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Muss ich bei Verkalkung ein neues Klo bezahlen?


18.03.2005 11:01 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Guten Tag.

Ich bitte um fachmännischen Ratschlag in folgender Angelegenheit.

Am 28. Februar bin ich, nach einem Jahr und neun Monaten aus meiner alten Wohnung ausgezogen. Ich habe die Wohnung weiß gestrichen und meines erachtens sauber hinterlassen. Da der Vermieter nicht in köln wohnt, habe ich den Schlüssel in seinen Briefkasten geschmissen. Dies hatten wir telefonisch vereinbart.

Ich hatte fristgerecht gekündigt. Da ich bei anderen Auszügen mitbekommen hatte, dass sich die Vermieter schwer tun sich um Nachmieter zu kümmern und wir uns ganz gut verstanden hatten, habe ich einen Nachmieter vorgeschlagen, der auch zum 15. einziehen sollte und morgen, den 19. März auch einzieht. Fand ich total nett von mir.

Seitdem hatte ich von den Vermietern nichts gehört. Es gab bisher kein Übergabe-Protokoll.

Gestern, am 17. März rief mich meine alte Vermieterin an. (Eine alte Dame, die auf jeden Fall die Hosen an hat, aber bisher ganz nett war.)

Sie hätte sich die Wohnung angesehen und in den Fensterrahmen schwarzen Schmutz entdeckt, (ok) weiterhin wären die Fensterbänke nicht richtig sauber gewesen (Ich bin vor mehr als 2 Wochen da ausgezogen. Vor 2 Wochen waren sie geputzt...) die Heizkörper auch nicht (ok). Sie hat mich allerdings nicht aufgefordert diese Sachen sauber zu machen.

Außerdem hätte sie ins Klo gesehen. Das wäre total schwarz... Sie hätte versucht das zu putzen, wäre nicht gegangen. Ich habe mit meinem Nachmieter telefoniert. Der sagte der schwarze Schmutz wäre nicht schwarz, sondern eine hartnäckige Kalkverkrustung, die sich im Abflussrohr gebildet hat. Er hat auch irgendwelche Anti-Kalk-Tabs reingeschmissen. Ohne Erfolg.

Meine Vermieterin behauptet nun, das Klo wäre neu gewesen. Es ist eine Art Plateau-Klo. Oben fällt was drauf und wird dann durch das Wasser fortgespült. In dem unteren Abflussrohr sitzt die Verkrustung.
In diesem Zustand könnte man das Klo keinem Nachmieter zumuten, sagt meine vermieterin. Sie müsste es ausbauen und ein neues einbauen lassen. Das würde mindestens 200 EUR kosten. Sie will das von meiner Kaution abziehen. ????

Dazu muss ich sagen ich wohne in Köln. Diese Stadt hat bekanntlich sehr kalkhaltiges Wasser. Natürlich habe ich vergessen bei Einzug in die Wohnung zu prüfen in welchem Zustand das Abflussrohr des Klos war. Vielleicht sah es vorher auch schon so aus.

Muss mich meine Vermieterin nicht auffordern dass ich das im nachhinein selber sauber mache? Ist sie wirklich berechtigt auf meine Kosten ein neues Klo einzubauen? Wegen einer Verkalkung?? Muss sie das nicht schriftlich fordern? Wie muss ich mich verhalten? Muss ich Widerspruch einlegen? Wogegen?

Die Toilette ist nicht beschädigt, sondern durch Gebrauch verkalkt. Ich weiß nicht wie alt das Ding ist, sieht schon noch neu aus, aber meine Vormieterin wohnte 1,5 Jahre da und auf jeden fall hat sie das auch schon benutzt.Ist das verschleiß?

Kann meine Vermieterin einfach eigenmächtig für diesen »Schaden« Kaution einbehalten? Sie wollte sowieso einen Teil für die ausstehende Nebenkostenabrechnung behalten. Was muss schriftlich passieren? kann ich jetzt noch ein Übergabe Protokoll machen, nicht dass noch weitere »Mängel« auftauchen für die ich gerade stehen muss. Wie sieht sowas aus? wie muss ich das formulieren? Ist das schon zu spät?? Muss ich beweisen, dass das klo vorher schon verkalkt war?

Wenn ich versuche das Klo sauber zu machen, gestehe ich dann ein, dass ich den »Schaden« verursacht habe? Ich würde meinen nachmieter bitten, mich am Wochenede in die Wohnung zu lassen.

Ich treff mich jetzt um 12 mit ihr, sie wollte mir einen Teil der Kaution zurückgeben. Weiß nicht wieviel.

Brauch ich einen Anwalt? Ich habe keine Rechtschutzversicherung. Wie teuer kann das denn werden?

Ich bitte um schnellstmögliche Antwort auf meine vielen Fragen.

Herzlichen Dank schonmal!


Mit freundlichen Grüßen,
JH
Sehr geehrter Ratsuchender,

leider lässt sich die Kernfrage ohne nähere Tatsachenfeststellungen gar nicht beantworten. Es kommt nämlich ganz wesentlich darauf an, ob die Ablagerungen im Klo als normale Abnutzung durch den Gebrauch, oder aber als Schaden ansehen lassen, der darauf beruht, dass Sie die Schüssel nicht ordnungsgemäß sauber gehalten und so den Ablagerungen vorgebeugt haben.

Im ersten Fall brauchen Sie sich keine weiteren Gedanken zu machen; normale Abnutzung ist durch die Mietzahlung abgegolten. Im letzteren Fall wären Sie schadensersatzpflichtig.

Diese Frage lässt sich aber nicht beantworten, ohne - nicht lachen - den Pott begutachtet zu haben.

Die nächste zu klärende Frage ist, ob die Ablagerungen schon da waren, oder erst während Ihrer Mietzeit entstanden sind. Ihr Pach ist, dass Sie kein Einzugaprotokoll haben. Sollte es stimmen, dass das Klo erst 1,5 Jahre alt war, müssten Sie nachweisen, dass Sie nicht in Schuld sind.

Den Kautionseinbehalt darf die Vermieterin erst einmal vornehmen, bis evtl. Schadensersatzansprüche geklärt sind.

Jetzt noch ein Abnahmeprotokoll anzufertigen ist ohne weiteres möglich. Dazu müssen Sie nur gemeinschaftlich die Wohnung zu begehen. Im Protokoll wird dann festgehalten, welche Mängel vorhanden sind und aufgenommen, dass die Räume ansonsten vertragsgemäß sind. Zeichnen das beide ab, ohne dass die Vermieterin sich die Geltendmachung weiterer Schadensersatzforderungen ausdrücklich vorbehält, brauchen Sie nicht zu befürchten, dass noch etwas nachkommt.

Ich möchte Ihnen eine praktische Lösung anbieten: Schauen Sie sich den Lokus noch einmal zusammen an. Klären Sie dann die beiderseitigen Positionen. Beharrt die Dame auf Ihrer Forderung, sollten Sie die Angelegenheit durch einen Vergleich aus dem Weg schaffen. Jeder trägt die Hälfte der Kosten für ein neues Klo und die Sache ist erledigt. So würden Sie sich einen Prozess mit ungewissem Ausgang ersparen, falls Sie auf Zahlung verklagt werden oder - wahrscheinlichkeit - Sie mit Hilfe des Gerichts hinter Ihrer Kaution herlaufen.

Ob Sie einen Anwalt nehmen bleibt Ihnen überlassen. Sie müssen dies, auch bei einem Prozess am Amtsgericht nicht, haben aber das Recht dazu.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen zunächst weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
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