Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Muss ich und wenn ja, wie viel und wie lange meiner Frau nach der Trennung Unterhalt zahlen?

08.08.2008 14:51 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Liebe Anwältin, lieber Anwalt,
vorweg eine kurze Schilderung der Sachlage:
Ich bin 45 Jahre alt, seit 92 mit meiner Frau (40 Jahre alt)verheiratet(normale Güter/Zugewinngemeinschaft) und wir leben zusammen in einem Eigenheim mit unseren drei Kindern, 8,12,und 14 Jahre alt. Mein Nettoeinkommen aus 1,5 Jobs beträgt im Moment ca. 3000,- Euro, meine Frau ist Hausfrau.
Meine Frau möchte nun ausziehen und die Familie verlassen, die drei Kinder verbleiben bei mir. Hierzu meine Fragen:
- meine Frau verlangt, dass ich ihr die neue Wohnung und Unterhalt zahle. Hat meine Frau überhaupt Anspruch auf Unterhalt und wenn ja, wieviel und wie lange muß ich zahlen? Oder muß sie arbeiten und für sich selber sorgen?
- Wie sieht es mit dem Unterhalt aus, wenn meine Frau sich doch noch entscheidet, das jüngste Kind beim Auszug mit zu nehmen?
- Macht es in Art oder Höhe des Unterhalts einen Unterschied, ob man getrennt lebend oder geschieden ist?
- Wo kann ich offiziell ein Trennungsjahr anzeigen/bekannt machen, welches ja Voraussetzung für eine spätere Scheidung ist?
- unser gemeinsames Haus (zu je 50% eingetragen) bringt zur Zeit nach Abzug der Verbindlichkeiten einen Verkaufserlös von ca. 120,00 Euro. Vor der Ehe hatte ich auch schon eine Immobilie, mit deren Verkaufserlös von ca. 90.000 Euro auch unser heutiges Haus finanziert ist.(Meine Frau hat kein Vermögen mit in die Ehe gebracht) Im Rahmen des "Zugewinnausgleichs" bekäme ich dann 60.000 Euro (die Hälfte)und noch 30.000 Euro(Zugewinnausgleich, höchsten bis zu 50%des Anteils)) zusätzlich vom Anteil meine Frau. Ist das richtig gerechnet?
Vielen Dank für Ihre Mühe beim Beantworten der Fragen!

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte Ihre Fragen auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Eine konkrete Unterhaltsberechnung kann auf Grund fehlender näherer Angaben nicht erfolgen.

Grundsätzlich spricht auf Grund des dargelegten Sachverhalts vieles für einen Unterhaltsanspruch Ihrer Frau nach zunächst nach § 1361 BGB (Trennungsunterhalt) und nach der Scheidung nach § 1573 BGB (Unterhalt wegen Erwerbslosigkeit und Aufstockungsunterhalt).

Für die Trennungszeit kann Ihre Frau von Ihnen den nach den Lebensverhältnissen und den Erwerbs- und Vermögensverhältnissen von ihnen, den angemessenen Unterhalt verlangen.

Gemäß § 1361 Abs. 2 BGB kann Ihre Frau jedoch darauf verwiesen werden, ihren Unterhalt durch eine Erwerbstätigkeit selbst zu verdienen, wenn dies von ihr nach ihren persönlichen Verhältnissen, insbesondere wegen einer früheren Erwerbstätigkeit und unter Berücksichtigung der Dauer der Ehe und nach den wirtschaftlichen Verhältnissen beider Ehegatten erwartet werden kann.

Nach der Scheidung obliegt Ihrer Ehefrau nach § 1569 BGB , selbst für ihren Unterhalt zu sorgen.

Es gilt insofern der Grundsatz der Eigenverantwortlichkeit. Ihrer Frau würde aber aller Voraussicht nach für eine Übergangszeit nach der Scheidung ein Unterhalt zugesprochen werden, sofern die Erwerbslosigkeit ehebedingt war.

Die Höhe des Unterhalts bestimmt sich nach den ehelichen Lebensverhältnissen, § 1578 Abs. 1 BGB .

Daher umfasst er den gesamten Lebensbedarf, also auch die Kosten für eine angemessene Unterkunft.

Für eine explizit Forderung, von Ihnen eine Bezahlung einer Unterkunft zu erhalten, findet selbst keine rechtliche Grundlage, sondern ist allenfalls vom Unterhalt mit umfasst.

Hinsichtlich der Höhe ist zu berücksichtigen, dass Ihre Kinder grundsätzlich vorrangig zum Unterhalt berechtigt sind.

Erst wenn dessen Unterhaltsansprüche vollständig befriedigt sind, käme ein Unterhaltsanspruch Ihrer Frau in Betracht. Dies gilt umso mehr, als dass die Kinder in Ihrem Haushalt leben. Dann wäre Ihre Frau verpflichtet, Kindesunterhalt für Ihre Kinder zu zahlen.

Dann kommt zumindest eine Aufrechnung mit etwaigen Trennungsunterhaltsansprüchen in Betracht, so dass für Sie ein Verhandlungsspielraum bestehen dürfte um eine Unterhaltszahlung an Ihre Frau zu verhindern.

Sofern Ihre Frau das jüngste Kind (8 Jahre) in ihrem Haushalt aufnimmt, kommt ein Freistellungsanspruch hinsichtlich des Kindesunterhaltes für Sie in Betracht, da Sie dann verpflichtet sind, Kindesunterhalt zu zahlen, gleichzeitig aber von Ihrer Frau einen solchen für die anderen beiden Kinder in Ihrem Haushalt fordern können.

In Betracht käme dann nach der Scheidung noch ein Unterhaltsanspruch Ihrer Frau wegen Betreuung eines Kindes nach § 1570 Abs. 1 BGB .

Dieser Unterhaltsanspruch besteht grundsätzlich 3 Jahre nach der Geburt. Ab dem 4. Lebensjahr (also in Ihrem Fall, auf alle Fälle) findet eine Einzelfallprüfung statt, ob Ihre Frau auch dann eine Erwerbstätigkeit ausüben kann.

Auch nach der bisherigen Rechtsprechung des BGH kam es bei diesem Alter des Kindes auf die konkreten Umstände des Einzelfalls an, ob eine Erwerbstätigkeit neben der Kindesbetreuung ausgeführt werden kann.

Ich möchte mir den Hinweis erlauben, dass Sie an Ihre Frau eine Nutzungsentschädigung für das Wohnen im Haus leisten müssen, da die Hälfte des Hauses Ihrer Frau gehört und diese auszieht.

Das Rechtsverhältnis bestimmt sich nach den Regeln der Gemeinschaft des BGB.

Hinsichtlich der Berechnung des Zugewinnausgleiches bzgl. des Hauses ist Ihre Berechnung zutreffen erfolgt und dargelegt, sofern sich Ihr Vermögen nicht noch auf andere Art und Weise vermehrt hat.

Beim Zugewinnausgleich werden die Anfangs- und Endvermögen beider Ehegatten miteinander verglichen.

Der Ehegatte, der den höheren Zugewinn in der Ehe hatte hat die Hälfte dieses Zugewinns an den anderen Ehegatten zu zahlen.

Sofern sich Ihr Vermögen durch den Hauskauf nicht auch erhöht hat, ist Ihre Berechnung richtig.

Wenn Sie aus dem Verkauf des Hauses, welches bereits vor der Ehe in Ihrem Eigentum stand die Summe zur Zahlung des neuen Hauses nutzen, handelt es sich hierbei lediglich um eine Umschichtung Ihres Vermögens, so dass das Anfangsvermögen dadurch gleich bleibt, jedoch aber keine Vermögensmehrung eintritt.

Natürlich bildet das Hausgrundstück nur einen Bruchteil des Zugewinnausgleiches.

Eine förmliche Anzeige für die Trennung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Letztendlich muss man auch im Scheidungsverfahren nur nachvollziehbar darlegen, seit wann man getrennt lebt (Trennung von Tisch und Bett).

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90264 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Top! Verständlich und vor allem sehr schnelle und ausführliche Antwort! 1a+****** ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und hilfreiche Beratung ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort des Anwaltes war sehr ausführlich und hat mir sehr weitergeholfen ...
FRAGESTELLER