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Muss ich als Vermächtnisnehmer die Kosten der Testamensvollstreckung anteilig übernehmen?


24.10.2007 18:41 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Sehr geehrte Damen und Herren,
Ein Freund (nicht verwandt) hat mich in seinem Testament mit einem Barvermächtnis in Höhe von 10% des Nachlasses bedacht.

Im Testament wurde Testamentsvollstreckung angeordnet und wie folgt geregelt:

"Aufgabe des Testamentsvollstreckers ist die Durchführung der letztwilligen Verfügung.
Mit der Erfüllung der Vermächtnisse und ggf. der etwaigen Pflichtteilsansprüche ist seine Funktion erledigt. Der Testamenstvollstrecker erhält eine angemessene Vergütung.

Zusammensetzung des Nachlasses:

Vermögenswerte 520.000,00
-Schulden des Erblassers am Todestag 10.000,00
-Todesfallkosten (Beerdigung, Nachlassgericht ect.) 10.000,00

Wert des Nachlasses 500.000,00
-Kosten des Testamenstsvollstreckers 50.000,00

Restwert 450.000,00

Der Testamenstvollstrecker hat mir nun den Betrag in Höhe von €45.000,00 (10% der Vermögens nach Abzug der Kosten des Testamentsvollstreckers) überwiesen.

Im genannten Erbfall hat ein gesetzlicher Erbe sein Vermächtnis ausgeschlagen und den höheren Pflichtteilsanspruch geltend gemacht. Dieser Pflichtteilsanspruch wurde vor Abzug der Kosten des Testamensvollstreckers ausgezahlt. In unserem Fall also die Pflichtteilsquote 25% von 500.000,00.

Frage:

a. Muß ich als Vermächtnisnehmer die Kosten der Testamensvollstreckung anteilig übernehmen bzw. tragen, oder beträgt mein Vermächtnisanspruch 10% aus 500.000,00, also 50.000,00?

b. Sind die Pflichtteilsansprüche grundsätzlich vor Abzug der Kosten des Testamenstsvollstreckers zu berechnen?

Teilen Sie mir bitte dauch die gesetzliche Bestimmung bzw. die Rechtssprechung dazu mit.



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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Schuldner der Vergütung für die Tätigkeit des Testamentsvollstreckers sind die Erben, bei der Testamentsvollstreckung über ein Vermächtnis der Vermächtnisnehmer.

Der Testamentsvollstrecker ist befugt die Vergütung dem Nachlass zu entnehmen.
Soweit der Erblasser keine Vergütungshöhe festgeschrieben hat, trägt der Testamentsvollstrecker das Risiko für die Angemessenheit der Vergütungshöhe.

Die Vergütung des Testamentsvollstreckers wird nach dem Bruttonachlass (der Summe der Aktiva ohne Abzug der Schulden) bemessen.
Der Testamentsvollstrecker ist in Ihrem Fall sogar nur von dem Nettonachlass ausgegegangen und hat die Höhe des Vergütungsgrundbetrages auf 1 % festgelegt. Dies ist nicht zu beanstanden und korrespondiert mit den Empfehlungen des deutschen Notarvereins für die Vergütung des Testamentsvollstreckers.

Die Pflichtteilsansprüche sind vor der Vergütung des Testamentsvollstreckers zu berechnen.
Dies hat damit zu tun, weil die Vergütung des Testamentsvollstreckers mit Beendigung seines Amtes in einem Betrag fällig wird.

Die Grundsätze hinsichtlich der Vergütung des Testamentsvollstreckers können Sie unter http://www.dnotv.de/index.html?http://www.dnotv.de/pdf/dnotv_tv_002.html
nachlesen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

Hamburg 2007
info@kanzlei-roth.de

---------------------------------------------

§ 2221 BGB - Vergütung des Testamentsvollstreckers

Der Testamentsvollstrecker kann für die Führung seines Amts eine angemessene Vergütung verlangen, sofern nicht der Erblasser ein anderes bestimmt hat.

Nachfrage vom Fragesteller 29.10.2007 | 09:56

Sehr geehrter Herr Roth,

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Meine Frage lautete:

Wir mein Vermächtnis in unserem Zahlenbesispiel mit 10% von
€ 450.000,00 (also nach Abzug der Testamentsvollstreckergeb.)
= € 45.000,00 oder mit 10 % von € 500.000,00 = 50.000,00
(vor Abzug der Testamenstvollsteckergeb.) berechnet.

Vielen Dank.

Mfg.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.10.2007 | 10:26

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Ihr Vermächtnis hat der Testamentsvollstrecker mit 10 % von EUR 500.000,00 berechnet.

Da Sie Kostenschuldner für die Tätigkeit des Testamentsvollstreckers sind, hat der TV Ihre Vermächtniszahlung - unter Abzug seiner 1%igen Gebühren - mit EUR 45.000,00 beziffert und zur Zahlung angewiesen.

Das ist nicht zu beanstanden.

Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de

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