Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mutterschaftsgeld und Elterngeld

11.02.2013 04:33 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Fachberater,

seit ca. drei Jahren sind mein Partner, ebenfalls deutscher Staatsbürger und ch im nicht EU- Ausland (Südostasien) tätig. Zuvor war ich in Deutschland jahrelang Arbeitnehmerin in verschiedenen Unternehmen. Zwischenzeitlich hatte ich mich in Deutschland als arbeitssuchend gemeldet und auch Arbeitslosengeld für ca. 2 Wochen erhalten, da ich auf die Bestätigung meiner Weiterbeschäftigung durch meinen Arbeitgeber und auf den Auslandsvertrag gewartet habe.

Momentan bin ich im 6. Monat schwanger und wir planen unserer Rückkehr nach Deutschland. Ich werde ca. 6- 7 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin in Deutschland sein und möchte gerne in Erfahrung bringen, ob ich 1. Anspruch auf das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse habe, da dies nach dem Einkommen der letzten 12 Monate errechnet wird. Ich zahlte während meiner Beschäftigung im Ausland keine Steuern in Deutschland sondern in meinem jetzigen Land (Deutschland/ Vietnam DBA (BStBl 1996 I S. 1422, BGBl. 1996 II S. 2622).

2.Der Mindestsatz für das Elterngeld beträgt 300 Euro. Im Falle das ich keinen Anspruch auf das Mutterschaftsgeld habe, könnte ich dies beantragen und ist es möglich mir meine Auslandsbeschäftigung anrechnen zu lassen?
3.Ist es sinnvoll mich in Deutschland bei meiner Rückkehr arbeitssuchend zu melden, da ich eventuell noch Restanspruch habe? oder kann man dies als Hochschwangere nicht ratsam? Ich möchte schnellstmöglich (mindestens nach dem Mutterschutz) wieder arbeiten gehen.
4.Eventuell bestünde die Möglichkeit als Beraterin weiterhin auf Honorarbasis in Vietnam angestellt zu sein. Welche Auswirkungen hätte dies auf das Elterngeld bzw. Mutterschaftsgeld?

Ich bedanke mich für Ihre Antwort.





Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für die Anfrage. Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum dafür gedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Teilen des Sachverhalts kann es durchaus zu einer anderen rechtlichen Beurteilung kommen.

Unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes ind Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen nunmehr wie folgt beantworten:

"ob ich 1. Anspruch auf das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse habe, da dies nach dem Einkommen der letzten 12 Monate errechnet wird."

Das Mutterschaftsgeld der Krankenkassen beträgt 13,- € pro Tag und wird bei Frauen, die in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, vom Arbeitgeber bezuschusst nach § 14 MuSchG. Der Zuschuss berechnet sich aus der Differenz zwischen diesen 13,- Euro und dem um die gesetzlichen Abzüge verminderten durchschnittlichen kalendertäglichen Arbeitsentgelt der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor Beginn der Mutterschutzfrist. Dies kommt bei Ihnen aber nicht in Betracht, da Sie keinen deutschen Arbeitgeber haben.

Unter Umständen könnten Sie das Mutterschaftsgeld von 13,- € pro Tag von der Krankenkasse erhalten. Hierfür müsssten Sie aber bei Beginn der Schutzfrist, also 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, Mitglied einer deutschen gesetzlichen Krankenversicherung mit Anspruch auf Krankengeld sein.

Wenn Sie bei Ihrem Mann familienversichert wären, würden Sie lediglich insgeamt 210,- € Mutterschaftsgeld erhalten. Dieses wäre dann beim Bundesversicherungsamt zu beantragen.


"2.Der Mindestsatz für das Elterngeld beträgt 300 Euro. Im Falle das ich keinen Anspruch auf das Mutterschaftsgeld habe, könnte ich dies beantragen und ist es möglich mir meine Auslandsbeschäftigung anrechnen zu lassen?"

Nach § 1 Abs. 1 BEEG hat Anspruch auf Elterngeld, wer

1. einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat,

2. mit seinem Kind in einem Haushalt lebt,

3. dieses Kind selbst betreut und erzieht und

4. keine oder keine volle Erwerbstätigkeit ausübt.

Um das Mindest-Elterngeld von 300,- € zu erhalten genügt es also, die obigen Voraussetzungen zu erfüllen. Eine Anrechnung Ihrer Tätigkeit in Vietnam ist nicht erforderlich, denn nach § 2 Abs. 4 BEEG erhält das Elterngeld von 300,- € auch, wer vor der Geburt des Kindes kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit hatte.

Lediglich das anhand dem vor der Geburt erzielten Einkommen errechnete Elterngeld können Sie nicht erhalten, da hierfür nach § 2 Abs. 1 BEEG Einkünfte erforderlich sind, die in Deutschland versteuert wurden.


"3.Ist es sinnvoll mich in Deutschland bei meiner Rückkehr arbeitssuchend zu melden, da ich eventuell noch Restanspruch habe? oder kann man dies als Hochschwangere nicht ratsam? Ich möchte schnellstmöglich (mindestens nach dem Mutterschutz) wieder arbeiten gehen."

Wenn Sie schnellstmöglich nach dem Mutterschutz wieder erbeiten gehen wollen, ist es in jedem Falle sinnvoll, wenn Sie sich nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland bereits arbeitssuchend melden. Die Agentur für Arbeit kann Sie dann bei der Arbeitssuche unterstützen.

Es könnte auch sein, dass noch ein Restanspruch auf ALG I besteht, der nach dem Mutterschutz wieder auflebt. Da Sie hierzu aber keine weiteren Angaben machen, kann dies nicht beurteilt werden. Um ALG I zu erhalten, müssen Sie aber dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Da Sie dies während des Mutterschutzes nicht können, erhalten Sie während dieser Zeit kein ALG I.


"4.Eventuell bestünde die Möglichkeit als Beraterin weiterhin auf Honorarbasis in Vietnam angestellt zu sein. Welche Auswirkungen hätte dies auf das Elterngeld bzw. Mutterschaftsgeld?"

Einkommen ist an sich auf das Elterngeld anzurechnen. Da aber in jedem Falle der Mindestbetrag von 300,- € verbleiben muss, können Sie in der Elternzeit arbeiten, sofern Sie Ihre Tätigkeit 30 Stunden pro Woche nicht übersteigt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort weitergeholfen zu haben. Sollte Ihnen noch etwas unklar sein, dürfen Sie gerne die Nachfragemöglichkeit nutzen. Wenn Sie zufrieden sind, würde ich mich über eine positive Bewertung freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Yvonne Bellmann
Rechtsanwältin

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70599 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für die Antwort - kurz und verständlich mit klaren Handlungsanweisungen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Für einen überschaubaren Betrag bekam ich eine erste Einschätzung über die Erfolgsaussichten, die mich davon überzeugt hat, die Sache weiter zu verfolgen. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell, freundlich und kompetent. ...
FRAGESTELLER