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Mutter muss ins Krankenhaus - Tochter soll von Lebensgefährten betreut werden

11.04.2013 22:47 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung:

Ist ein Elternteil tatsächlich und von Dauer an der Ausübung der elterlichen Sorge gehindert, übt der andere Teil die Sorge allein aus, vgl. 1678 I BGB.
Dies gilt nicht bei normalen Erkrankungen oder Krankenhausaufenthalten.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben eine gemeinsame Tochter (3 Jahre) und ein durch ein Gericht festgesetztes Wechselmodell. Es besteht gemeinsames Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht und unsere Tochter verbringt jeweils die Hälfte der Woche bei ihrer Mutter und die andere Hälfte der Woche bei mir. Die genauen Zeiten sind vom Gericht festgelegt.

Nun muss die Mutter ins Krankenhaus und möchte, dass ihr neuer Lebensgefährte ihre Betreuung für die halben Wochen übernimmt. Meine Tochter versteht sich zwar recht gut mit ihm, was ich auch sehr gut finde, aber bisher war er nur ganz selten mit ihr alleine und das auch nur für maximal 1-2 Stunden.

Ich habe der Mutter gerade noch am Telefon angeboten, dass ich unsere Tochter auch öfters in der Woche ins Krankenhaus bringen kann und sie auch sofort nach dem Krankenhausaufenthalt z.B. eine ganze Woche bei ihr bleiben kann. Leider hat sie dies abgelehnt und sie möchte einfach, dass unsere Tochter von ihrem Lebensgefährten betreut wird. Gründe dafür wollte sie mir nicht nennen.

Muss ich unsere Tochter nach meiner halben Woche zum Lebensgefährten bringen, wenn die Mutter im Krankenhaus liegt oder kann unserer Tochter bei mir bleiben, bis ihre Mutter wieder aus dem Krankenhaus kommt?

Falls es ein Problem sein sollte, dass unsere Tochter in der Zeit bei mir bleiben kann, was kann im schlimmsten Fall passieren (rechtlich)? Für mich ist es einfach nicht ersichtlich, dass unsere Tochter eine halbe Woche bei jemandem bleiben soll, der bisher maximal 1-2 Stunden am Stück mit ihr alleine war und die Beziehung auch noch nicht so lange besteht.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Jeder Elternteil bestimmt für die Zeit, in der ein Kind unter seiner Betreuung ist, wer mit dem Kind zusammen sein soll. Es ist auch möglich die elterliche Sorge per Vollmacht auf andere zu übertragen. Nur wenn ein Elternteil tatsächlich an der Ausübung der Sorge gehindert ist, übt der der andere Elternteil die elterliche Sorge allein aus, vgl. § 1678 I BGB . Dies liegt aber nur vor, wenn der Zustand von Dauer ist. Hier handelt es sich offensichtlich nur um einen begrenzten Aufenthalt der Mutter. Dies führt nicht zu einer Verhinderung der Kindesmutter, so dass diese auch die elterliche Sorge mit ausübt. Sie ist berechtigt zu entscheiden das in Ihrer Betreuungszeit der Lebenspartner diese Aufgabe übernimmt, ohne das es auf Ihre Zustimmung ankommt. Sie können ja auch ansonsten nicht verbieten, das der Lebensgefährte Kontakt hat und eventuell auch das Kind alleine betreut. Solange in der Person des Lebensgefährten keine Kindeswohlgefährdung liegt, können Sie nichts machen.

Die Kindesmutter entscheidet selbst, wenn Sie bittet die Betreuung zu übernehmen, Sie hätten das gleiche Recht.

Hinzu kommt, dass Ihre Tochter bereits 3 Jahre alt ist und damit im Kindergartenalter.

Sie sollten nicht gegen die gerichtliche Regelung verstoßen. Bringen Sie die Tochter nicht zurück, könnte die Mutter gegen Sie ein Ordnungsgeld und ersatzweise Ordnungshaft festsetzen lassen. Desweiteren könnte man an Ihrer Zuverlässigkeit im Rahmen der gemeinsamen elterlichen Sorge zweifeln. Dies könnte einen Antrag der Mutter auf die alleinige elterliche Sorge provozieren.

Man kann also nur dazu raten, sich an die Vereinbarung zu halten. Sie sollten Ihre Hilfe und Bereitschaft anbieten, falls die Tochter nicht beim Lebensgefährten der Mutter bleiben will. Diese Einsicht muss dann von dieser Seite und von Seiten der Mutter kommen. Grundsätzlich kann die Kindesmutter den Partner mit der Betreuung beauftragen und Sie müssen das hinnehmen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

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