreises zukommen liess, erwartete ich in den darauffolgenden Tagen den Geldeingang, welcher allerdings auf sich warten liess.

Nach einigen Tagen des Ausbleibens etwaigen Zahlungseingangs kontaktierte ich den Käufer und anfragte bei ihm an ob er das Geld denn bereits überwiesen hätte, woraufhin mir dieser zu meiner Überaschung mitteilte, dass er es sich jetzt doch anders überlegt hätte und man ihm dazu geraten hat "an jemanden Geld anzuweisen ohne zuvor die Ware in Besitz zu haben.....??

Nach den Hinziehereien in den letzten Tagen und mittlerweile ein wenig erzürnt vermittelte ich dem Käufer, dass dies allerdings seit nunmehr über 15 Jahren das Prinzip dieser Auktions-Plattform wäre und wem dieses nicht zusagt sich bei zu tätigenden Einkäufen doch besser in ein traditionellen Warenkaufhaus begeben solle, anstelle sich auf dieser Plattform als mitwirkendes Mitglied anzumelden um anschliessend an deren Handelsprinzipien "herumzurütteln" und dem Vertragspartner als Folge hieraus resultierender Unstimmigkeiten nach einem zustandegekommenen Vertragsabschluss unnötige Aufwendungen zu bereiten.

Nachdem sich mein erster Ärger ein daraufhin wenig gelegt hatte bot ich dem Käufer aus Kulanz und im Rahmen eines grosszügigen Entgegenkommens als Lösung an, ihm den Artikel per Nachnahme zuzusenden auf dessen Vorschlag dieser sogleich einging. Bei dieser Abwicklungsweise ergiebt sich zwar die Begleiterscheinung, dass es manchmal bis zu zwei Wochen dauern kann bis das Geld von der Post an den Versender dann überhaupt überwiesen wird, nahm dies allerdings in Kauf in der Annahme, dass beide Seiten nach zwischenzeitlich auftretender Unstimmigkeit am Ende letztenendes dann doch zufrieden seien und die Transaktion zu beidseitiger Zufriedenheit zu einem Abschluss gebracht werden könne.

Am 2.11.2011 ging der Kaufpreis der Uhr auf dem Konto ein woraufhin ich am 3.11.2011 drei kleine anstehende Überweisungen in Höhe von insgesamt ca. 400 @ ausführte.

Als ich am darauffolgenden Tag zu später Stunde für einen im Netz gekauften Kleinartikel einen Betrag in Höhe von 8 € anweisen wollte, erschien nach Erhalt und Eingabe der beantragten SMS-Pin nach dem Absenden auf dem Monitor die Meldung, dass "die Überweisung leider nicht ausgeführt werden könne, da die ausreichende Deckung des Kontos für diese nicht vorliegt", obwohl aber doch knapp 3000 € als Guthaben auf dem Konto sowohl verbucht als auch ersichtlich waren....??

An dieser Stelle möchte ich vorab darauf hinweisen, dass es sich hierbei um ein reines Onlinebanking-Konto ohne Bankschalter und dergleichen handelt...

Nachdem ich zunächst an eine vorübergehende Störung auf der Seite des Onlinebankings gedacht habe beschloss ich diese nicht ganz so eilige Überweisung am nächsten Tag zu tätigen.
Nachdem diese mir zu diesem Zeitpunkt völlig unerklärliche Störung am darauffolgenden Freitag immer noch nicht behoben hat, habe ich bei der Hotline der zuständigen Bank angerufen um die Ursache hierfür in Erfahrung zu bringen. Bei diesem Telefonat wurde mir seitens des Mitarbeiters mitgeteilt, dass das Konto gesperrt sei, den Grund hierfür nicht nennen kann, vielmehr er diesen zwar eigentlich schon kenne aber nicht sagen dürfe....??, die Fachabteilung hierfür zuständig sei....und ich doch bitte am Montag anrufen solle, da sich sämtliche zuständigen Mitarbeiter bereits im Wochenende befinden würden....

Nachdem ich mir das ganze Wochenende über den Kopf darüber zerbrach was der Grund für mein gesperrtes Konto sein könne und ich hierbei zu keinsterlei Ergebnis kam, rief ich sowohl am Montag als auch Dienstag wiederholtermassen erfolglos bei der Hotline an und wurde an diesen beiden weiteren aufreibenden Tagen mehrmals mit der Begründung abgewiesen, dass erneut keine von der Fachabteilung hierfür zuständige Person anwesend wäre.

Nachdem ich am darauff. Mittwoch bei meinem getätigten Anruf erneut "abgekanzelt" werden sollte bestand ich unter Verweisung darauf, dass ich mich doch legitimiert hätte und dass ich als Kontoinhaber nach derart vielen Tagen in einem derartigen Fall doch ein Anrecht auf Auskunft hätte.
Zudem betonte ich, dass es sich hierbei nicht um eine nebensächliche Anfrage, sondern um eine handfeste Angelegenheit wie verweigertem Zugriff auf mein Guthaben mit für mich möglichen weiteren unangenehmen Folgekonsequenzen ginge, welche es baldmöglichst darum ginge aufzuklären....

Die Dame der Hotline bat mich daraufhin kurz in der Leitung wartend zu verweilen was ich bei 10 Minuten eingespielter Musik auch tat.
Allem Anschein nach der während dieser Zeit "hinter den Kulissen" abgehaltenen Gesprächen teilte mir die Dame dann mit, dass "per Post ein Schreiben zu mir auf den Weg gebracht sei aus welchen ich dann Alles entnehmen könne".

Als ich den Brief öffnete musste ich bei dessen Durchslesen zur Kenntnis nehmen, dass die Bank "die Geschäftsbedingungen gemäss......, usw., usw. mit mir aufkündigt" und ich ihr ein Referenzkonto zur Anweisung des auf dem Konto bestehenden Guthabens zukommen lassen solle.
Eine Begründung hierfür oder etwaige "zu entnehmende Begründungen" waren entgegen den "Auskünften" der Telefonistin hierbei jedoch nicht enthalten in dessen Konsequenz ich zunächst die Welt nicht mehr verstand was sich aber am selben Tage noch ändern sollte....:

Als ich mich einige Stunden später unter meinem eBay-Namen einloggte musste ich feststellen, dass von seitens des Käufers in meinem Profil ein eBay-interner Fall bez. Unstimmigkeiten mit einem eBay-Vertagspartner des Käufers eröffnet wurde welchen folgenden Wortlaut enthielt:

"Die Uhr war ein billiges Plagiat. Der Verkäufer hat ein Rolex Zertifikat einer anderen Uhr und eine Rolex Box mit dem Artikel zusammen verkauft um dessen Echtheit vorzutäuschen. Die Polizei ist eingeschaltet, das Gericht hat einen Arrestbefehl für das per Nachnahme gezahlte Entgelt in Höhe von 3300,00€ erlassen. Klage bei Gericht wurde bereits eingereicht. "

Ich war wie vor den Kopf gestossen und begann allmählich zu begreifen, dass ich höchstwahrscheinlich auf einen die ganze Zeit über überaus raffiniert abgehaltenen Betrug in Verbindung mit der Vom Käufer eingeleiteten Zick-Zack-Kurs-Kommunikation im Bezug auf die anschliessende Verkaufsabwicklung hereingefallen war, mit derem eingeleitetes Vorgehen von Anbeginn an das Ziel stand, sich als Käufer auf diese Weise sowohl die Ware als auch den Kaufpreis zu eigen machen zu können und dies obwohl der Kaufpreis bereits entrichtet war.

