Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Muss meine Frau eine Änderung des Arbeitsvetrages hinnehmen ??

18.05.2009 11:09 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


21:29

Zum Fall:
Meine Frau arbeitet seit über 10 Jahren als Teilzeitkraft für 24 Std./Woche. bei der Firma Aldi.
Seit August 2008 ist sie in Elternzeit und wollte nun bald wieder arbeiten gehen. Da unser Sohn bei der Geburt eine Kleinhirnblutung hatte ist es notwendig das sie mindestens 2 mal pro Woche zur Frühförderung fährt. Aus diesem Grunde wollte sie zwar wieder arbeiten, allerdings nur für 12 Std./Woche, dies hatte ihr die Firma auch angeboten. Jetzt möchte man sie jedoch dazu zwingen eine Änderung des Arbeitsvertrages zu unterschreiben d.h sie soll auf ihren jetzigen Vertrag verzichten der auch ein höheres Gehalt beinhaltet, dieser soll für alle Zeiten fest auf 12 Std./Woche festgeschrieben werden. Sie hat aus der Zeit vor der Elternzeit 300 Minusstunden angehäuft, dies lag an einer Überbesetzung der Filiale, ist also von der Firma Aldi zu verantworten. Man sagte ihr das man auf die hälfte dieser Minusstunden verzichtet, sie dafür aber die Vertragsänderung unterzeichnen muss.

Kann die Firma das mit ihr machen oder kann sie auf die 24 Std. bestehen ?
Gibt es ab August 2009, also wenn sie wieder arbeiten würde irgendeinen Schutz für junge Mütter das die Minusstunden gar nicht abgearbeitet werden müssen ?
Sind die angebotenen 12 Std/Woche eine freiwillige Sache des Arbeitsgebers oder ist dies das gute Recht meiner Frau auch ohne einen Vertrag zu unterzeichnen ?

Man sagte ihr bei der Firma das sie die Minusstunden abarbeiten muss wenn sie auf ihre 24 Std. besteht und stellte dazu die Frage wie sie das denn mit einem Kind machen will. Die Aussage finde ich schon frech, denn damit möchte man nur Druck ausüben.

18.05.2009 | 11:30

Antwort

von


(942)
Golmsdorfer Str. 11
07749 Jena
Tel: 036412692037
Web: http://www.jena-rechtsberatung.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

die von Ihnen gestellte Frage beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

1. Kann die Firma das mit ihr machen oder kann sie auf die 24 Std. bestehen?

Ich entnehme der Sachverhaltsschilderung, dass Ihre Frau aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Kindes und der damit verbundenen regelmäßigen Arztbesuche nur noch 12 Stunden in der Woche arbeiten möchte. Insoweit ist ihr der Arbeitgeber entgegengekommen und gesteht ihr diesen Wunsch zu.

Dies muss nunmehr in einem Arbeitsvertrag schriftlich festgehalten werden.

Ich verstehe die Sache also dahingehend, dass der Wunsch nach 12 Stunden Arbeitszeit pro Woche von ihrer Frau ausgegangen ist. Insoweit stellt sich die Sache für mich nicht als Zwang dar.

Sollte Ihre Frau weiterhin 24 Stunden pro Woche arbeiten wollen, sollte sie den neuen Arbeitsvertrag natürlich nicht unterzeichnen.

Wenn Ihre Frau aber wunschgemäß derzeit nur 12 Stunden pro Woche arbeiten möchte, sollte sie dem Angebot des Arbeitgebers nachkommen und den neuen Arbeitsvertrag auch unterschreiben.

Die Vereinbarung über den (teilweisen) Wegfall der Minusstunden kann nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Grundsätzlich ist Ihre Frau natürlich arbeitsrechtlich verpflichtet, die Minusstunden abzuarbeiten. Dies kann vom Arbeitgeber aber nur zeitlich begrenzt geltend gemachten werden. Dennoch besteht der Anspruch des Arbeitgebers. Ich werte das Angebot, die Minusstunden (teilweise) zu streichen als Entgegenkommen des Arbeitgebers und würde dieses Angebot auch annehmen, wenn es den Vorstellungen Ihrer Frau entspricht.

Wenn Ihre Frau mit der Vorgehensweise des Arbeitgebers nicht einverstanden ist, sollte sie auf den Vorschlag auch nicht eingehen.

2. Gibt es ab August 2009, also wenn sie wieder arbeiten würde irgendeinen Schutz für junge Mütter das die Minusstunden gar nicht abgearbeitet werden müssen?

Es gibt insoweit keinen besonderen Schutz für junge Mütter, dass die zahlreich angesammelten Minusstunden abzuarbeiten sind. Wie oben bereits erwähnt, kann hier eine teilweise Aufhebung der Stunden erzielt werden. Ansonsten wäre Ihre Frau grundsätzlich verpflichtet, die Stunden auch nachzuarbeiten.

Man kann sich hier nur auf den Standpunkt stellen, dass die Minusstunden allein vom Arbeitgeber verursacht worden sind und der Arbeitnehmer daher nicht verpflichtet ist, die Stunden nachzuarbeiten. Hier kommt es aber darauf an, aus welchem Grund diese Minusstunden angefallen sind. Insbesondere sind dabei betriebliche Gründe zu berücksichtigen. Wenn für den Arbeitgeber andere Möglichkeiten bestanden hätten, den Arbeitnehmer zu beschäftigen bzw. die Arbeitnehmer auf Kurzarbeit zu setzen, wären die Minusstunden nicht angefallen.

