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Mutterschaftsgeld bei 2 Jobs


04.12.2017 22:51 |
Preis: 48,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von



Hallo, Ich stecke in einer heiklen Situation.
Bin Schwanger ET. 06.03.2018.
Ich komme in den Mutterschutz am 23.01.2018
Soweit gut. Ich habe einen Hauptjob und einen Minijob, aber jetzt kommt's: Mein Minijob ist bis zum 31.12.2017 befristet und da Firma auseinander geht, wird der Vertrag nicht verlängert. Wie steht es mit meinen Mutterschaftsgeld? Habe ich dann nur einen Teilanspruch? Von Amt würde ich nichts bekommen weil ich noch einen Hauptjob habe wo ich BV habe, und so Amt auch nicht zu Verfügung stehen kann.
Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen.

Einsatz editiert am 05.12.2017 07:01:23
05.12.2017 | 08:15

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst die Grundlage: Sie erhalten Mutterschaftsgeld in Höhe von 13 € pro Kalendertag ( 390 €) und den Rest des bis dahin bezogenen Nettogehaltes muss der Arbeitgeber zahlen.

Aber bei befristeten Verträgen gilt, dass diese zum Endtermin auslaufen. Hiernach gibt es vom Arbeitgeber keinen Zuschuss mehr sondern "nur" das reguläre Krankentagegeld der Krankenkasse. Da sie aber weiter in dem anderen Beruf arbeiten, greift das Krankentagegeld bei ihnen nicht.

Folglich erhalten sie das Mutterschaftsgeld nach dem Versicherungspflichtigen Vollzeitarbeitsverhältnis. Hier erhalten sie 390 € von der Krankenkasse und der Rest ist vom Arbeitgeber aus dem Vollzeitarbeitsverhältnis hinzu zu zahlen, so dass sie auf ihren vollen Nettolohn aus dem Vollzeitarbeitsverhältnis kommen.

Das Geld vom Minijob wird jedoch wegfallen, da es vor dem Beginn der Mutterschutzfrist endet und hierbei auch kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis vorlag, welches zur Auszahlung von Krankentagegeld oder Arbeitgeberzuschüssen berechtigt.

Es tut mir leid, dass ich hier keine glücklicheren Informationen geben kann.

Auch wenn sie dem Amt nicht zur Arbeitsvermittlung zur Verfügung stehen, ist es möglich mit Wohngeld und Hartz IV aufzustocken, wenn der Lebensbedarf durch den ausgeübten Vollzeitjob nicht gedeckt werden kann. ALG I steht ihnen jedoch in der Tat nicht zu, da sie ja gerade nicht "arbeitslos" sind.

Sie sollten also zunächst versuchen Wohngeld zu beantragen und falls sie dies nicht erhalten einen Antrag beim Jobcenter auf Aufstockung stellen. Es besteht auch die Möglichkeit ab Geburt des Kindes ein zusätzliches Kindergeld (Kinderzuschlag) bei der Familienkasse ( meist in der Bundesagentur für Arbeit) zu beantragen. Wenn sie bei Ansprechpartnern und Anträgen unsicher sind, können ihnen kostenfrei Beratungsstellen (pro familia, Caritas, AWO) mit Adressen, Ansprechpartnern und Formularen helfen. Oftmals ist es hier auch möglich einen Zuschuss für die Erstlingsausstattung zu beantragen, wenn die finanzielle Lage sonst beengt ist. Ich empfehle ihnen daher, zwingend sich an eine Beratungsstelle zu wenden um hier weiteren Finanzbedarf zu besprechen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Doreen Prochnow

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