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NACHTRÄGLICHE BANKENFORDERUNG


27.08.2007 21:11 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Sehr geehrte Anwältin,
Sehr geehrter Anwalt,

folgender Sachverhalt;

am 28.07.2007 habe ich beim Amtsgericht einen Privat-Insolvenzantrag eingereicht.
Das Gericht hat wegen Vermögenslosigkeit ein verkürztes Verfahren, ohne Schuldenbereinigungsplan bestimmt.

Erst jetzt hat sich nach fast 3 jährigen Schweigen eine Bank mit geringfügiger (€ 2.000) Forderung gemeldet.

Die Bank hat die vorherige Gläubigerbank vor 3 Jahren käuflich erworben.
Da die Bank seit 2,5 Jahren keine Forderungen an mich gestellt hat, nahm ich an, dass sie sämtliche Bankbelastungen über den Weg eines reduzierten Kaufpreises verrechnet hat. Daher bin ich davon ausgegangen, die Bank sieht von weiteren Forderungen ab - und sich diese Angelegenheit für mich erledigt hat; (die Bank hat sich ja 2,5 Jahre nicht geäußert.)

Aus diesem Grund habe ich die nachträgliche Forderung auch nicht in die Gläubigeraufstellung miteinbezogen.

Ich denke, jetzt hat die Bank im Zuge des Informationsaustausches mit anderen Banken evtl. von meinem Insolvenzantrag erfahren und möchte jetzt noch eine Eintreibung starten.

Meine konkrete Frage: was kann ich tun ? -
1. kann ich diese Forderung noch nachträglich dem Gericht unter ´Aktenzeichen´ nachsenden ? und wie ?
- unter Begründung des oben geschilderten Sachverhaltes ? Vielleicht gibt es einen §§ auf den ich mich beziehen kann?

2.Andererseits bietet mir die Bank aber eine sehr angenehme Rückzahlungsmöglichkeit von € 10,- an; sodaß ich dies auch akzeptieren könnte, die Summe stellt ja keine erhebliche Belastung dar.

Die letztgenannte Variante würde ich bevorzugen, damit keine zusätzlichen, bürokratischen Aktionen ausgelöst werden.

Über eine Beratung würde ich mich sehr freuen.

Gruss r.p.









Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Nach § 28 InsO werden die Gläubiger aufgefordert innerhalb eines festgesetzten Termins Ihre Forderung gegenüber dem Insolvenzverwalter nach § 174 InsO anzumelden. Der Eröffnungsbeschluss wird durch das Insolvenzgericht öffentlich bekannt gegeben, § 30 InsO. Damit haben die Gläubiger auch ohne Benachrichtigung durch den Insolvenzverwalter die Möglichkeit, von dem Insolvenzverfahren und der Frist zur Anmeldung der Forderung Kenntnis zu erlangen.

Gemäß § 87 InsO können die Gläubiger Ihre Forderung nur über das Insolvenzverfahren verfolgen. Eine Vollstreckungsmöglichkeit besteht nicht. Zwar könnte man Ihnen eine Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht nach § 97 InsO vorwerfen, indem Sie den Gläubiger bei der Aufstellung der Vermögensübersicht nicht berücksichtig zu haben, allerdings wäre dies durch die Bank zu beweisen. Im übrigen hätte die Bank auch die Möglichkeit über die öffentliche Bekanntmachung von der Insolvenz Kenntnis zu erlangen, die gerade für solche Fälle vorgesehen ist.

Im Ergebnis sollten Sie die Bank an den Insolvenzverwalter verweisen mit dem Hinweis Ihre Forderung dort geltend zu machen. Möglicherweise ist die Forderung bereits verjährt.

Ein bürokratischen Mehraufwand entsteht für Sie nicht, allenfalls für die betreffende Bank.

Ich hoffe Ihnen einen hilfreichen Überblick verschafft zu haben.

Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom

Nachfrage vom Fragesteller 29.08.2007 | 20:13

Sehr geehrter Herr Schröter,

vielen Dank für die Beantwortung.
Ergänzende Frage, wie diese auch in der Voranfrage gestellt wurde:

1. mit welcher Begründung könnte ich den neuen Gläubiger nachreichen?

2.Habe ich mich bereits strafbar gemacht (§ 97 InsO)? oder welche möglichen Folgen habe ich zu erwarten ?
Vielen Dank für die Beantwortung
gruß r.p.


Ergänzung vom Anwalt 01.09.2007 | 10:43

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie sollten die Forderung gegenüber dem Insolvenzverwalter angeben, mit dem Hinweis, daß Sie die Forderung als erledigt angesehen haben, mögleicherweise diese auch verjährt sei. Demzufolge haben Sie diese bei dem Insovenzverfahren nicht berücksichtigt.

Eine Strafbarkeit haben Sie nicht zu befürchten.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom
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