Nachdem ich mir über die ganzen von Anbeginn sich zugetragenen Abläufe Gedanken machte, wurde ich mir dann auch über den Umstand im Klaren weshalb der Käufer auf meinen Vorschlag hinsichtlich des Nachnahme-Versands sofort einging, wenn gleich dieser bei derartigem Verfahren doch eigentlich überhaupt keine Sicherheit im Bezug auf einen mängelfreien Erhalt der Ware hatte deren Bedenken er zuvor im Bezug auf eine eventuelle Vorabüberweisung noch geäussert hatte und diese dann ausgerechnet im Falle eines Nachnahmeversandes plötzlich über Bord warf.....
Wenn man hierbei Überlegungen anstellt passte diese Verkaufabwicklung im Wissen des im Aschluss notwendigen Fortfahrens als Eventualität ebenfalls in dessen Plan und wie man hierbei bei Beabsichtigung einer solchen Tat vorzugehen hat in Form von Erstellen falscher Behauptungen um zu Unrecht an sein bezahltes Geld wieder zu gelangen zeigt sich in diesem Falle.

Die Situation stellt sich nach intensivster Überlegung für mich wie folgt dar:

Da vom Käufer laut im eBay-Schlichtungsprofil festgehaltenen Bemerkung "ein Beschluss seitens des Amtsgerichtes bezüglich des per Nachnahme" vorliegt, wurde in der vergangenen Woche das Konto gesperrt, mir der Zugang zu dem vorhandenen Guthaben verwährt und zu guter Letzt aufgrund dieser Behauptungen gekündigt.

Da die Uhr von mir höchstselbst gekauft wurde und auch in der Zeit während meines Besitztums von drei unterschiedlichen Fachleuten auf Echtheit überprüft und auch als Original deklariert wurde nehme ich an, dass der Käufer nach Erhalt die Uhr gegen eine Fälschung ausgetauscht haben muss und sich daraufhin mit diesem nachgebauten Modell zu einem Juwelier aufgemacht haben muss unter dessen Vorlage er sich von dem Sachkundigen dann eine vorliegende Fälschung bestätigen liess mit welcher sich der Käufer dann daran machte und in der Endkonsequenz das Ziel verfolgte den entrichteten Kaufpreis unter Miteinbeziehung eines Rechtsanwaltes in Verbindung mit einer einstweiligen Blockierung des Kontos wieder einzuheimsen.

Das Ganze ist wie man zugeben muss eigentlich ein genialer Plan.
Der Sachverhalt stellt sich jedoch völlig gegenteilig dar und ich bin aufgrund der Ereignisse, welche sich in den letzten Tagen zugetragen haben mit den Nerven völlig am Ende.

Insbesondere frage ich mich wie es sein kann, dass gegen mich in Form von einer Kontosperrung und sogar deren Kündigung derartig gravierende Schritte eingeleitet werden können ohne dass dem Betreffenden zwischenzeitlich die Möglichkeit gegeben wird sich eventuell zu dem Vorwurf äussern zu können und für die Richtigstellung seine Sicht darlegen zu können.
Wäre ich bei den telefonischen Nachfragen bei meiner Bank in den letzten Tagen nicht so hartnäckig geblieben, so würde ich wahrscheinlich noch in den nächsten Wochen über die Gründe der Kontosperrung in Unkenntnis gelassen werden.....

Ich komme mir in diesem Fall vor wie in einem schlechten Film und fühle mich wie ein Beschuldigter, welcher in einem Gerichtsverfahren zugrunde liegender falscher Anschuldigungen abgeurteilt wird ohne hierzu in irgendeiner Form angehört zu werden zumal dies für mich, welcher die ganze Zeit über in all diesen Abläufen unbefragt blieb, bereits jetzt gravierende Konsequenzen zur Folge hat....

Meine Frage lautet:
Wie soll ich in dieser konfusen Sachlage nun am Besten vorgehen ?

Wie kann ich entgegen den Behauptungen meines eBay-"Vertragspartners" jetzt nachweisen, dass hinsichtlich dessen erstellten Behauptungen schlichtweg erlogen und fingiert sind, meine Ausführungen hierzu der Wahrheit entsprechen und ich hierdurch zu dem mir hierbei bereits widerfahrenen Schaden als eigentlich Geschädigter in ungerechtfertigter Weise zusätzliche Probleme auferhalst bekomme.... ??
Insbesondere würde ich gerne wissen wie ich schnellstmöglich an den auf meinem Konto gebuchten Geldbetrag erhalte, bezüglich dessen seitens der Bank im Kündigungsschreiben mir gegenüber zwar die Bereitschaft geäussert hatte das Geld an mich zu überweisen, in dessen Verbindung seitens des Käufers allerdings die Notiz vermerkt ist, dass aufgrund einer vorliegenden "Fälschung" ?? das entrichtete Geld angeblich durch das Amtsgericht festgesetzt wurde.
Ist dies aufgrund einer schwammigen und fingierten Behauptung bzw. basierend auf einem Verdachtgrund ohne zunächst erfolgter Anhörung der anderen Seite überhaupt so einfach möglich ?

Zu allem Überfluss stehe ich kurz vor dem Malheur gegenüber meiner Vermieterin die zweite Monatsmietzahlung schuldig zu bleiben, welche ich von diesem nun eingefrorenen Geldbetrag eigentlich begleichen wollte.
Die Monatsmietzahlung ist immer an jedem 15en eines Monats fällig worauf ich in fünf Tagen aufgrund zweier aufeinander nicht gezahlter Mietleistungen Gefahr laufe, hinsichtlich meiner Mietwohnung Anlass dafür zu geben die Kündigung für diese zu erhalten.

Ich bitte hinsichtlich des aktiv werdens in dieser Angelegenheit um einen juristischen Ratschlag und bedanke mich im Voraus.

Guten Morgen,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der von Ihnen dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Soweit ich aus Ihren weitschweifigen Ausführungen entnehmen kann, hat die Gegenseite eine Uhr in Besitz, von dem sie behauptet, dass es sich um eine Fälschung handelt.

Mit dieser Behauptung hat die Gegenseite anscheinend einen so genannten Arrest erwirkt, vgl. §§ 916 ff ZPO, in dessen Vollzug Ihr Konto gesperrt worden ist.


Ein solcher Beschluss ist in der Tat ohne Ihre vorherige Anhörung zu erwirken allein aufgrund eines glaubhaft gemachten Arrestgrundes und Arrestanspruches. Der Gegner wird vermutlich dem Gericht eine gutachterliche Bescheinigung darüber vorgelegt haben, dass die Uhr eine Fälschung ist.

Dass er diese Uhr von Ihnen erhalten hat, wird er an Eides statt versichert haben.

Da es sich bei einem solchen Arrest lediglich um eine vorsorgliche Maßnahme handelt, die keine Endentscheidung darstellt, reicht diese Glaubhaftmachung aus.

Dieser Beschluss muss auch Ihnen zugestellt werden, dies wird sicherlich in den nächsten Tagen geschehen.

Gegen den Beschluss können Sie nach § 924 ZPO Widerspruch einlegen. In diesem Widerspruch haben Sie die Gründe darzulegen, die Sie für die Aufhebung des Arrestes geltend machen wollen.

Damit kommen wir zur materiellrechtlichen Seite:

Wie Sie ja selber schon vermuten, wird die Gegenseite die echte Uhr gegen eine Fälschung ausgetauscht haben.

Damit sind Sie in die Verpflichtung gesetzt worden, nachzuweisen, dass die gefälschte Uhr nicht die Uhr ist, die Sie per Nachname an die Gegenseite gesandt haben.

Es wäre sicherlich hilfreich, wenn Sie über Gutachten und/oder Belege für eine echte Uhr verfügen, insbesondere dann, wenn darin die Seriennummer der Uhr festgehalten ist.

Wenn es wirklich hart auf hart kommt, und Sie keinen Zeugen dafür haben, dass Sie die Originaluhr versandt haben, sind Sie in Beweisnot.

Zwar ist es grundsätzlich so, dass ein Käufer, der sich auf Mängel beruft, diese auch beweisen muss.

Hier ist es aber so,dass der Gegner, falls er, wie Sie vermuten, kriminell vorgeht, sicherlich eine gefälschte Uhr vorlegen wird mit der Bemerkung, diese gefälschte Uhr von Ihnen erhalten zu haben.

