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Nach Auto Inspektion Zahnriemen bzw. Motorschaden

15.01.2015 22:45 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Zusammenfassung:

Zur Schadensersatzpflicht der Kfz-Werkstatt nach versäumtem Zahnriemenwechsel bei einer Inspektion.

Am 29.12.14 war ich bei einer Vertrags-Peugeot Werkstatt um die 60'000 und 90'000Km Inspektion zu machen. Das Auto zählt aktuell ca. 85'000 km. Die Werkstatt hat die beiden Inspektionen erledigt. ca. 1500 EUR haben wir bezahlt, d.h. es wurden der Stempel für 60k km und 90 k km im Serviceheft gestempelt. 2 Wochen später also heute abend, haben wir nun eine gefährliche Panne auf der Autobahn erlebt und zwar ist der Zahnriemen gerissen und ich konnte das Auto nur mit Glück noch auf den Pannenstreifen lenken. Bremsen und Gas sowie die Steuerung haben, weil der Motor abgestellt war, versagt und nicht mehr funktioniert. ADAC hat uns abgeschleppt. Das Auto steht nun vor einer Vertragswerkstatt, da die Werkstatt schon geschlossen hatte und wird morgen genau angeschaut. Aber gem. der ADAC wird das ein grösserer Motorschaden ca. 7'500 EUR sein. Das ist in etwa auch der aktuelle Wert des Wagens.

Da bei der Inspektion weder der Zahnriemen gewechselt wurde noch darauf hingewiesen worden ist, ist das meiner Meinung nach grob fahrlässig bzw. eine klare Verletzung der Sorgfaltspflicht und ich möchte gerne das die Werkstatt diesen Schaden voll übernimmt. Deswegen möchte Sie bitten mich hier zu beraten wie ich am besten vor zugehen habe um diesen Schaden nicht selber tragen zu müssen. Da ich erst morgen mit der Werkstatt telefonieren werde, wäre ich interessiert zu erfahren wie ich hierbei am besten vorzugehen habe und welche Argumente hierbei ratsam wären. Vielen Dank.


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage betrifft im Grunde eher eine technische als eine juristische Thematik - wann muss ein Zahnriemen in der Regel gewechselt werden? Was die rechtliche Komponente anbelangt, so möchte ich gerne wie folgt ausführen, wobei ich mich ausschließlich auf deutsches Recht beziehe.

Nach Urteil des Oberlandesgerichts Schleswig vom 17.12.2010 (Az. <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20U%20171/09" target="_blank" class="djo_link" title="4 U 171/09 (2 zugeordnete Entscheidungen)">4 U 171/09</a>) besteht für Kfz-Werkstätten bei einer Inspektion die Verpflichtung, den Kunden auf dringend anstehende Reparatur- und Wartungsarbeiten hinzuweisen. Wird dieser Hinweis versäumt, so muss die Werkstatt einen am Kundenfahrzeug nachträglich auftretenden Schaden ersetzen. Vor dem OLG Schleswig ging es in der Sache auch um einen versäumten Zahnriemenwechsel. Da das dort streitgegenständliche Fahrzeug etwa 5 Jahre alt war, war auch die vom Hersteller angegebene Höchstnutzungsdauer des Zahnriemens erreicht.

Der amtliche Leitsatz der Entscheidung lautet wie folgt:
„Zu den Pflichten einer Kfz-Werkstatt im Rahmen einer Inspektion gehört es, auf solche Maßnahmen hinzuweisen, deren Notwendigkeit unmittelbar bevorsteht. Als unmittelbar bevorstehend sind solche Arbeiten anzusehen, die in einem Zeitraum von weniger als drei Monaten oder innerhalb einer Laufleistung von 5.000 km anfallen."

In Ihrem Fall dürfte es also darauf ankommen, wann der Zahnriemen regelmäßig hätte gewechselt werden müssen. Dazu sollten Sie den Hersteller oder einen Sachverständigen befragen. Genaueres dazu sollten Sie also morgen bei der Vertragswerkstatt in Erfahrung bringen können.

Derzeit dürfte davon auszugehen sein, dass die Werkstatt grundsätzlich für den entstandenen Schaden voll haftbar gemacht werden kann.

Im Hinblick auf Ihre Frage nach dem weiteren Vorgehen möchte ich Ihnen – unter der Prämisse, dass ein Sachverständiger bestätigt, der Zahnriemen hätte bei der Inspektion erneuert werden müssen, beziehungsweise Sie hätten zumindest auf eine zeitnahe Erneuerung des Zahnriemens hingewiesen werden müssen – gerne anraten, die Werkstatt umgehend mit dem Sachverhalt zu konfrontieren und zur Schadensbehebung aufzufordern. Sollte dies abgelehnt werden, so empfehle ich Ihnen, schriftlich eine Frist zur Schadensbehebung sowie zum Ersatz des bisher entstandenen und bezifferbaren Schadens aufzufordern. Achten Sie dabei bitte darauf, dass Sie den Zugang des Schreibens beweisen können. Falls die Werkstatt Ihre gesetzte Frist fruchtlos verstreichen lassen sollte, sollten Sie einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen beauftragen. Die Werkstatt würde sich dann aufgrund der fruchtlos verstrichenen Frist in Verzug befinden, so dass auch die Rechtsanwaltskosten unter bestimmten Voraussetzungen von der Werkstatt als weitere Schadensposition zu erstatten wären.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet und Ihnen weitergeholfen zu haben. Bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Gerne stehe ich Ihnen für eine Vertretung zur Verfügung. Mit einem Dank für das mir entgegengebrachte Vertrauen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Oliver Daniel Özkara
Rechtsanwalt

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