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Nach Online Auktion keine Ware


31.07.2007 13:35 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Hallo!

Würde gerne die Vertragserfüllung mit Hilfe eines Anwalts/einer Anwältin durchsetzen, da sich der Verkäufer offenbar weigert, die bereits vor Wochen bezahlte Ware, zu liefern! Hoffe ausserdem, dass die Anwaltskosten dem Verkäufer angerechnet werden können! Erbitte diesbezüglich auch Auskunft.

Folgendes hat sich zugetragen:
Ich habe im Juni diesen Jahres eine Playstation3 für "nur" 330,00 Euro ersteigert. Zuzüglich der Versandkosten habe ich dann umgehend 350,00 an den Verkäufer überwiesen. Das Geld ist, laut seiner Aussage, am 22.06. eingegangen.
Da ich vorher einige Bedenken hatte, weil der Verkäufer noch keine Bewertung hatte, habe ich vorher Kontakt mit ihm aufgenommen. Der Verkäufer teilte mir seine komplette Anschrift und sogar die Telefonnummer mit. Ausserdem versicherte er mir umgehenden Versand nach Geldeingang!

Und nun kommts ganz unerwartet:
Der Verkäufer teilte mir zuerst mit, dass er die folgende Woche auf einen Lehrgang wäre und ich mich eine Woche gedulden müsse. Soweit so gut, dachte ich! Doch nach dieser Woche war der Verkäufer, angeblich, auf einmal 3(!) Wochen im Urlaub! Im darauffolgenden, sehr spärlichen, e-Mail Kontakt, teilte mir der Verkäufer mit, ich solle mal auf seine "Mich-Seite" schauen! Darin heisst es angeblich "Lieferung innerhalb von 29 Werktagen"... Jedoch finde ich diese "Mich-Seite" nicht! Nach Angaben des Verkäufers muss er spätestens am 02.08. liefern! Auf e-Mails jedoch reagiert er nicht mehr! Habe mittlerweile Kontakt zu zwei weiteren geprellten Verkäufern, die ebenfalls auf "ihre" Playstation3 warten.

Ich weiss nicht, ob es wichtig ist, aber der Verkäufer wohnt in Österreich.

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Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Ich möchte vorwegeschicken, dass eine Vertretung zu dem von Ihnen ausgelobten Einsatz nicht möglich ist. Rechtsanwälte sind bei einer außergerichtlichen Vertretung bzw. einer gerichtlichen Übernahme des Mandats an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) gebunden. Ein Abweichen von diesem Grundsatz ist nur im Rahmen einer außergerichtlichen Beratung möglich. Eine solche wird auf dieser Plattform auch nur angeboten.

Sie haben gegen den Verkäufer einen Anspruch auf Übergabe und Übereignung der Playstation. Die Durchsetzung dieser Ansprüche könnte sich jedoch schwierig gestalten. Denn der Verkäufer sitzt offensichtlich im Ausland, ist also schwer greifbar. Weiterhin drängt sich der Verdacht auf, dass es sich um einen Fall der beliebten Masche des „Vorkassebetrugs“ handelt, bei der begehrte, hochwertige und auch hochpreisige Ware zu vermeintlichen Schnäppchenpreisen über Onlineauktionen angeboten wird.

Es bietet sich in diesen Fällen an, unverzüglich Strafanzeige wegen des Verdachts des Betruges gegen den Verkäufer zu erstatten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt für Sie quasi umsonst und im Falle einer Anklageerhebung/eines Strafbefehls haben Sie die Möglichkeit, Ihre Forderungen im Wege des Adhäsionsverfahrens geltend zu machen. Es handelt sich hierbei um ein Verfahren, bei dem der Geschädigte einer Straftat seine vermögensrechtlichen Ansprüche im, Rahmen der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht mit durchsetzen kann. Das Strafgericht entscheidet dann im Rahmen des Strafurteils über den zivilrechtlichen Anspruch. Wenn es der Auffassung ist, dass der Anspruch nicht besteht, lehnt es den Adhäsionsantrag vollständig ab. Sie müssen Ihren Anspruch dann vor den Zivilgerichten weiterverfolgen. Ungeachtet der Tatsache, dass das Adhäsionsverfahren oftmals gar nicht erst zugelassen wird, dauert es im Regelfall eine ganze Weile bis zur Anklageerhebung (wenn überhaupt Anklage erhoben und das Verfahren nicht etwa eingestellt wird). Oftmals ist der zivilrechtliche Weg daher der schnellere (wenngleich etwas teurere, weil im Vergleich zum Adhäsionsverfahren noch Gerichtsgebühren anfallen), was insbesondere von Vorteil ist, wenn mehrere Gläubiger gleichzeitig an Ihr Geld wollen.

