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Mutter verweigert mir mein zweiwöchiges Umgangsrecht

| 09.08.2014 19:56 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung: Zu Problemen bei Durchführung des Umgangs mit dem Kind.

Guten Tag,

Mein Problem ist folgendes.

Ich habe einen knapp zweijährigen Sohn, der bei seiner Mutter lebt.
Wir waren nicht verheiratet, haben aber das gemeinsame Sorgerecht.

Alle 2 Wochen hole ich ihn übers Wochenende zu mir.
Die "Übergabe" ist dabei leider immer mit viel Geschrei und Weinen seitens meines Sohnes verbunden.
Und das schon über Monate hinweg.
Er möchte in dem Moment halt nicht von seiner Mutter weg, was ich in seinem Alter ja auch irgendwie verstehen kann.

Wir hatten diesbezüglich anfang des Jahres auch schon einen Termin beim Jugendamt.
Die Sachbearbeiterin legte seiner Mutter damals nahe, ihn im laufe des Tages langsam
und schrittweise auf die Übergabe vorzubereiten.
(Durch gutes Zureden, gemeinsames Winken wenn ich vorfahre / wieder Fahre usw...)
So das er sich halt einfach freut wenn sein Vater ihn holen kommt.

Leider hat sie dies die ganze Zeit nur sehr widerwillig bis garnicht umgesetzt.
Ich bekomme oft nicht mal ein "Hallo" oder ein "Tschüss" von ihr,
sondern bin praktisch Luft.
Dadurch hat sich die Situation natürlich nicht verbessert.
Dieses Verhalten merkt mein Sohn mittlerweile natürlich
auch und prägt es sich mir gegenüber als normal ein.

So jedenfalls meine Vermutung.
Leider habe ich dafür keine Zeugen.

Ich habe wiederholt versucht ihr das nochmals nahezulegen,
komme aber einfach nicht an sie ran.
Sie blockt ständig ab und meint nur das es davon nicht kommen kann.
Bei anderen mache er angeblich so ein Theater nicht - nur bei mir.

Wenn er aber dann bei mir im Auto sitzt hat er sich nach ein paar Minuten beruhigt und lacht mich an.
Auch bei mir zuhause tobt er mit mir rum, wir spielen fangen, usw.
Wenn ich ihn zurückbringe und dann fahre, winkt er mir auch zum Abschied - ab und zu weint er dann sogar!
Es sind halt "nur" die Übergaben, die einfach nicht ohne Geschrei klappen.
Und das tut mir in der Seele weh!

Ich wollte ihn am Freitagabend wie immer abholen, da verweigerte sie mir dies plötzlich ohne jegliche Vorwarnung!
Sie begründet es schlicht damit, das unser Sohn nicht mit möchte - und zwingen will sie ihn nicht mehr...
Sonst bekäme er noch einen seelischen Schaden!

Wenn sie ihn fragt ob er zum Papa möchte, schüttelt er z.B. den Kopf oder geht einfach weg.
Von gutem Zureden ihrerseits ist da leider keine Spur.
Sie nimmt es von ihm dann so hin und ich habe das jetzt halt so zu akzeptieren.

Sie meinte noch zu mir das ich sie ja gerne wegen Kindesentzug anzeigen kann.
Sie hätte sich schon gut darauf vorbereitet.

Jetzt will sie mich über das Jugendamt zu einem Phychologen schicken,
der mein Verhalten mit meinem Sohn über den Tag hinweg beurteilen soll.
Ich bekäme diesbezüglich bald einen Termin...

Bis das geklärt ist, soll er nicht mehr zu mir.
Aber ich könne ja ab und zu gerne abends nach der Arbeit noch vorbeikommen
und für 1-2 Stunden mit ihm spielen.
Wenn ich das möchte und sie Zeit hat...

Muss ich das Ganze so akzeptieren?

Sie kann mir doch nicht einfach so den Umgang streichen.
Je weniger er mich sieht, umso mehr wird er mir doch entfremdet.
Leider befüchte ich, das sie genau das will.

1-2 Stunden abends sind doch kein Ersatz für ein Wochenende.

Ich hoffe sie können mir einen Rat geben.


Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihre Situation kommt leider in der Praxis häufig so vor. Sie haben nach § 1684 I BGB ein Recht auf Umgang mit Ihrem Sohn. Nach 3 1684 II BGB hat die Kindesmutter alles zu unterlassen was das Verhältnis zum anderen Elternteil beeinträchtigt.

Die Kindesmutter ist verpflichtet den Umgang zu fördern und das Kind durch erzieherische Maßnahmen, natürlich kindgerecht, auf den Umgang vorzubereiten. Letztlich ist das, was Sie bisher versucht und argumentiert haben, also rechtlich genau richtig gewesen. Das Kind hat in diesem Alter in keinster Weise zu entscheiden ob der Umgang stattfindet oder nicht. Es ist psychologisch normal, das die Kinder sich unwillkürlich so verhalten, wie es der Elternteil möchte, bei dem sie im Schwerpunkt leben. Ihr Sohn spürt das seine Mutter den Umgang ablehnt oder zumindest nicht ausreichend unterstützt und verhält sich ebenso. Auf einen Termin beim Psychologen müssen Sie sich nicht einlassen. Das Jugendamt berät und unterstützt in Fällen wie Ihren, hat aber keine Entscheidungskompetenz, es sei denn es läge offensichtlich eine Kindeswohlgefährdung vor, was hier ausscheidet. Das Jugendamt kann nur vermitteln, entscheidet aber nicht selbst ob und wie der Umgang weiter geht. Sie sollten trotzdem das Gespräch dort suchen und Ihren Standpunkt klar machen. In einem familiengerichtlichen Verfahren wird das Jugendamt ohnehin von Amts wegen beteiligt. Auf keinen Fall dürfen Sie eine längere Aussetzung der Kontakte hinnehmen. Ich raten Ihnen neben einem Gespräch beim Jugendamt parallel einen Anwalt zu beauftragen um der Mutter eine Frist für die Weiterführung des Umgangs zu setzen.

Verstreicht diese, sollte man einen Antrag beim Familiengericht stellen. Man kann dies auch sofort tun, je nachdem wie man die Aussicht einschätzt, dass die Kindesmutter einlenkt.

Sie haben beschrieben das es nach den Anfangsproblemen immer gut läuft. Hier muss man ansetzen. Es ist die Pflicht der Mutter die Übergabesituation positiv zu gestalten.

Zu einem Psychologen kann Sie nur das Gericht schicken, wenn es ein Sachverständigengutachten für nötig hält, was ich aber nicht sehe.

Sie sollten schnell und konsequent reagieren, weil ein längerer Kontaktabbruch immer faktisch dazu führt, dass man eine Beziehung zum Kind wieder aufbauen muss.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familien- und Arbeitsrecht


Nachfrage vom Fragesteller 09.08.2014 | 21:19

Ich danke Ihnen für ihre gute und schnelle Antwort.
Das beruhigt mich schon sehr.
Dann werde ich ihr schreiben,
das der Umgang sofort wieder stattzufinden hat.

Ich werde ihr dann eine Frist setzten und mich am Montag direkt mit einem Anwalt über das weitere Vorgehen beraten.
Die Besuchsabende werde ich dann auch wahrnehmen.
Oder könnte mir das später als Einlenken in den Zustand gedeutet werden?

Also kann mir wirklich nichts passieren wenn ich nicht zum Phsychologen gehe?
Sie behauptet nämlich, sie hätte das schon alles abgeklärt und tritt sehr selbstsicher auf...

Nochmals vielen dank



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.08.2014 | 23:46

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne komme ich auf die Nachfrage zurück.

Sie sind nicht verpflichtet einen Psychologen aufzusuchen. Es geht nicht um einen reinen Konfrontationskurs, aber das Verhalten der Kindesmutter ist so nicht hinnehmbar. Sie sollen ja den Kontakt zum Jugendamt halten und die Gespräche auch mit der Mutter nicht abbrechen. Die Besuchsabende können nicht als Einlenken gewertet werden weil Sie ja klar gestellt haben, dass dies von Ihnen nicht akzeptiert wird.

Natürlich können Sie auch zum Psychologen gehen, Sie haben ja nichts zu verbergen, es ist aber rechtlich keine Verpflichtung und daraus kann und darf Ihnen kein Nachteil entstehen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 09.08.2014 | 21:32

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 09.08.2014 5/5,0
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