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Muss ich bei Zahlungsverzug für das Anwaltshonorar aufkommen

| 16.11.2018 16:48 |
Preis: 25,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


Guten Tag

Mein Problem ist folgendes.
Ich habe vor ca. 2 Monaten einen Videolehrgang bestellt.
Gesamtpreis 321,-

Aufgrund unvorhersehbaren Ereignissen konnte ich die Rechnung nicht fristgerecht begleichen.
Ich habe zuvor keine Mahnung mit Verzugszinsen erhalten wie es eigentlich üblich ist. Der Verkäufer hat eine Anwältin beauftragt.

Nun möchte seine Anwältin das ich nicht nur die Rechnung begleiche sondern auch ihr anwaltliches Honorar von 73,65 €. Das sind immerhin fast 1/4 der eigentlichen Kosten für den Videolehrgang.
Die Rechnung für den Videolehrgang wurden einen Monat später beglichen.
Habe die Anwältin des Verkäufers schriftlich erklär, dass ich für die Verzugskosten die mir ungewöhnlich hoch erscheinen, nicht aufkommen werde.
Nun habe ich einen Mahnbescheid vom Amtsgericht Coburg erhalten.


Meine Frage:
Ist die Forderung überhaupt rechtens?
Muss ich für das Honorar aufkommen oder wäre eine Widerspruch sinnvoll.
16.11.2018 | 18:57

Antwort

von


(860)
Radeberger Str. 2K
01796 Pirna
Tel: 03501/5163030
Web: http://RA-Peter-Eichhorn.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Frage kann noch nicht abschließend beantwortet werden.


1.
Zunächst allgemein:

Der Schuldner hat er auch die Kosten der Rechtsverfolgung als „adäquat verursachte Verzugsfolge zu erstatten, wenn sie - nach Eintritt des Verzugs - aus Sicht des Forderungsgläubigers zur Wahrnehmung und Durchsetzung seiner Rechte erforderlich und zweckmäßig waren (§ 280 Abs. 1 und 2 , § 286 BGB ; BGH, Urt. v. 07.05.2015 - III ZR 304/14 - Rz 33)).

Die Kosten der Inanspruchnahme eines Rechtsanwalts richten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Für ein Mahnschreiben fallen in der Regel bei einem Gegenstandswert von 321 € Rechtsanwaltskosten in Höhe von 70,20 € netto an.

Nur im Falle eins „einfachen Schreibens" ohne rechtliche Ausführungen und ohne inhaltliche Prüfung wären es lediglich 16,20 €.

2.
Ob überhaupt Verzug vorliegt, kann anhand Ihrer Angaben nicht beantwortet werden.

In Verzug gerät der Schuldner durch Mahnung (§ 286 Abs. 1 S. 1 BGB ). Das den Verzug begründende Schreiben verursacht keine zu ersetzenden Rechtsverfolgungskosten. Eine solche liegt bei Ihnen nicht vor.

Dann könnte Verzug dadurch eingetreten sein, dass Sie die vertraglich bestimmte Zahlungsfrist nicht eingehalten haben (§ 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB ) oder seit Rechnungstellung mehr als 30 Tage vergangen sind und in der Rechnung auf diese Verzugsfolge hingewiesen wurde (§ 286 Abs. 3 S. 1 BGB ).

> Wenn Verzug vor dem Mahnschreiben bestand, ist die Erstattungsforderung in Höhe der Anwaltskosten von 70,20 € sehr wahrscheinlich berechtigt, bis auf die 3,45 €.
Ein Widerspruch ist insoweit unwirtschaftlich, da es sich um eine geringfügige Zuvielforderung handelt, Sie möglicherweise zwar die 3,45 € sparen aber die Kosten des Gerichtverfahrens (ca. 200 €) zu tragen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 20.11.2018 | 00:42

Danke für die ausführliche Antwort.
Im Mahnbescheid sind nun weitere Kosten aufgeführt, bzw. Verfahrenskosten wie Gerichtskosten, Rechtsbeistandskosten und Auslagen.
Die Gesamtsumme beträgt nun 164,65€

Bleibt es bei den 73€ wenn ich keinen Widerspruch einlege und den Betrag überweise ?

Liebe Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.11.2018 | 08:16

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Für den Mahnbescheid sind 32 € Gerichtskosten angefallen sowie Anwaltskosten und Auslagen in Höhe von 54 €.
> Das sind die Kosten, die Sie tragen müssen, wenn Sie keinen Widerspruch einlegen und unverzüglich bezahlen/überweisen.

Bezahlen Sie nicht unverzüglich, kommen noch 27 € Anwaltskosten für den Vollstreckungsbescheid (VB) dazu.

Legen sie Widerspruch gegen den Mahnbescheid oder Einspruch gegen den VB steigen die Kosten bis auf rund 200 € (s.o.).

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 22.11.2018 | 16:56

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