Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

NRW: Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte

07.02.2012 14:18 |
Preis: ***,00 € |

Verwaltungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Ich möchte gerne einen Online-Studiengang belegen, der zu einem Bachelor in Web- und Medieninformatik führt. Dieser Online-Studiengang wird von einer GmbH angeboten, die hierzu mit einer FH in NRW kooperiert. D.h. die Studenten des Online-Studiengangs werden an der betreffenden FH eingeschrieben und die FH verleiht am Ende nach bestandenen Prüfungen auch den Titel. Daher gelten für die Einschreibung offenbar auch die Zulassungsregelungen, die die FH an normale Studierende vor Ort auf dem Campus anlegen würde.

Ich habe kein Abitur. Ich habe das Gymnasium in NRW im 1. Halbjahr der 12. Klasse verlassen, und zwar im Jahr 1991. Heute gilt der schulische Teil der FH-Reife u.a. bereits mit der Versetzung von der 11. in die 12. Klasse als abgelegt. Das wird jedoch in meinem Fall verneint.

Ich habe seit meinem 18. Lebensjahr (inzwischen also in der Summe 21 Jahre lang) im IT-Bereich gearbeitet, davon viele Jahre angestellt und den Rest der Zeit selbständig. Ich habe jedoch nach dem Verlassen der Schule nie wieder eine Berufausbildung begonnen oder abgeschlossen.

Die FH hatte nun in einem ersten Versuch vor ca. 9 Monaten abgelehnt, mich einzuschreiben oder auch nur zu Probestudium oder Hochschulzugangsprüfung zuzulassen. Wir wurde seinerzeit gesagt, dass ich mit einer abgeschlossenen einschlägigen Berufsausbildung zusammen mit meiner langjährigen ebenfalls einschlägigen Berufserfahrung aber zugelassen würde. Leider liegt diese Auskunft der FH aber nicht schriftlich vor.

Darauf hin habe ich mich bei der IHK für die Externenprüfung für den Beruf Fachinformatiker Anwendungsentwicklung angemeldet, bin auf Grund der nachgewiesenen Berufserfahrung zugelassen worden und habe die Prüfung inzwischen bestanden, d.h. ich bin nun Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, was ein Beruf nach Berufsbildungsgesetz mit dreijähriger Ausbildungszeit ist.

Die FH verweigert mir nun aber erneut die Einschreibung mit der Begründung, dass es heißt: Berufsabschluss mit *anschließender* mindestens dreijähriger Berufstätigkeit. In anderen Bundesländern heisst es hingegen Berufsabschluss *und* dreijährige Berufstätigkeit, d.h. die zeitliche Abfolge von Berufstätigkeit und Abschluss spielt dabei nach den Buchstaben des Textes keine Rolle.

Ich habe folgende Fragen:

1. Ist es korrekt, dass hier auf die Buchstaben einer Verordnung beharrt wird, anstatt auf den offensichtlichen Sinn der Regelung abzuheben? Der Gesetzgeber wollte doch sicherlich nur regeln, dass niemand der nach einer gewöhnlichen Lehre seine Berufsausbildung abgeschlossen hat unmittelbar und ohne praktische Arbeitserfahrung an die FH gehen kann. Für die Zulassung zur Externenprüfung bei der IHK ist jedoch Vorausstzung dass mindestens fünf Jahre Tätigkeit in einem Beruf nachgewiesen werden, für dessen Ausübung der angestrebte Abschluss normalerweise erforderlich ist. Mit der Externenprüfung wird also quasi frühestens fünf Jahre nach Aufnahme einer Tätigkeit die Qualifikation nachträglich verbrieft, die man von vorn herein bereits gehabt hat.

2. Welche Erfolgsaussichten hätte eine Klage und mit welchem Aufwand / welchen Kosten müsste ich rechnen?

3. Gibt es einen vorläufigen Rechtsschutz, d.h. muss mich die FH dann erstmal einschreiben bis das Verfahren in der Hauptsache geklärt ist? Mir wäre am zeinahen Erlangen einer Immatrikulationsbescheinigung sehr gelegen.
07.02.2012 | 15:40

Antwort

von


(1702)
Marktstraße 17/19
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
Web: http://www.hsv-rechtsanwaelte.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.
Zugang zum Studium hat nach § 3 Abs. 1 der Verordnung über den Hochschulzugang für in der beruflichen Bildung Qualifizierte NRW
(Berufsbildungshochschulzugangsverordnung), wer die folgenden Voraussetzungen erfüllt:


- Abschluss einer nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung oder einer sonstigen nach Bundes- oder Landesrecht geregelten mindestens zweijährigen Berufsausbildung

UND

- eine danach erfolgende mindestens dreijährige berufliche Tätigkeit in dem im Sinne der Nummer 1 erlernten Ausbildungsberuf oder in einem der Ausbildung fachlich entsprechenden Beruf; für Stipendiaten des Aufstiegsstipendienprogrammes des Bundes sind zwei Jahre ausreichend.

Das stimmt leider schon.

Nach meiner ersten Einschätzung kann die Verordnung auch nach Sinn un Zweck nicht anders ausgelegt werden.

Denn die Qualifikation berechtigt nur zur Aufnahme des Studiums in einem der Berufsausbildung und der beruflichen Tätigkeit im obigen Sinne fachlich entsprechenden Studiengang.

Die Berufstätigkeit soll daher auf der Berufsausbildung aufbauen.

2.
Deswegen beurteile ich die Erfolgsaussichten einer Klage im Rahmen einer ersten Einschätzung eher skeptisch.

Die Anwaltskosten betragen mindestens ca. 920 €.

3.
Vorläufiger Rechtsschutz scheidet aus, da hier jedenfalls Folgendes nicht erfüllt sein wird:

- Einerseits muss ein Anspruch auf Zulassung bestehen, was hier aller Voraussicht nach ausscheidet;

- ZUSÄTZLICH muss die Gefahr bestehen, dass durch eine Veränderung des bestehenden Zustands die Verwirklichung eines Rechts des Antragstellers vereitelt oder wesentlich erschwert werden könnte.

Einstweilige Anordnungen sind alternativ zur Regelung eines vorläufigen Zustands in Bezug auf ein streitiges Rechtsverhältnis nur dann zulässig, wenn diese Regelung, vor allem bei dauernden Rechtsverhältnissen, um wesentliche Nachteile abzuwenden oder drohende Gewalt zu verhindern oder aus anderen Gründen nötig erscheint.

Diese hohen Anforderungen können meines Erachtens nach nicht erfüllt werden, allein die Gefahr, einen Anspruch auf Zulassung nicht bzw. zu spät erfüllt zu erhalten reicht für sich genommen nicht aus.

Ich bedaure, Ihnen keine bessere Antwort geben zu können.

Falls Sie noch Fragen haben, können Sie sich gerne im Wege der hier kostenlos möglichen Nachfragefunktion an mich wenden.

Ich hoffe, Ihnen damit dennoch weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

ANTWORT VON

(1702)

Marktstraße 17/19
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
Web: http://www.hsv-rechtsanwaelte.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Erbrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht, Zivilrecht, Baurecht, Verwaltungsrecht, Ausländerrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 79881 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Der Anwalt geht auf die gestellte Frage ein. KEIN copy and paste von Gesetzestexten, ich kann diesen Anwalt soweit ich das jetzt mit zwei gestellten Fragen erfahren habe, sehr empfehlen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort kam sehr schnell, war sehr ausführlich und gut verständlich! Ich fühle mich sehr gut beraten. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell und auf den Punkt. Herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER