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Muss ich MWST beim Einkauf abführen?

10.05.2016 20:28 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe ein Gewerbe Seit 2015, gehe Hauptberuflich arbeiten und mache nebenbei Geschäfte laut der Kleinunternehmer Regelung (§19),sodass ich keine MwSt abführen muss. Mein Geschäftsmodell läuft so das ich bei G2A.com (die haben Ihren Firmensitz in Hong Kong)

G2A.COM Limited
36/F, Tower Two, Times Square, 1 Matheson Street, Causeway Bay, Hong Kong Incorporation number: 2088957 Business registration number: 63264201

Codes (Serienschlüssel zum Aktivieren von Spielen/Software über Steam usw.)kaufe und die bei Ebay weiter verkaufe.

Bei der Seite G2A.COM hab ich auch ein Großkundenkonto zum bestellen von vielen Codes.

Ich war schon beim Zoll und die sagten das digitale Güter wie Seriennummern nicht verzollt werden müssen weil ich beim Kauf ja nur die Seriennummern angezeigt bekomme.

Da ich Deutscher bin und auch in Deutschland lebe hier die eigentliche Frage,weil ich im Internet nicht so richtig fündig werde:


Da man beim Kauf bei G2a.com sein Land eintragen muss von wo man bestellt hab ich "EU-Buisness" eingestellt mit 0% VAT (deutsch MWST) da ich ja wie oben beschrieben ein Gewerbe angemeldet dann gibt es aber noch Deutschland direkt mit 19% VAT,was ja unserer Mehrwertsteuer entsprechen würde.damit wäre aber das ganze ein Verlustgeschäft!

Also wie ist das denn jetzt genau muss ich Steuern zahlen und wenn ja an wem? oder doch nicht? der Zoll sagt ja nein.Und Hong Kong hat ja keine oder? Zitat von der Homepage :"There is no Value Added Tax, VAT ,GST or any other sales tax in Hong Kong".
Aber in diesem Fall wär es ja Sinnlos das man auf der Homepage eine Mehrwertsteuer oder Vat beim Kauf einstellt.

Da ich auf Nummer sicher gehen möchte um nicht als Steuersünder dazustehen frage ich Sie um Rat.

Mfg

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die von Ihnen beschriebene Auswahloption "Deutschland 19%" bezieht sich auf Privatpersonen als Kunden. Bei Verkäufen an solche Privatpersonen nämlich wäre die Umsatzsteuer entsprechend auszuweisen.

Sie jedoch sind Unternehmer. Das bedeutet, dass bei elektronischen Dienstleistungen - von denen ich hier ausgehe - sogenannte sonstige Leistungen im Sinne des Umsatzsteuergesetzes vorliegen. Nach § 13b UStG: Leistungsempfänger als Steuerschuldner schulden Sie dafür die Umsatzsteuer, es greift das reverse charge Verfahren. Die rechnung also, die Sie erhalten, weist keine Umsatzsteuer aus, Sie jedoch müssen diese beim Finanzamt anmelden und abführen, haben demgegenüber aber keinen Vorsteuerabzug - eine tatsächlich negative Konsequenz der Kleinunternehmerregelung!

Die Kleinunternehmerregelung befreit Sie tatsächlich nicht von der nach § 13b UStG: Leistungsempfänger als Steuerschuldner geschuldeten Umsatzsteuer, sondern nimmt lediglich Bezug auf § 1 UStG: Steuerbare Umsätze .
Im Inland beispielsweise sind hiervon auch Kleinunternehmer betroffen, welche Bauleistungen beziehen, ich zitiere hierzu beispielsweise die IHK Frankfurt/Main (letzter Satz des Abschnittes):

" Steuerschuldnerschaft und Kleinunternehmer-Regelung
Auch tritt die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers in den Fällen weiterhin nicht ein, in denen der leistende Unternehmer die Kleinunternehmerregelung des § 19 UStG: Besteuerung der Kleinunternehmer anwendet. Die bisher in § 13b UStG: Leistungsempfänger als Steuerschuldner enthaltene Regelung wird in Satz 8 der Vorschrift verschoben. Ein Leistungsempfänger, der eine Bauleistung von einem Kleinunternehmer bezieht, bei dem keine Umsatzsteuer erhoben wird (vergleiche § 19 UStG: Besteuerung der Kleinunternehmer ), schuldet demnach keine Umsatzsteuer nach § 13b UStG: Leistungsempfänger als Steuerschuldner . Hingegen kann ein Kleinunternehmer, der Bauleistungen bezieht, Umsatzsteuer nach § 13b UStG: Leistungsempfänger als Steuerschuldner schulden."

Um also keine Verluste zu machen, müssen Sie entweder Ihre Verkaufspreise erhöhen oder aber auf die Anwendung der Kleinunternehmeregelung verzichten. Bitte beachten Sie, dass Sie für die Vorgänge in der Vergangenheit entsprechende Nacherklärungen vorzunehmen haben, um nicht etwa in eine Strafbarkeit zu laufen.

Im Hinblick auf Ihre Anfrage beim Zoll darf ich Sie darauf verweisen, dass dieser lediglich die Einfuhrumsatzsteuer erhebt und die Auskunft auch nur im Hinblick auf diese Einfuhrumsatzsteuer zu verstehen war. Solange keine Datenträger verbracht werden, fällt auch keine Einfuhrumsatzsteuer an.

Ich bedaure, dass ich Ihnen leider keine positivere Auskunft erteilen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 11.05.2016 | 11:55

Danke erstmal für Ihre Auskunft.
Dazu habe ich noch einige Rückfragen:

1. Kann man dann jetzt also nachträglich alle Rechnungen des Einkaufes zusammentragen und beim Finanzamt vorlegen damit diese die fehlende Umsatzsteuer nachberechnen?

2. Ist diese oben genannte Prozedur überhaupt beim Finanzamt in Deutschland in unserer Region möglich oder muss ich diese nochmals anderwertig an den Anbieter meiner Einkäufe abtreten?

3. Kann mir das Finanzamt im Nachhinein irgendwelche Strafen verhängen da ich bis dato beim Einkauf keine Umsatzsteuer abgeführt habe und dies jetzt erst melden würde.

4. Wie sieht es aus wenn ich diese Einkäufe über einen anderen Kleinunternehmer abgewickelt habe? Wird dann eine Art von Steuer ebenfalls notwendig?

Danke nochmals und einen Schönen Tag wünsche ich.
MFG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.05.2016 | 13:28

1. Tatsächlich ist es nicht Aufgabe des Finanzamtes, die Steuer zu ermitteln. Sie haben hierfür die entsprechenden Erklärungen abzugeben.

2. Diese "Prozedur" besteht in der Abgabe einer entsprechenden Umsatzsteuererklärung. Diese hat in Deutschland zu erfolgen.

3. Grundsätzlich wäre dies denkbar, da aber die Nachholung der Erklärung für 2015 noch in einem angemessenen zeitlichen Rahmen erfolgen würde, haben Sie nichts zu befürchten.

4. Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Das hängt davon ab, wo dieser andere Kleinunternehmer seinen Sitz haben würde und ob die hier gegenständlichen Umsätze überhaupt von der Kleinunternehmerregelung betroffen wären. Insofern kann die 4. Nachfrage ohne eine Angabe des exakten Sachverhaltes leider nicht sinnvoll beantwortet werden.

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