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Nach Bezeichnung als asozial Anzeige wegen Beleidigung


09.03.2005 18:21 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Hallo Anwalt,

vor einigen Wochen sind unter uns neue Nachbarn eingezogen. Sie haben von Anfang an sehr viel Lärm gemacht, zeitweise bis nach 22 Uhr. Unser kleines Baby konnte dann nicht einschlafen oder ist durch den Krach aufgewacht.

Wir haben mehrfach den Vermieter informiert und darum gebeten, für Ruhe zu sorgen. Die Nachbarn selbst haben wir nicht angesprochen, was wir heute jedoch als Fehler betrachten. Wir waren damals einfach so verärgert, dass wir nicht mit ihnen sprechen wollten.

Eines Tages wurde meine Frau im Treppenhaus von der Nachbarin abgefangen und daraufhin auf das Übelste beschimpft. Die Beschimpfungen waren so heftig, dass ihr die Luft weg blieb und sie gar nicht antworten konnte.

Später wollte ich die Nachbarin bitten, bei Gesprächsbedarf mit mir Vorlieb zu nehmen und meine Frau in Ruhe zu lassen. Soweit kam es jedoch nicht. Wir wurden im Treppenhaus abgefangen und durch den grossen Hund der Nachbarn bedroht, der ohne Leine bellend auf uns zu und dann an uns vorbei lief. Als ich die Nachbarin ansprechen wollte, lief sie rauchend und schreiend an mir vorbei nach draussen.

Daraufhin haben wir den Vermieter zuerst angerufen und dann auch besucht, um ihm die Sache zu schildern. Meine Frau war dabei so aufgeregt, dass sie in ihrer Verzweiflung gesagt hatte, dass sie dieses Verhalten "asozial" findet. Der Vermieter versprach uns, mit der Nachbarin zu reden.

Einige Wochen später erhielt meine Frau eine Mitteilung über eine Anzeige wegen "Beleidigung (Bezeichnung als ´asozial´)". Wir waren etwas verwundert, da wir dies der Nachbarin persönlich nie gesagt haben und in dem Brief von Beleidigung die Rede ist, nicht von übler Nachrede.

Wie auch immer, die Anzeige und der Vorwurf belastet meine Frau sehr und wir würden gerne wissen, wie wir am besten damit umgehen und was uns im weiteren Verlauf erwarten kann.

Vielen Dank!

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Sehr geehrter Ratsuchender,

ich gehe davon aus, dass das Ermittlungsverfahren gegen Ihre Frau eingestellt wird. Eine Beleidigung hat nicht stattgefunden, wobei man auch über die Definition des Wortes "asozial" streiten kann (so sozial scheint die Nachbarin nach Ihrem Vortrag ja auch nicht zu sein).

Sie haben nun zwei Möglichkeiten:

a) Sie schildern den Sachverhalt so, wie er sich tatsächlich vorgetragen haben und entschuldigen sich in dem Schreiben an die Polizei dafür, dass die Nachbarin das Wort asozial offenbar missverstanden hat.

b) Sie verweigern die Aussage und warten ab, ob hier tatsächlich ein Verfahren eröffnet wird (kann möglich sein; die Justiz ist da unberechenbar). Dann sollten Sie einen Kollegen vor Ort aufsuchen.

Bei einer Verurteilung müsste Ihre Frau mit einer Geldstafe rechnen, die zwichen 10 und 30 Tagessätzen liegen kann.



Vielleicht wäre es sinnvoll (wenn man über seinen Schatten springen mag), die Nachbarin zu einem Gespräch zu bitten - man muss ja auch vielleicht noch länger zusammen leben - um die Sache auch so aus der Welt zu schaffen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 09.03.2005 | 18:52

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

für Ihre schnelle Antwort möchte ich mich herzlich bedanken.

Es wäre nett, wenn Sie uns noch kurz erklärten, wie die Tagessätze berechnet werden, so dass wir uns etwas darunter vorstellen können.

Würden Sie es für sinnvoll halten, durch eine Kollegin vor Ort die Akte anfordern zu lassen, um die Antwort gezielter formulieren zu können?

Beste Grüsse!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.03.2005 | 20:33

Der Tagessatz erechnet sich aus dem monatlichen Einkommen : 30 Tage. Je geringer also das Einkommen (diese Angaben wären gegenüber der Staatsanwaltschaft freiwillig!!!), umso geringer der Tagessatz. Verfügt z.B. Ihre Frau über überhaupt kein Einkommen, wird der Tagessatz vermutlich mit 10,00 EUR angenommen.

Eine Kollegin einzuschalten kann sicherlich sinnvoll sein, wodurch aber Kosten anfallen (sie bekommt keine Prozeßkostenhilfe in Strafsache). Wenn Sie also eine nette Kollegin kennen, handeln Sie das Honorar vorher aus, damit diese ärgerliche Sache nicht noch teuerer wird.

Ich wünsche Ihrer Frau viel Glück

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