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Muss ich Ersatzferienhaus annehmen

11.05.2008 15:07 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Ein Deutscher bietet in den USA ein neues Ferienhaus an. Eine Freundin hatte dort letzte Jahr gebucht, als Sie vor Ort war, war das Haus "versehentlich" schon belegt und der Vermieter hatte ein älteres und schlechteres Haus als Ersatz zur Verfügung. Wir vermuten, dass dies öfter absichtlich so gemacht wird. Ich möchte vermeiden, dass mir ähnliches passiert. Muss ich diesen Ersatz annehmen oder kann ich, falls das reservierte Haus (im Vertrag steht genau die Adresse) nicht zur Verfügung steht, in ein Hotel meiner Wahl einziehen und dem Vermieter die Mehrkosten in Rechnung stellen?

Guten Tag,

Zunächst ist zu sagen, dass auch auf das Zurverfügungstellen eines Ferienhauses bei eigener Anreise das BGB-Reiserecht entsprechend anwendbar ist.

Es gilt also: Der Reiseveranstalter hat die Reiseleistung entsprechend der zugesicherten Eigenschaften zu erbringen (§ 651c Abs. 1 BGB). Eine Abweichung von der konkret gebuchten Unterkunft bedeutet per se einen Reisemangel. Ist die Reise also mangelhaft, hat der Veranstalter Abhilfe zu schaffen (Abs. 2 Satz 1). Eine angebotene Ersatzunterkunft muss nur dann angenommen werden, wenn sie - gemessen an der Buchung - wiederum mangelfrei ist. Ein qualitativ schlechteres Ferienhaus muss also nicht akzeptiert werden.

Sie können daher eine der vereinbarten Unterkunft entsprechende Abhilfe verlangen. Wird eine solche nicht innerhalb einer angemessenen Frist zur Verfügung gestellt, haben Sie das Recht zur Selbstabhilfe (§ 651c Abs. 3 BGB), d. h. Sie können selbst eine gleichwertige Ersatzunterkunft suchen. Umstritten ist, ob der Reisemangel erheblich sein muss (insoweit würde es auf die genauen Umstände des Einzelfalls ankommen).

Die für eine berechtigte Selbstabhilfe notwendigen Aufwendungen können Sie jedenfalls vom Reiseveranstalter erstattet verlangen. Kosten für eine höherwertige Unterkunft können nur dann verlangt werden, wenn eine gleichwertige Unterkunft vor Ort nicht verfügbar ist und die Mehrkosten verhältnismäßig sind (auch hier kommt es auf die Umstände des Einzelfalls an).


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Matthias Juhre.

Nachfrage vom Fragesteller 11.05.2008 | 19:22

Vielen Dank für ihre Antwort: der Teufel steckt, wie so oft, auch hier im Detail. Man kommt nach 10 Stunden Flug in den USA an und ist gegen 19 Uhr Ortszeit am Haus. Wenn das dann nicht zur Verfügung steht, wie lange ist dann die angemessene Frist. Der Reisende ist todmüde (wegen der Zeitverschiebung ist seine innere Uhr bei 1 Uhr nachts) und man hat auch keinen persönlichen Kontakt mehr zum Vermieter (der Schlüssel liegt nach Büroschluss mit einer Wegbeschreibung in einem Briefkasten). Trotzdem in das Ersatzhaus einziehen oder dies verweigern?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.05.2008 | 19:40

Wenn es so ist, dass nur eine einzige Ersatzunterkunft als Abhilfe in Betracht kommt und diese offensichtlich qualitativ nicht der gebuchten Unterkunft entspricht, dann wird man wohl davon ausgehen können, dass eine Frist nicht mehr beachtet werden muss. Das heißt, Sie könnten sich sofort nach einer Ersatzunterkunft umschauen.

Übrigens können Sie für die Zeit, die Sie mit der Suche nach geeignetem Ersatz verbringen, angemessenen Schadensersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit beanspruchen (§ 651f Abs. 2 BGB), praktisch also den anteiligen Reisepreis für den Zeitraum erstattet verlangen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Matthias Juhre.

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