Angesichts der Komplexität der Sache und der rechtlichen Problematik können sollten Sie dringend vor Ort anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen und auch überlegen, kurzfristig gegen den Käufer Strafanzeige wegen Verdachts des Betruges zu erstatten.

Ferner müssten Sie überlegen, wie Sie nachweisen können, dass Sie eine Originaluhr besessen haben und das Sie diese Originaluhr per Nachname abgesandt haben.


Hinsichtlich der ausstehenden Miete sollten Sie zumindest einen Teilbetrag zahlen, damit am 15.11.2011 kein Rückstand mit zwei vollen Mieten vorliegt. Dann wäre auch kein Kündigungsgrund gegeben.


Mit freundlichen Grüßen


Nachfrage vom Fragesteller 10.11.2011 | 10:29

Sehr geehrter Hr. Otto,

vielen Dank für die kompetente Beantwortung meiner Frage welche mir einiges verdeutlicht hat.

Ich habe nach dem Versenden der Uhr für diese leider keine Unterlagen mehr vorliegen, da ich dem Käufer alle dazugehörigen Dokumente beigefügt habe.
Selbstverständlich kann ich den Beleg, dass ich die Uhr (versichert bis 25.000 €...) versendet habe ebenso vorweisen

Den einzigen sozusagen Beleg, dass ich die Uhr in meinem Besitz hatte stellen jetzt lediglich noch die in der Verkaufs-Auktion ersichtlichen Bilder dar.
Während der Auktion hätte der Käufer zudem auch die Möglichkeit gehabt die Uhr während der über mehrere Tage laufenden Auktion die Möglichkeit gehabt vor Abgabe des Gebotes persönlich in Augenschein zu nehmen dessen Angebot dieser nicht wahrgenommen hat, womit eben derartige nachträgl. aufgekommenen Situationen eigentlich auch von vorneherein hätten ausgeschlossen werden können....
Bei einem solchen Kaufpreis wäre eine Vorabbesichtigung sicherlich auch empfehlenswert gewesen und sowohl an diesem Beispiel als auch anhand vieler weiterer Details kann man am Verhalten des Käufers eigentlich ersehen, dass es ihm bei dieser Transaktion um alles Mögliche gegangen ist, nur nicht um die reibungslose Abwicklung und den Vollzug eines korrekten Kaufes.......

Dass trotz seitens des Käufers unmittelbar vor Betätigung der Gebotsabgabe eine Zusage bezüglich der Abhaltung des Verkaufes per Vorabüberweisung erfolgt ist und ebenso unmittelbar darauf wieder auf Abwicklung per Paypal bestanden wurde, über dessen Verfahren für einen Käufer die Möglichkeit gegeben ist den Artikel ohne Vorlage etwaiger Beweise für eine derartige Behauptung darlegen zu müssen und damit der hierdurch gegebene Umstand entsteht, dass der vorübergehend eingefrorene Geldbetrag durch Paypal daraufhin wieder an den Käufer zurückgesendet wird, lässt sich doch ebenfalls ersehen, dass der Käufer es mit seinen binnen zwei Tagen vollzogenen dreimaligen Kehrtwendungen binnen weniger Tage allen Anschein nach darauf abgezielt hat sich in betrügerischer Absicht zu der erhaltenen Ware unter einem Vorwand auch wieder in Besitz des entrichteten Kaupreises zu bringen.

Wie erwähnt liess ich mich dann letztendendes zu dem dummerweise gemachten Vorschlag der Abwicklung per Nachnahmeversand hinreissen und eMails hinsichtlich des abgehaltenen Schriftverkehrs hinsichtlich der Verkaufabwicklung und der seltsamen Umschwenkungen seitens des Käufers liegen vor.....

Ich habe mich bezüglich der Gründe welche für eine Aufhebung des arrestes gegeben wären kundig getan und bin auf folgende Punkte gestossen:

Es müssen handfeste Verdachtsmomente für eine mögliche Vereitelung der Zwangsvollstreckung vorliegen. Entscheidend sind immer die Umstände des Einzelfalls. Beispiele sind:

//"Der Schuldner verschleudert sein Vermögen.
Er veräußert oder belastet auf verdächtige Weise wichtige Vermögensgegenstände.
Er wechselt ständig den Aufenthalt und trifft Anstalten, ins Ausland zu ziehen.
Es besteht die Gefahr, daß sich die zahlungsunfähige Konzernspitze das Vermögen der Tochtergesellschaft einverleibt.
Kein Arrestgrund ist z.B. gegeben

lediglich aufgrund schlechter Vermögenslage;
bei einem Ansturm anderer Gläubiger.
Konkurrenz mit anderen Gläubigem führt ggf in den Konkurs. Der Arrest soll nicht dazu dienen, dem Gläubiger einen Vorteil vor anderen Gläubigern zu verschaffen.

Ein Beispiel für einen zur Anordnung des persönlichen Arrests ausreichenden Arrestgrundes ist der Fall, daß der Schuldner davon abgehalten werden soll, sich durch Flucht ins Ausland der Abgabe der eidesstattlichen Versicherung zwecks Offenbarung gem, § 807 zu entziehen. [*7]

In jedem Fall liegt kein Arrestgrund vor, wenn der Gläubiger etwa durch einen Eigentumsvorbehalt, durch Sicherungseigentum oder -abtretung oder gar durch einen Vollstreckungstitel bereits gesichert ist."//

Inwiefern würde Ihrer Meinung nach die Chance bestehen, dass in Verbindung zum Einen mit der Darlegung des vorliegenden eMail-Schriftverkehrs in den darin enthaltenen mehr als seltsamen Verhaltens bezüglich der abzuhaltenden Kaufabwicklung und zum Anderen dem Vortragen der Gegebenheit, dass an und für sich überhaupt (wie oben aufgezählt) keiner der triftiger Grunde für ein Sperren des Zugangs zu meinem Guthaben besteht und aus diesen nahegelegten Gründen dieser arrest durch das Amstsgericht wieder aufgehoben wird, damit ich zumindest baldmöglich wieder Zugang zu meinem Geld habe um nicht ansonsten bis zum Zeitpunkt des endgültigen Gerichtsurteils in diesem Verfahren auf die Freigabe dessen warten zu müssen....?

Die Voraussetzungen und die Verdachtsmomente welche für die Aufrechterhaltung eines arrest wie durch mich beabsichtigte Vermögensbeseitigung, Obdachlosigkeit, Vorteilverschaffung vor anderen Gläubigern, beabsichtigte Flucht ins Ausland....??, sind bei mir doch ebenfalls gar nicht gegeben..?

Wenn Sie mir in hierbei ein wenig Hoffnung machen könnten so würde ich Sie gerne in Verbindung eines juristischen Beistandes bitten mich und meine Interessen in dieser Angelegenheit zu vertreten.

Mit freundlichen Grüssen



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.11.2011 | 11:09

Die von Ihnen angeführten Gründe sind richtig, nutzen momentan aber relativ wenig, weil sie Sie noch nicht wissen, wie der Gegner seinen Antrag begründet hat.

Da Sie nichts Gegenteiliges schreiben, gehe ich davon aus, dass Ihnen der Beschluss überhaupt noch nicht zugestellt worden ist.

Sie können natürlich beim Gericht telefonisch anfragen und so zumindest das Aktenzeichen des Vorganges ermitteln. Möglicherweise wird man Ihnen auch die Antragsschrift kurzfristig zu senden. Erst nach deren Kenntnis können überhaupt Strategien entwickelt werden, gegen den Gegner vorzugehen.


Für eine weitergehende Tätigkeit stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 10.11.2011 | 11:39

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"An dieser Konversation habe ich nicht das Geringste auszusetzen und komme auf Herrn Otto gerne zurück.
Nicht zuletzt die Kompetenz, Sachlichkeit und insbesondere die Schnelligkeit der Rückantworten sind kaum zu überbieten...."
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