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Nach Kücheneinbau will Schreiner keine Gewährleistung für Hängeschränke übernehmen

| 28.03.2015 08:09 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Zusammenfassung: Probleme mit Handwerkern

Ein Schreiner übernahm den Auftrag in unserem Mietshaus eine kleine, gebrauchte Küche einzubauen (3 Ober- und 3 Unterschränke - 1,60 lang). Unser Hausmeister half ihm dabei (8 Stunden). Nun kam vom Schreiner eine Rechnung über 350 Euro. In dieser teilte er mit: "Achtung: Die bauseitige Küchenwand besteht nur aus 1-wandiger GK-Platte 12,5 mm, Für die Aufhängung der Hängeschränke deshalb keine Gewährleistung."

Darauf haben wir dem Schreiner schriftlich mitgeteilt, daß wir auf die gesetzliche Gewährleistung nicht verzichten werden, und es wichtig für uns ist, die Küche so montiert zu wissen, daß sie hält. Wir baten ihm nachzubessern und zahlten nur einen Teilbetrag von 100 Euro.

Ein paar Tage später schrieb er:

"Ich habe die beiden Schränke zur Prüfung der Standsicherheit am 25.03.2015 im Beisein des Hausmeisters, Herrn B., mit 25 kg belastet, Fotos anbei. Der Test erfolgte ohne Beanstandung. Eine Gewähr für die Belastung übernehme ich somit für 20 kg (entspricht etwa 2 gefüllten Eimer Wasser) mit 5 kg Reserve.

Die müsste für einen normalen Gebrauch ausreichen. Für eine höhere Belastung muss der Unterbau, also die tragenden Wandsegmente verstärkt werden."

Des weiteren forderte er mich auf, nun die Rechnung zu zahlen.

Das ist für mich keine befriedigende Antwort. Denn wenn die Hängeschränke hinunterfallen sollten, wird sich der Handwerker immer herausreden, daß zuviel Gewicht eingelagert gewesen wäre. Uns könnte neben dem Sachschaden auch noch von einem zukünftigen Mieter fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen werden.

Fakt ist, daß ich dem Handwerker natürlich nie den Auftrag zur Küchenanbringung erteilt hätte, wenn er die Gewährleistung im vorhinein ausgeschlossen hätte, wozu es Gelegenheit gab. Fakt ist auch, daß ich davon ausgegangen bin, daß die Küche so befestigt wird, daß nichts passieren kann. Die Anbringung und Installation der Küche, hat nach Überweisung dieser Rechnung schon mehr als 600 Euro gekostet, weswegen ich auch nicht bereit bin, noch weitere Arbeitskosten zu zahlen.

Ich bedanke mich für Ihre Auskunft.


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Falls Sie die Schränke wechseln wollen:
Es ist natürlich ärgerlich, dass der Hinweis über die Belastungsgrenze erst nach dem Einbau der Schränke erfolgte. Der Handwerker war eindeutig verpflichtet, Sie darauf hinzuweisen. Daher hat er keinen Anspruch auf Zahlung. Sie können die bereits gezahlten 100 € zurück verlangen und weitere Zahlung verweigern.

2. Falls Sie die Schränke so behalten wollen:
Für den Kücheneinbau muss der Handwerker Gewährleistung übernehmen; das ist zwischen Ihnen und dem Handwerker wohl unstreitig. Die Frage ist, ob die Gewährleistung nur für die Belastung bis zu 25 kg zulässig ist und welche Folgen diese Beschränkung hat. Klar ist, dass eine Belastungsgrenze für die Schränke vorhanden sein muss. Diese Angaben findet man beim Kauf neuer Schränke. In Ihrem Falle wird man im Streitfall aus Erfahrungswerten ausgehen. Ob man daraufhin die Belastung über 25 kg als zu niedrig annehmen würde oder nicht kann ich nicht sagen. Darauf kommt es aber nicht an. Denn im Gewährleistungsfall wird sich der Handwerker nicht herausreden können, daß zuviel Gewicht eingelagert gewesen wäre. Denn er muss dann beweisen (!), dass dies tatsächlich der Fall war und es tatsächlich zu viel war. Diesen Beweis wird er – realistisch gesehen - nicht erbringen können.
Fazit: die Einschränkung der Gewährleitung ist unschädlich für die Gewährleistungsansprüche. Zumal erfolgt sie einseitig, also kann man der Einschränkung keine rechtliche Bedeutung zumessen.
Andere Frage ist, welche Ansprüche haben Sie gegen ihn im Falle eines Schadens. Hier geht es nicht mehr um die Gewährleistungsansprüche, sondern um Schadensersatzansprüche. Angenommen der Fall, dass die Hängeschränke hinunterfallen und Sie machen geltend, der Handwerker hat sie mangelhaft eingebaut. Dann kann er sich tatsächlich ausreden und sagen, sie wären überbelastet. Im Streitfall wird es darauf ankommen, ob die Gewährleitungsfrist während des Schadensereignisses noch läuft. Ist das der Fall, gilt wie oben, dass der Handwerker dann beweisen muss , dass dies tatsächlich der Fall war und es tatsächlich zu viel war. Hier kommt auch der vom Handwerker erwähnte Belastungsgrenze zum Tragen. Diesen Beweis wird er – realistisch gesehen - nicht erbringen können. Ist die Gewährleistungsfrist abgelaufen, haben Sie schlechte Karten, weil Sie in der Beweispflicht sind.
Um den Vorwurf einer fahrlässigen Körperverletzung zu vermeiden, empfehle ich Ihnen im Mietvertrag auf die Belastungsgrenze hinzuweisen.
Man kann überlegen, ob man den Handwerker zur Nachbesserung auffordert. Dies würde voraussetzen, dass seine Leistung mangelhaft war. Ob das der Fall ist hängt wiederum davon ab, ob die Belastung bis 25 kg zu niedrig ist. Man kann noch folgendes versuchen:
die Handwerkskammer betreibt eine Schlichtungsstelle für Handwerkerleistungen. Diese Schlichtungsstelle versucht zwischen den Handwerkern, die Mitglieder in der Handwerkskammer sind, und den Kunden streitschlichtend zu vermitteln. Diese Schlichtung ist für den Kunden kostenlos und gebührenfrei. Wenden Sie sich hierzu an die örtlich zuständige Handwerkskammer und beschreiben Sie das Problem so ausführlich wie möglich. Geben Sie den beauftragten Handwerksbetrieb an und fügen Sie nach Möglichkeit bereits erhaltene Rechnungen in Kopie bei. Die Schlichtungsstelle der Handwerkskammer versucht dann zwischen Ihnen und dem Handwerker eine gütliche Einigung herbeizuführen.

Ob der Handwerker einen Anspruch auf die 100 % Zahlung hat, hängt auch davon ab, ob die Belastung bis 25 kg zu niedrig ist. Das kann man auch bei der HWK mit der obigen Frage klären.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 29.03.2015 | 15:13

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Stellungnahme vom Anwalt:
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