3. Sind die angebotenen 12 Std/Woche eine freiwillige Sache des Arbeitsgebers oder ist dies das gute Recht meiner Frau auch ohne einen Vertrag zu unterzeichnen?

Wie ich dem Sachverhalt entnehme, war es zunächst der Wunsch Ihrer Frau, nur noch 12 Stunden in der Woche zu arbeiten, um den Gegebenheiten hinsichtlich des Kindes gerecht werden zu können. Im Gegenzug dazu hat der Arbeitgeber angeboten, dem Wunsch nachzukommen.

Insoweit liegt schon ein freiwilliges Entgegenkommen des Arbeitgebers vor. Allerdings kann sich für Ihre Frau auch ein rechtlicher Anspruch auf die Teilzeitbeschäftigung mit 12 Stunden pro Woche ergeben. Dies richtet sich insoweit nach den Voraussetzungen des Gesetzes über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (TzBfG).

Wenn Ihre Frau derzeit tatsächlich nur noch 12 Stunden pro Woche arbeiten möchte, sollte sie das Angebot des Arbeitgebers annehmen und den neuen Arbeitsvertrag unterzeichnen.


Rechtsanwalt Steffan Schwerin

Rückfrage vom Fragesteller 18.05.2009 | 21:05

Der Wunsch nach 12 Std. Arbeitszeit ist von ihrer Firma ausgegangen, da die Filiale immer noch überbesetzt ist und sich für die Firma weitere Minusstunden anhäufen würden. Die Firma verfügt allerdings über ein ausgebautes Filialnetz, somit hätte man meine Frau auch in der Vergangenheit in anderen Filialen einsetzen können und es wäre nicht zu diesen Minusstunden gekommen.
Sicherlich wäre meine Frau aufgrund der Sache mit unserem Sohn bereit von 24 Std. auf 12 Std. herunterzugehen, allerdings möchte man ihr damit gleichzeitig den höheren Stundenlohn (Altvertrag) wegnehmen. Dazu kommt das Sie selbst wenn unser Sohn älter ist nie wieder an diesen Vertrag kommt. Die finanziellen Einbußen wären also auch in der Zukunft gegeben.
Gerne würde ich eine weitere Einschätzung von Ihnen haben, vielleicht im weiteren Verlauf in Form einer telefonischen Beratung. Allerdings weiß ich nicht wie ich sie persönlich über diese Plattform erreichen kann, evtl. können Sie mir auch hier eine Auskunft geben.

Vielen Dank.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 18.05.2009 | 21:29

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Ihre Nachfrage möchte ich gern wie folgt beantworten:

Ich bin aufgrund des eingangs geschilderten Sachverhaltes davon ausgegangen, dass der Wunsch nach 12 Stunden von Ihrer Frau ausging. Nunmehr stellt sich die Sache so dar, dass der Arbeitgeber Ihre Frau von 24 Stunden auf 12 Stunden heruntersetzen möchte.

Der Arbeitgeber muss Ihrer Frau dann den 24-Stunden-Vertrag kündigen (Änderungskündigung) und einen neuen Arbeitsvertrag über 12 Stunden vorlegen.

Da Ihre Frau aber nicht auf 12 Stunden heruntergesetzt werden möchte, muss sie der Kündigung sowie dem Angebot, nur noch 12 Stunden zu arbeiten ausdrücklich widersprechen.

Es müsste dann aber eine Kündigungsschutzklage innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Änderungskündigung gegen die Änderungskündigung erhoben werden.

Ihre Frau kann die Änderung aber auch UNTER VORBEHALT annehmen und die Änderung dann gerichtlich überprüfen lassen. Es muss dann innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung Änderungsschutzklage zum Arbeitsgericht erhoben werden. Gewinnt der Arbeitnehmer die Änderungsschutzklage, besteht das Arbeitsverhältnis zu unveränderten Bedingungen fort. Verliert der Arbeitnehmer, besteht sein Arbeitsverhältnis zu den geänderten Arbeitsbedingungen fort.

Abschließend kann ich Ihnen nur raten, einen Rechtsanwalt mit dem weiteren Vorgehen zu beauftragen.

Ich nehme nicht an der kostenpflichtigen telefonischen Beratung dieser Plattform teil. Eine weitergehende Beratung kann dann am besten über die Anwalt-Direktanfrage über diese Plattform erfolgen.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass Sie mich außerhalb dieser Plattform mandatieren.

Den geleisteten Erstberatungsbetrag würde ich Ihnen in voller Höhe anrechnen.

Eine größere Entfernung zwischen Anwalt und Mandant stellt grundsätzlich kein Problem dar. Mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel wie E-Mail, Post, Fax und Telefon ist eine Mandatsausführung ebenfalls möglich.

Mit freundlichen Grüßen



Steffan Schwerin
Rechtsanwalt

Rechtsanwaltskanzlei Steffan Schwerin
Golmsdorfer Straße 11
07749 Jena

Tel.: 03641 801257
Mobil: 01705230471
Fax: 03212/1128582
Email: steffan.schwerin@hotmail.de
steffan.schwerin@gmx.de

ANTWORT VON

(942)

Golmsdorfer Str. 11
07749 Jena
Tel: 036412692037
Web: http://www.jena-rechtsberatung.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Zivilrecht, Miet und Pachtrecht, Familienrecht, Vertragsrecht, Internet und Computerrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 81222 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für die sehr schnelle und ausführliche Antwort. Sie hat mir gut weitergeholfen Sehr gut hat mir die nette Zusammenarbeit gefallen. Ich würde diesen Anwalt immer wieder für einen Rat befragen. Vielen Dank dafür ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle Hilfe. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Frage ...
FRAGESTELLER