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Muß ich Erbe annehmen

19.11.2009 08:58 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Vor 10 Jahren starb eine mir unbekannte Verwandte.
Vor 3 Jahren starb mein Vater.
Letzterer erbte von dieser Verwandten. Dies wurde aber jetzt erst im Sommer 2009 durch den Nachlaßverwalter der Verwandten schritflich bekannt gegeben.

und als Erbengemeinschaft des Vaters, erbten wir somit.

Muß man dieses Erbe antreten, akzeptieren ?
Darf man es nicht ausschlagen/ablehnen ?

Ist dann mein Bruder in EG dabei? Dieser wurde im Frühjahr 2009 abgeschichtet.

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Sehr geehrte(r) Rechtssuchende(r),

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich anhand Ihrer Sachverhaltsdarstellung wie folgt beantworten und vorab darauf hinweisen, dass dieses Forum nur geeignet ist, einen groben Abriss über die rechtliche Lage zu erteilen und kein tiefgründiges Mandantengespräch ersetzen kann, insbesondere das Weglassen wesentlicher Angaben kann das Ergebnis der Beantwortung beeinflussen.


Zunächst ist folgendes festzustellen:
Soweit Ihr Vater zu Lebzeiten vor 10 Jahren, Erbe auf Grund des Versterbens einer Verwandten geworden ist, so diese Erbschaft in das Vermögen des Vaters geflossen. Damit war die Erbschaft der Verwandten auch Gegenstand des Nachlasses bezogen auf den Todesfall des Vaters. Soweit Sie diese Erbschaft angenommen haben, besteht das Problem, dass eine Teilausschlagung an dem übrigen Teil nicht möglich ist, §1950 BGB. Auch wenn der Erbfall der Verwandten unbekannt blieb, hätte, um eine wirksame Ausschlagung herbeizuführen, der gesamte Nachlass ausgeschlagen werden. Da dies nicht erfolgt ist, sind Sie damit auch Erbe hinsichtlich des nunmehr bekannten Teil des Nachlasses. Dies folgt daraus, dass Sie kraft Gesetzes oder aber durch Verfügung von Todes wegen im Zeitpunkt des Versterbens des Erblassers zum Erben werden. Gesondert müssen Sie also ein Erbe nicht antreten. Dies kann innerhalb einer Frist von 6 Wochen ausgeschlagen werden, §1944 BGB.
Auch Ihr Bruder ist damit Erbe hinsichtlich des nunmehr bekannten Teil des Nachlasses.

Soweit dieser Teil verschuldet ist und Gläubiger Forderungen stellen, so könnten diese Forderungen bereits verjährt sein. Dies wäre sodann genauer zu prüfen.

Eine grds. mögliche Nachlassinsolvenz oder aber die Erhebung der Unzulänglichkeitseinrede hingegen wird keinen Erfolg bieten, da hierbei wieder der gesamte Nachlass und nicht nur der nunmehr bekannte Teil zu betrachten wäre.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen vorerst behilflich sein und verbleibe


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