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Mutter zieht 400 km mit Sohn weg

19.01.2011 21:01 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Guten Tag,

meine geschiedene Ex-Frau beabsichtigt mit meinem 5jährigen Sohn in eine 400 km entfernte Stadt wegzuziehen.

Wir beide haben das gemeinsame Sorgerecht sowie das gemeinsame Aufenthaltsbestimmungsrecht. Aus beruflichen und damit aus wirtschaftlichen Gründen, war es mir nicht möglich meinen Sohn bei mir aufzunehmen, so dass ich dem Wohnort bei seiner Muter in der selben Stadt zustimmen musste. Nun bin ich noch näher zu ihm gezogen und kann, dank seit November 2010 genehmigter Telearbeit, meinen Sohn auch werktags mal sehen.

Besuchszeiten sind DI ab 13 h (Abholung Kita) bis 18 h oder Übernachtung und dann mittwochs Rückgabe im Kindergarten. FR ab 13 h (ab Kita) bis Sa 11 h und Sonntags 14 - 18 Uhr.
Seine Mutter hat eine psychische Erkrankung, die meines Wissens nicht ausgestanden ist (Angstzustände, war 1996 für ein paar Wochen in stationärer, psych. Behandlung). Ich vermute, dass sie sogar im Bereich "Borderline"-Syndrom eingestuft werden kann, heute noch. Sie konnte und kann ihre Emotionen nicht kontrollieren, hatte regelmäßige Wutausbrüche. Fotos und meine Narben belegen dies.
Meine Frage: wie kann ich den Umzug meines Sohnes verhindern? Gerne würde ich auch das alleinige Sorgerecht wahrnehmen, meine Wohnung wäre in der Nähe, groß genug, mein Vater (Opa) könnte auch helfen sowie von mir organisierte Babysitter. Mit meiner Arbeit kann ich zeitlich auch flexibel sein.

Mein Anwalt sagte heute, dass ich kaum eine Chance habe, nur so in 1-5% Wahrscheinlichkeit, weil das Kontinuitätsprinzip im Gerichtsverfahren sehr hoch bewertet werden würde und mein Sohn aktuell keine Auffälligkeiten zeige, der Kindergarten nichts Negatives beschreiben würde und ich nicht sicher sein könne, ob meine Ex-Frau wieder gesundet wäre. Sie sei frei, dahin zu ziehen wohin sie wolle, auch ins Ausland, wenn das Kind dadurch nicht akut gefährdet sei.

Ist das alles richtig? Muss ich zahlen, obwohl ich Frau, Haus und nun Kind verloren habe? Kann ich nichts unternehmen, obwohl ich von einer latenten Kindeswohlgefährdung ausgehen MUSS, da meine Ex-Frau wieder keine Konflikte löst (Berufsprobleme, als Grund für den Umzug; sie war nie für eine Mediation mit mir bereit) und mir mein Kind weg nimmt (oder ich alles für die Besuche und Hotels zahlen darf)????
Wie kann ich den Umzug meines Sohnes unter den o.g. Umständen verhindern (langfristig: latente Kindeswohlgefährdung zu erwarten)???
Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Rechtsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Leider muss ich Ihrem Anwalt zustimmen. Die Aussichten, sich erfolgreich gegen den Umzug und die Mitnahme des Kindes zu wehren, sind eher gering.

Die gemeinsame Sorge umfasst zwar auch das Recht, gemeinsam über den Wohnungswechsel zu entscheiden. Deshalb bedarf der Wohnungswechsel theoretisch auch Ihrer Zustimmung.

Problematisch ist jedoch, dass Ihre Exfrau nicht gezwungen werden kann, Ihren Wohnsitz beizubehalten. Wenn Sie umziehen will, stellt sich die Frage, was im Hinblick auf die Aufenthaltsbestimmung dem Kindeswohl entsprechen würde.

Zwar ist ein Umzug mit Unannehmlichkeiten für das Kind verbunden. Problematisch ist jedoch, dass Ihre Exfrau die Bezugsperson Ihres Kindes ist, da dies bei ihr lebt. Gerade die Bezugsperson des Kindes wird als besonders bedeutend und wichtig angesehen. Die Trennung wäre mit besonderem psychischen Leid verbunden.

Das einzige Argument, das ich sehe, auf das Sie Ihr Vorgehen stützen könnten, ist die psychische Erkrankung Ihrer Exfrau. Allerdings müssten Sie im Zweifel darlegen und beweisen, dass die Krankheit fortbesteht und dass das Kindeswohl hierdurch gefährdet ist. Wenn in der Beziehung zwischen Mutter und Kind keine Auffälligkeiten bestehen, wird dieses schwierig werden.

Sie könnten natürlich versuchen, in einem Gerichtsverfahren der Exfrau zu untersagen, Ihr Kind ohne Ihre Zustimmung mitzunehmen und das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen. Dann müssten Sie jedoch das Familiengericht überzeugen, dass es dem Wohl des Kindes entspräche, zu Ihnen zu ziehen. Um den psychischen Zustand Ihrer Exfrau aufzuklären, müsste ein Sachverständigengutachten eingeholt werden. Wie meine obigen Ausführungen zeigen, sollten Sie sich keine zu großen Hoffnungen machen, da zur Zeit Ihr Kind keine Auffälligkeiten zeigt.

Soweit der Umzug Ihrer Frau demnächst geschieht, kann der Antrag im einstweiligen Verfahren zur schnellen Entscheidung durchgeführt werden.

Sollten Sie dennoch ein gerichtliches Vorgehen anstreben, sollten Sie in Erwägung ziehen, sich angesichts der Bedeutung der Angelegenheit von einem auf Familienrecht spezialisierten Anwalt vertreten zu lassen.

Ich bedauere, Ihnen keine positiveren Nachrichten überbringen zu können.

Ich hoffe dennoch, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorstehenden Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Sachverhaltsaufklärung nicht ersetzen kann. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen Ihrerseits kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Bei Unklarheiten können Sie gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Gina Haßelberg
(Rechtsanwältin)

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