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Nach Niki Insolvenz ändert der der Reiseveranstalter den Abflughafen


28.12.2017 17:21 |
Preis: 25,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Wir hatten eine Pauschalreise gebucht. Durch die Einstellung des Flugbetriebs von Niki wurden unsere Flüge geändert.
Ursprünglich sollten wir am 23.12. um 06:00 Uhr in Düsseldorf nach Teneriffa abfliegen. Der Rückflug sollte am 01.01. um 16:05 wieder in Düsseldorf enden. Düsseldorf war für uns gesetzt, da wir in 10/15 Min Entfernung wohnen und meine Frau auf Grund von gesundheitlichen Einschränkungen keine längere Reisezeit verträgt.
Bis drei Tage vor Abreise hatte der Reiseveranstalter uns nicht über die Flugänderung informiert. Erst nach mehrfachen Nachfragen unseres Reisebüros wurde uns dann mündlich mitgeteilt, dass der Abflug am 23.12. ca 10:30 Uhr ab Wien erfolgen sollte. Der Rückflug sollte am 01.01. ca. 22:30 Uhr in Frankfurt a.M. landen.
Die An- und Abreise sollten wir auf eigene Kosten und Risiko durchführen.
Wien liegt fast 1000 km von unserem Wohnort entfernt, zudem noch ein einem anderen EU-Land. Es hätte Flüge von Düsseldorf nach Wien gegeben, die hätten aber €600,- pro Person (3) gekostet. Damit hätten wir noch einmal fast den halben Reisepreis zusätzlich zahlen müssen. Es gab ebenfalls auch eine Zugverbindung von Düsseldorf nach Wien für ca. €400,-. Wir hätten dann aber am 22.12 schon nachmittags Abreisen müssen, damit wir den Flug in Wien sicher erreicht hätte. Nicht nur, dass wir am 22. noch arbeiten mussten, die Hinreise hätte dann über 24h gedauert. Bei der Rückreise wäre es bei einer Verspätung auch kritisch gewesen, da laut Fahrplanauskunft der Bahn zwischen 0 und 3 Uhr keine Züge nach Düsseldorf gefahren wären.

Da die Reise für uns nicht zumutbar war, haben wir die Reise nicht angetreten. Der Reiseveranstalter hat die Reise kostenfrei storniert.

Ich habe vor vom Reiseveranstalter Schadensersatz für entgangene Urlaubsfreuden zu verlangen. Statt angenehme Temperatur und warmes Wasser auf den Kanaren mussten wir unseren Urlaub im kalten Deutschland verbringen.
Wie sehen Sie die Chancen?

Hätte der Reiseveranstalter die Kosten für die An/Abreise nicht übernehmen müssen?
28.12.2017 | 18:01

Antwort

von


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22851 Norderstedt
Tel: 040-41186796
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihre Chancen auf Durchsetzung Ihrer Forderung hinsichtlich entgangener Urlaubsfreuden sehe ich als nicht erfolgversprechend.
Sie haben die Reise kostenfrei storniert. Damit hat der Reiseveranstalter bereits seine Pflichten gemäß dem BGB "erledigt".
Sie hätten mit dem Reiseveranstalter bestenfalls die Übernahme eines Teils der Mehrkosten bzw. eine Minderung des Reisepreises vereinbaren können, da gebuchte Reiseleistungen (Flughafen, Abflugzeit) nicht geliefert werden.
Nach kostenfreier Stornierung haben Sie keine weiteren Ansprüche.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

Nachfrage vom Fragesteller 28.12.2017 | 19:35

Wie begründen Sie Ihre Antwort?

Die kostenfreie Stornierung ist ja praktisch eine Folge der Unzumutbarkeit der Reise (§ 651e BGB).
Soweit schon klar.

Ich sehe aber nicht, wo §651 f BGB hier mit in Konkurrenz steht oder den Anspruch hieraus verwirkt sein soll?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.12.2017 | 12:12

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten.

Sie haben Recht, die kostenfreie Stornierung, hier Kündigung wegen erheblichen Mangels, ist eine Folge der Flughafenänderung, damit im Verantwortungsbereich des Reiseveranstalters. Ich bitte, meine zuerst ablehnende Antwort zu entschuldigen.

§ 651 f BGB steht neben den übrigen Ansprüchen.
Sie müssen bei Geltendmachung des Anspruches darlegen, welchen Anteil dieser Mangel (Flughafenänderung) im Hinblick auf die Gesamtreiseleistung hat (Anreise am Tag vorher, etc.) und wie er sich ausgewirkt hat, vgl. BGH NJW 12,2104.

Sie müssen darlegen, für welche Reisetage Sie die Entschädigung geltend machen und in welcher Höhe (%). Es sollten, auch wenn eine exakte Minderungsquote nicht mehr von allen Gerichten gefordert wird, mindestens 50% des Tagesreisepreises quasi "beeinträchtigt" sein durch den Mangel. In Ihrem Fall sind dies mindestens die Reisetage. Aufgrund der Entfernung des geänderten Flughafens würde ich hier sogar den vollen Tagesreisepreis beanspruchen.

Bitte beachten Sie die Frist von einem Monat zur Geltendmachung der Ansprüche, § 651 g I BGB.


Sollten Sie weitere Fragen haben, so senden Sie mir bitte eine E-Mail über die in den Kontaktdaten hinterlegte E-Mail-Adresse.

Mit freundlichen Grüßen


Wibke Türk
Rechtsanwältin



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