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Nach Elternzeit neuer Arbeitsvertrag -> Kündigung

02.02.2013 11:46 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling


Hallo liebe Rechtsanwälte!

Folgender Sachverhalt:

AN hat seit über 3 Jahren einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Letztes Jahr ging AN in Elternzeit. AN hat den AG gebeten, nach der Elternzeit in Teilzeit zu arbeiten. AG hat dem AN einen neuen Arbeitsvertrag + neuer Probezeit unterschreiben zu lassen. Eigentlich war das keine schlaue Entscheidung vom AN den Vertrag zu unterschreiben, aber jeder macht Fehler (Änderungsvertrag wäre besser gewesen).
Der neue Vertrag wurde zwei Monate vor Beginn der neuen Beschäftigung unterschrieben (Fristgerecht?).

Am letzten Tag der Probezeit kam die Kündigung (beide haben die Kündigung unterschrieben). Im neuen Arbeitsvertrag steht, dass die Kündigungsfrist innerhalb der Probezeit 14 Tage beträgt. Laut Kündigung beträgt die Kündigungsfrist einen Monat.

Was kann man in dem Fall machen?
Kündigungsschutzklage, Abfindung etc.?
Grundsätzlich ist die neue Probezeit doch nicht gerechtfertigt oder nicht?


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Aufgrund der Vorbeschäftigung ist die zweiwöchige Kündigungsfrist und neue Probezeit gem. § 622 Abs. 3,4 BGB und § 5 TzBfG unwirksam. Es gelten somit die gesetzlichen Fristen gem. § 622 Abs. 2 Ziff. 1 (1 Monat zum Ende eines Kalendermonats).

Sie können gem. § 4 KSchG innerhalb von drei 3 Wochen nach Zugang der Kündigung eine Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht erheben und sofern Sie nicht weiterbeschäftigt werden wollen, dann können Sie im Rahmen der Güteverhandlung beim Gericht eine Abfindung aushandeln. Als Richtlinie für eine Abfindung ist § 10 KSchG heranzuziehen und pro Beschäftigungsjahr ist ein halbes monatl. Bruttogehalt zum Zeitpunkt der Kündigung anzusetzen.

Ich hoffe meine Antwort genügt Ihnen für eine erste Orientierung im Rahmen der Erstberatung und ich darf darauf hinweisen, dass meine Ausführungen auf Ihrer Sachverhaltsdarstellung beruhen.

Gern können Sie von Ihrem Recht zu einer Nachfrage Gebrauch machen. Weitergehende Fragen beantworte ich für Sie im Rahmen einer Mandatsübertragung, ebenso übernehme ich gern weitere Tätigkeiten im Rahmen eines Mandats. Eine Mandatsausführung kann unbeachtlich der örtlichen Entfernung erfolgen und eine Informationsweiterleitung erfolgt dann per E-Mail, Post etc..


Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familienrecht
Betriebswirtin (HWK)
_____________________________

E-Mail: sperling@anwaltskanzlei-sperling.de
www.anwaltskanzlei-sperling.de
www.scheidung-deutschlandweit.de
www.vorsorgeverfuegungen.info

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