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Muss ich einem neuen Arbeitgeber über Krankheit und Rentenerhalt Auskunft geben?

| 17.03.2011 17:13 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo,
ich bin für 1 1/2 Jahre 100% erwerbsunfähig berentet (keine körperlichen Schäden, sondern Burn out). Die Aufnahme einer Tätigkeit während dieser Zeit bleibt mir überlassen und steht mir frei. Dann endet jedoch sofort der Rentenanspruch.
Nach der genehmigten Rentenzeit muss ich mich arbeitslos melden bzw. einen weiterführenden Antrag stellen.
Da ich gerne noch einige Jahre beruflich tätig sein möchte - ich liebe meinen Beruf im Büro - bin ich natürlich an einer neuen Aufnahme eines Jobs stark interessiert. Also habe ich mich engagiert, da ich mich gesundheitlich soweit wieder o.k. fühle und für mich selbst sorgen möchte.

Nun hat es sich ergeben, dass ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen habe. In meinem Lebenslauf habe ich nicht erwähnt, dass ich befristet berentet bin.

Meine Frage:

Muss ich dem Arbeitgeber über den Rentenbescheid auskunft geben? (dieser ist eh befristet)

Wenn ich den Arbeitgeber darauf hinweise, welche Nachteile entstehen dadurch für mich?
(Event. sofortige Ablehnung)

Das brisante an der Sache ist, dass es sich bei dem AG um die RV selbst handelt. Inwieweit darf man in meine persönlichen Gesundheitsakten sehen und den Inhalt zur Entscheidungsfindung heranziehen? Ich würde mich dadurch sehr benachteiligt fühlen, da andere AG diese Möglichkeit nicht haben.

Was passiert, wenn ich den Job bekomme, später aber das Personalbüro feststellt, dass ich berentet war. Droht mir dann die sofortige Kündigung?
Dann lande ich bei Hartz IV.

Für Ihre Hilfe recht herzlichen Dank im Voraus.


Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage kann ich Ihnen anhand Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten.

Zu Ihrer 1. Frage: Muss ich dem Arbeitgeber über den Rentenbescheid Auskunft geben

Grundsätzlich gilt, dass ein künftiger Arbeitgeber in einem Vorstellungsgespräch nur die Fragen stellen darf, die für die Besetzung der vakanten Position wesentlich sind.

So dürfte zum Beispiel ein Bewerber für eine Position als Maurer durchaus nach Rückenleiden befragt werden.

Bei einer Bewerbung als Sekretärin hingegen dürfte die Frage nach einem Rückenleiden unzulässig sein.

Umgekehrt gilt auch, dass Sie nicht von sich aus auf eventuelle Krankheiten hinweisen müssen, die Ihre zu erwartende Arbeitsleistung nicht beeinträchtigen würden.

Wenn Sie also als geheilt anzusehen sind und keine Erwerbsunfähigkeit mehr vorliegt und außerdem nicht zu erwarten ist, dass Sie einen Rückfall erleiden, dürfte Sie auch keine Offenbarungspflicht bezüglich Ihres Burn-Out-Syndroms und der daraus folgenden Verrentung treffen.

Wenn es allerdings wahrscheinlich ist, das Sie einen Rückfall erleiden können, der durch Ihren neuen Beruf ausgelöst werden könnte, dann müssten Sie dies Ihrem potentiellen Arbeitgeber auch mitteilen. Dies ist allerdings eher eine medizinisch-psychologische Frage als eine rechtliche.

Zu Ihrer zweiten Frage: Wenn ich den Arbeitgeber darauf hinweise, welche Nachteile entstehen dadurch für mich?

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie abgelehnt werden, wenn Sie Ihrem künftigen Arbeitgeber über Ihr Burn-Out berichten, erscheint mir relativ groß.

Sie sollten in jedem Fall mit erläutern, warum Sie denken oder sich sicher sind, dass in Zukunft kein Risiko besteht, dass Sie erneut erkranken.
Allerdings würde eine Ablehnung wahrscheinlich anders, bzw. gar nicht begründet werden.

Zu Ihrer dritten Frage: Inwieweit darf man in meine persönlichen Gesundheitsakten sehen und den Inhalt zur Entscheidungsfindung heranziehen

Diese Frage lässt sich ganz klar beantworten: Gar nicht.

Ihre Gesundheitsdaten, die dem Rentenversicherer wegen Ihrer BU-Rente vorliegen, dürfen nur für die Zwecke der BU-Rente genutzt werden. Sie unterliegen dem Sozialdatengeheimnis.

Eine anderweitige Verwendung dieser Daten ist nur in eng begrenzten Ausnahmefällen und nicht für ein Bewerbungsverfahren zulässig.

Zu Ihrer vierten Frage: Was passiert, wenn ich den Job bekomme, später aber das Personalbüro feststellt, dass ich berentet war. Droht mir dann die sofortige Kündigung?

Hier kommt es darauf an, welche der unter Frage 1 genannten Konstellationen zutrifft:

Trifft Sie keine Offenbarungspflicht, so liegt auch kein Kündigungsgrund vor. Zumindest deshalb kann Ihnen nicht gekündigt werden.

Trifft Sie eine Offenbarungspflicht, der Sie nicht nachgekommen sind, so ist seitens des Arbeitgebers eine Anfechtung möglich.

Diese hätte nicht nur die sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses zur Folge sondern führt sogar dazu, dass Sie Ihr erhaltenes Gehalt (zumindest teilweise) wieder zurückzahlen müssen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort einen Einblick in die Rechtslage verschaffen konnte und verbleibe

Bewertung des Fragestellers 17.03.2011 | 21:08

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