Eine strafrechtliche Verurteilung hätte jedoch den Vorteil, dass feststünde, dass sich Ihr Anspruch auch aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung ergibt. Ein solcher Anspruch ist nach § 302 InsO von der Restschuldbefreiung ausgenommen, kann also auch noch nach Erteilung der Restschuldbefreiung durchgesetzt werden.

Weiterhin würde ein Betrug den Vorteil haben, dass Sie u.U. in Deutschland klagen können (und nicht in Österreich), weil der Gerichtsstand der unerlaubten Handlung (§ 32 ZPO) eröffnet ist. Dieser Weg sollte ohnehin gegangen werden, da eine Rechtsverfolgung in Österreich im Zweifel mit mehr Kosten verbunden ist.

Sie sollten einen Rechtsanwalt vor Ort aufsuchen und mit diesem alle notwendigen Details besprechen. Der Anwalt kann mit Ihnen besprechen, welche Schritte am sinnvollsten sind.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern. Bitte beachten Sie, dass bei dieser Vorgehensweise weitere Kosten für die Beratung anfallen.

Gerne bin ich auch bereit, die weitere Vertretung und Beratung in der Angelegenheit für Sie zu übernehmen. Sie können mich jederzeit für eine weitere Beauftragung kontaktieren.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

------------------------------------
Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com

Nachfrage vom Fragesteller 01.08.2007 | 16:57

Sehr geehrter Herr Hein,

ich bedanke mich für die schnelle und kompetente Antwort, die Sie mir gegeben haben.
Gerne würde ich Sie mit der Sache beauftragen, möchte aber vorher noch folgendes wissen:
Was würde mich die Angelegenheit kosten?
Können die Anwaltskosten auf den Verkäufer/Betrüger übertragen werden?
Wie stehen meine Chancen, Geld oder Ware wiederzubekommen und wie lange kann sich die Sache hinziehen?

Die Tatsache, dass der Verkäufer in Österreich sitzt, macht die Sache sehr kompliziert, wenn ich Sie richtig verstanden habe. Die Sache ist die, ich verdiene ca. 1000 Euro netto im Monat, und wenn die Kosten nun "explodieren", ist es wahrscheinlich günstiger für mich, wenn ich einfach nur Strafanzeige stelle. Aber wie komme ich dann an meine Ware oder Geld, wenn ich "nur" die Strafanzeige stelle?

Für eine erneute Information wäre ich Ihnen sehr dankbar. Sie können mir auch unter timo1312@yahoo.de antworten.

Mit freundlichen Grüssen

T. Breier

Ergänzung vom Anwalt 03.08.2007 | 12:39

Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworten möchte:


Bei einem Streitwert von EUR 330,00 kommen für die außergerichtliche Vertretung an Anwaltskosten auf jeden Fall EUR 83,54 brutto (also inkl. Umsatzsteuer) auf Sie zu. Sollte das Ganze vor Gericht gehen, erhöhen sich die Anwaltskosten auf mindestens EUR 128,22 brutto. Für den Fall, dass eine mündliche Verhandlung hinzukommt, erhöhen sich die Anwaltskosten sogar auf EUR 192,48 brutto. An Gerichtskosten müssten Sie EUR 105,00 bezahlen. Sollten Sie den Rechtsstreit verlieren und die andere Seite ebenfalls anwaltlich vertreten sein, dann verdoppeln sich im Regelfall die Anwaltskosten (denn auf der Gegenseite fallen die gleichen Anwaltskosten wie bei Ihnen an). Ihre eigenen Anwaltskosten sowie die Gerichtskosten müssten Sie vorschießen und im Obsiegensfalle bei der Gegenseite geltend machen.

Mit einer Strafanzeige alleine kommen Sie in der Regel nicht an die Ware. Die Staatsanwaltschaft setzt Ihre zivilrechtlichen Ansprüche nicht durch.

Die Erfolgsaussichten kann ich anhand Ihrer Angaben nicht beurteilen. Ich rege an, dass Sie sich an einen Rechtsanwalt vor Ort wenden, der Ihre Angelegenheit bearbeitet. So haben Sie einen kompetenten Ansprechpartner vor Ort, den Sie immer wieder aufsuchen können, wenn sich Rückfragen ergeben. Fragen Sie den Rechtsanwalt nach den Möglichkeiten der Prozesskostenhilfe. Diese ermöglicht Ihnen die Finanzierung eines Prozesses, wenn Sie selbst hierzu wirtschaftlich nicht in der Lage sind.


Ich hoffe, Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt und Mediator
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