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Muss ich die Maklercourtage zahlen, wenn ich das Haus kaufe?

| 03.03.2008 23:21 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beabsichtige eine Immobilie zu erwerben und möchte gerne wissen, ob unter nachfolgend beschriebenen Sachverhalt die Marklercourtage zu zahlen ist:

August 2007: Erster Kontakt mit dem Makler aufgrund einer Anzeige im Internet. Der Makler übersendet mir ein Expose per Email.

September 2007: Besichtigung des Hauses mit dem Makler.

Oktober 2007: Emailkontakt mit dem Markler, der Makler beantwortet Fragen bzgl. Betriebskosten und Heizungsanlage. Hiernach kein weiterer Kontakt, da mir der Preis des Hauses zu hoch ist.

Anfang Februar 2008: Ich nehme Kontakt mit dem Hausbesitzer aufgrund seiner privaten Anzeige im Internet auf. Der Besitzer bietet das Objekt 15% günstiger an, als der Makler in seiner Anzeige.

17. Februar 2008: Besichtigung des Hauses ohne Makler.

21. Februar 2008: Der Makler bietet mir das Haus jetzt zum gleichen Preis an, wie der Besitzer in seiner privaten Anzeige. In der Internetanzeige des Maklers ist das Haus weiterhin zum alten Preis angeboten.

22. Februar 2008: Der Makler gleicht den Preis in seiner Internetanzeige an.

Der Hausbesitzer beteuert keinen Vertrag mit dem Maklerbüro zu haben. Ich selbst habe ebenfalls keine schriftliche Vereinbarung mit der Maklerfirma. Falls ich das Haus kaufe, war aus meiner Sicht der entscheidende Auslöser die Privatanzeige des Besitzers, aufgrund derer ich das Haus noch einmal besichtigt habe.

Muss ich die Maklercourtage zahlen, wenn ich das Haus kaufe?

Mit freundlichen Grüssen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste rechtliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.

Nun aber zu Ihrer Frage, welche ich auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Ein Maklervertrag kommt wie jeder Vertrag durch Angebot und Annahme zustande. Dabei besagt § 653 BGB, dass eine Maklervergütung als stillschweigend vereinbart gilt wenn die übertragene Leistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.

Wenn Sie auf eine von einem Makler geschaltete Anzeig stoßen, besteht die naheliegende Möglichkeit, dass der Makler vom Verkäufer mit der Vermittlung der zu verkaufenden Immobilie beauftragt wurde. Aus diesem Grund stellt alleine der Kontakt, welchen Sie mit dem Makler aufgrund der aufgefundenen Anzeige herstellen, für sich alleine noch keinen Maklervertrag dar.

Die Rechtsprechung fordert daher für einen wirksamen Vertragsschluss in der Regel, dass der Makler einen Provisionshinweis gibt, welcher den Käufer unmissverständlich aufklärt, dass die Vermittlungsleistung kostenpflichtig ist.

Wenn ein Maklervertrag nach den genannten Grundsätzen geschlossen wurde, kommt es nur noch darauf an, ob der Makler die erste Vermittlungsleistung erbracht hat. Auch wenn daher nach Beendingung des Maklervertrages eine Einigung zwischen Käufer und Verkäufer stattfindet, kann der Makler seine Provision verlangen.

Bei Ihnen kommt es also wohl entscheidend darauf an, ob Sie mit dem Exposee den entsprechenden Provisionshinweis erhalten haben. Dann kann der Makler auch bei einer späteren ohne seine Mitwirkung erfolgten Einigung seine Vergütung verlangen.

Ich hoffe, ich konnte einen ersten hilfreichen Überblick verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen


Susanne Schorn
Rechtsanwältin

_________________

Innstr. 5
93059 Regensburg

Tel: 0941/46109920
Fax: 0941/46109956
mobil: 0176/21122594

info@kanzlei-schorn.com
www.kanzlei-schorn.com

Nachfrage vom Fragesteller 05.03.2008 | 10:42

Sehr geehrte Frau Schorn,

mit dem Exposee wurde ich auf die Käufercourtage hingewiesen.

Habe ich das somit richtig verstanden, dass der Umstand, dass der Besitzer das Haus in seiner privaten Anzeige zu einem späteren Zeitpunkt günstiger anbietet als der Makler, in meinem Fall für die zu zahlende Courtage nicht von Bedeutung ist?

Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.03.2008 | 17:19

Sehr geehrter Ratsuchender,

danke für Ihre Nachfrage.

Wenn zwischen dem Zeitpunkt der Vermittlung durch den Makler und der Einigung mit dem Verkäufer nicht eine erhebliche Zeitspanne liegt, ist es in der Tat so, dass Sie die Provision zahlen müssen.
Ob ein solcher zeitlicher Zusammenhang vorliegt, ist eine Frage des Einzelfalles.

Mit freundlichen Grüßen


Susanne Schorn
Rechtsanwältin

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"Sehr geehrte Frau Schorn,

ihre Antwort hat mir nur bedingt weitergeholfen. Es ist unbefriedigend, dass Sie meine Frage nicht abschließend beantwortet hat. Meines Erachtens habe ich den Hergang hinreichend genau beschrieben, trotzdem legen Sie sich nicht fest. Ich zitiere: "Ob ein solcher zeitlicher Zusammenhang vorliegt, ist eine Frage des Einzelfalles."

Mit freundlichen Grüssen "
Stellungnahme vom Anwalt: