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Muss ich ohne Maklerauftrag Courtage zahlen?

29.11.2010 12:23 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Sehr geehrter Rechtsanwalt,
ich habe eine Bekannte, die Immobilienmaklerin ist. Sie hat mir einen Käufer für mein Haus besorgt.

Mündlich vereinbart haben wir, dass sie keine Provision von mir bekommt, sondern dass sie diese ausschließlich vom Käufer verlangt. Einen Maklerauftrag zwischen uns beiden gibt es entsprechend auch nicht. Ich habe ihr lediglich in Aussicht gestellt, bei einem guten Verkaufspreis ein kleines Anerkennungshonorar zu zahlen. Auch das ist nur mündlich vereinbart worden. Zeugen für unsere Gespräche gibt es nicht.

Ich stellte meiner Bekannten sämtliche Fotos und einen Verkaufstext zur Verfügung, die sich dann später in der Verkaufsanzeige wiederfanden. Bereits der erste Besichtigungstermin war erfolgreich und ein Käufer war gefunden! Nun will sie mir jedoch nach erfolgreichen Verkaufsverhandlungen mit dem Käufer die Maklergebühren in Rechnung stellen.

Habe ich zu befürchten, dass ich zahlen muss?
Ich würde sonst unter diesen Umständen vom Verkauf des Hauses zurück treten, denn bisher habe ich lediglich einen Vertragsentwurf des Notars der Gegenseite.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir helfen.

Viele Grüße -

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:

Beim sogenannten Maklervertrag entsteht der Provisionsanspruch, wenn ein gültiger Maklervertrag zustandegekommen ist, die Maklerleistung erbracht wurde und aufgrund der Mitwirkung des Maklers der beabsichtigte Hauptvertrag rechtsgültig zustandegekommen ist.

Hier ist nach Ihren Angaben schon fraglich, ob überhaupt ein Maklervertrag zustandegekommen ist, der Sie zur Zahlung des Maklerlohns verpflichtet. Ein solcher Vertrag bedarf keiner besonderen Form, sondern kann auch mündlich abgeschlossen werden.
Das Zustandekommen des Maklervertrags kann die Maklerin wohl entsprechend bereits durch die von Ihnen zur Verfügung gestellten Photos und Texte nachweisen, so dass die ihr diesbezüglich obliegende Beweislast erfüllt ist.

Bei einem Maklervertrag ist grundsätzlich der Auftraggeber zur Provisionszahlung verpflichtet.
Regelmäßig können Auftraggeber und Makler aber vereinbaren, dass der Käufer die Provision zu tragen hat. Der Auftraggeber haftet dann nur für die Provisionszahlung, wenn grundsätzlich die Voraussetzungen für einen Provisionsanspruch vorliegen und die Provision vom Käufer nicht zu erlangen ist. Vorliegend wird dies wohl der Fall sein. Bereits das OLG Hamm hat 1998 entschieden (18 U 120/07), dass ein Provisionsanspruch gegen den Käufer dann nicht begründet ist, wenn man davon ausgehen kann, dass der Makler für den Verkäufer tätig wird und von diesem auch eine Provision erhält. Dieser Anschein besteht auch vorliegend, sofern nicht bereits in der Verkaufsanzeige ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass nur der Käufer die Provision zu zahlen hat. Das Provisionsverlangen des Maklers muss dem Käufer gegenüber ausdrücklich klar gemacht werden.

Die Beweislast für die Vereinbarung mit der Maklerin tragen Sie als Auftraggeber, da Sie eben die Provision nicht zahlen möchten. Dies dürfte nach Ihren Angaben schwierig werden, da weder eine schriftliche Fixierung, noch Zeugen vorzuweisen sind.

Sofern entsprechend ein gültiger Kaufvertrag zustandekommt, wird aufgrund der schlechten Beweislage die Gegenseite wohl einen Anspruch auf Provisionszahlung gegen Sie durchsetzen können, da die Maklerleistung regelmäßig nur gegen Vergütung zu erwarten ist, § 653 Abs. 1 BGB. Sofern kein Kaufvertrag zustandekommt, entsteht auch kein Provisionsanspruch der Maklerin.

Es tut mir leid, Ihnen keine positivere Auskunft geben zu können. Ich hoffe aber, ich konnte Ihnen mit den obigen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben. Bitte beachten Sie jedoch, dass dieses Forum keine persönliche Rechtsberatung ersetzen kann und dass durch Hinzufügen oder Weglassen wichtiger Informationen die rechtliche Bewertung anders ausfallen kann.

Bei Nachfragen nutzen Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion.


Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!

Mit freundlichen Grüßen


Nele Trenner
Rechtsanwältin


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