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Muss ich das Angebot annehmen oder habe ich eine Chance in einem Rechtsstreit?


23.08.2007 21:15 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren Anwälte,

ich wurde vor 2 Wochen am Arbeitsplatz gefragt, ob ich vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden und in den Vorruhestand gehen möchte. Termin: 31.08.2007 für die Kündigung. Grund: Es gibt für mich keine Arbeit mehr, da das Unternehmen umprofiliert werden soll. Ich habe zugestimmt unter der Prämisse, dass ich einen finanziellen Ausgleich für den zu erwartenden Verlust bis zu meinem 65. Lebensjahr bekomme. Weitere Forderungen habe ich nicht gestellt. Heute fand ein Personalgespräch mit mir statt und ein entsprechendes Angebot wurde mir eröffnet. Es wurde mir ein Abfindungsangebot von 17.000.-€ brutto unterbreitet. Nach meinen Recherchen würde mir eine Abfindung von 29.880,00€ brutto zustehen, das bedeutet einen Nettowert von mindestens 19.000.-€. Meine Mindestforderung an meinen Arbeitgeber beträgt nur 17.500.-€ netto und nicht wie das Angebot von 17.000.-€ brutto. Mir wurde vorgeschlagen kein Betriebsrat hinzu zu nehmen. Ich habe eine Kündigungsfrist von 7 Monaten und mögliche Arbeitslosenzeit von 18 Monaten. Ich müsste dann mindestens 10 Monate vorzeitig in den Ruhestand gehen.
Meine Frage: Muss ich das Angebot annehmen oder habe ich eine Chance in einem Rechtsstreit. Ich bin 62 Jahre alt; Monatsbruttoverdienst knapp 3000.-€ und 20 Jahre betriebszugehörig.
Da der Personalchef eine dringliche Entscheidung von mir bis morgen erwartet, möchte ich an Sie die Frage meiner weiteren Vorgehensweise stellen, so dass ich gesetzlich nicht im Abseits stehe.

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnne Ihre Frage auf der Grundlage des von Ihnen angegebene Sachverhalts wie folgt:

Grundsätzlich besteht im deutschen Arbeitsrecht kein Anspruch auf eine Abfindung.
Eine Ausnahme stellt § 1a KschG dar. Danach muß in der betriebsbedingten Kündigung der Hinweis enthalten sein, das der Arbeitnehmer eine Abfinndung erhält, sofern er auf die Erhebung einer Kündigungsschutzklage verzichtet.
Richtigerweise werden Abfindung auch regelmäßig in anderen Fällen im Rahmen der gütliche Einigung geleistet.

Eine Abfindung wird grundsätzlich - wie Sie es richtig getan haben - mit 0,5 Monatsverdiensten für jedes Jahr des Bestehen des Arbeitsverhältnisses berechnet.

Ihre Chancen in einem Rechtsstreit sind von vielen Faktoren abhängig.
Sollte Sie tatsächlich gekündigt werden und Kündigungsschutzklage erheben ( ich gehe davon aus, dass Sie unter das Kündigungsschutzgesetz fallen/Anzahl Arbeitnehmer bei Ihnen mehr als 5 ), wäre die Struktur Ihres Unternehmens/ Ihre Beschäftigung/ wie viele Mitarbeiter in diesem Bereich beschäftigt sind/ Sozialkritierien der anderen Beschäftigten/ welche Stellen fallen konkret weg etc. von entscheidender Bedeutung.
Sollte sich herausstellen, dass Ihre Kündigung sozial ungerechtfertigt ist, würden Sie voraussichtlich in der gerichtlichen Güteverhandlung eine Abfindung in der Größenordnung von 0,5 Monatsverdiensten erhalten( auch abhängig von den jeweiligen unterschiedlichen Gerichtsbezirken ) Hierbei ist aber zu beachten, dass eine Abfindung nur im Rahmen einer Einigung zugesprochen werden kann,da - wie oben angesprochen - kein gesetzlicher Anspruch auf diese Abfindung bestehen würde. In der Klage selbst müßte die Weiterbeschäftigung beantragt werden.

Ich empfele Ihnen dringends sich bei einer derart weitreichenden Entscheidung

1) nicht unter Zeitdruck setzten zu lassen
2) keine Entscheidung ohne vorherige anwaltliche Beratung anhand der Gesamtumstände zu treffen.

Sie können sich morgen ein Angebot unterbreiten lassen, ich rate Ihnen aber dringend davon ab, ein solches ohne Überlegungszeit anzunehmen.


Zusammenfassend besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass Sie im Rahmen eines Rechtsstreits eine höhere Abfindung erhalten würden. Dies kann aber im Rahmen dieser Online- Anfrage nicht abschließend beantwortet werden. Zwingend erforderlich ist - darauf verweise ich Sie nochmals - eine vollumfängliche anwaltiche Beratung, die die Gesamtumstände beurteilen kann und Ihnen eine unersetzliche Entscheidungshilfe geben wird.

Nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit und einer erarbeiteten Kündigungsfrist von 7 Monaten sind Sie in der Position, sich eine ausreichende Überlegungs- und Beratungszeit gewähren zu lassen.


Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.


Mit freundlichen Grüßen


Günthner
Rechtsanwalt
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