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Muss ich Arbeitgeber meine neue Adresse mitteilen?


| 14.02.2006 20:40 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren.

Ich bin seit 14 Monaten krankgeschrieben, aber nachwievor noch angestellt bei meinem Arbeitgeber. Ich werde an diesen Arbeitsplatz nicht zurückkehren. Das Verhältnis ist zerrüttet.

In Kürze werde ich in ein anderes Bundesland ziehen, und mich dort bei der zuständigen Arbeitsagentur melden um weitere Schritte zu klären. Das nur am Rande.

Ich möchte nun wissen, ob ich verpflichtet bin, meinem (noch) Arbeitgeber meine neue Adresse mitzuteilen. Lohn bekomme ich ja schon seit einem Jahr nicht mehr und auch sonst besteht kein Kontakt mehr, außer dass ich halt alle 4 Wochen anrufe, um mich weiter krank zu melden.

Ich hatte viel Stress mit meinem Arbeitgeber..auch Rechtsstreitigkeiten, die nur noch mit Anwälten gelöst werden konnten.
Ich möchte unter allen Umständen vermeiden, dass mein Arbeitgeber meine neue Adresse erfährt. Es geht nicht darum, dass ich einer Zustellung von Briefen ausweichen will...im übrigen hat mein Arbeitgeber auch meine Telefonnummer.
Natürlich habe ich einen Nachsendeantrag gestellt. Dieser ist gültig für die nächsten 12 Monate und beinhaltet auch die Nachsendung von Einschreiben.

Ich habe meinen Arbeitsvertrag durchgelesen. Dort gibt es keinen Punkt, der besagt dass ich eine Änderung mitteilen müsste.

Wenn ich eine Adresse angeben MUSS, wäre es dann möglich die Adresse meiner Mutter anzugeben? An der Haustüre steht nur der Familienname und der ist der selbe wie meiner.

Über eine hoffentlich positive Antwort würde ich mich freuen. Danke.

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf den vorliegenden Informationen im Hinblick auf Ihre Pflichten aus dem Arbeitsvertrag gerne beantworte.

Ein Arbeitsvertrag enthält Haupt- und Nebenpflichten sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer.
Zu den Nebenpflichten gehört dabei auch eine Auskunfts- und Mitteilungspflicht des Arbeitnehmers.
Insoweit bejaht auch das Bundesarbeitsgericht eine allgemeine Auskunftspflicht des Arbeitnehmers während des Arbeitsverhältnisses. Diese setzt allerdings voraus, dass der Arbeitgeber ein im Zusammenhang mit den Rechten und Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis stehendes schutzwürdiges Interesse an der Information hat. Weitere Voraussetzung ist, dass durch die Auskunftserteilung für den Arbeitnehmer keine übermäßige Belastung eintritt.
Eine Auskunftspflicht kann sich nach herrschender Rechtsprechung auch aus dem Grundsatz von Treu und Glauben nach § 242 BGB ergeben.

Der Arbeitgeber muss bei weiterbestehendem Arbeitsverhältnis schon wissen, wo sich sein Arbeitnehmer befindet. Die Erreichbarkeit ist auch durch die Bekanntgabe der Telefonnummer nicht umfassend gewährleistet. Sollten Sie genesen, möchte der Arbeitnehmer zum Beispiel schon wissen, ob Sie wieder zur Arbeitsleistung zur Verfügung stehen oder ob dies durch eine räumliche Entfernung nicht möglich ist.
Allein die Tatsache, dass das das Arbeitsverhältnis nach Ihrem Vorbringen gestört ist, reicht für eine besondere Belastung allein wohl nicht aus. Auch ist die Auskunft einfach zu erbringen.
Weitere Gründe für eine besondere Belastung haben Sie nicht angegeben.
Auch ist die Anschrift Ihrer Mutter nicht die Ihre.

Natürlich kann Sie grundsätzlich niemand zwingen, dem Arbeitgeber Ihren Wohnort vorab mitzuteilen. Sie können sich allerdings gegebenenfalls schadensersatzpflichtig machen oder gekündigt werden wegen eines Verstoßes gegen Ihre Pflichten aus dem Arbeitsvertrag.

Sollten Ihnen Schwierigkeiten in irgendeiner Form durch die Mitteilung der Adresse entstehen, rate ich Ihnen die Einschaltung eines Rechtsanwalts Ihres Vertrauens.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.


Mit freundlichen Grüßen

Stephan Weingart
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 15.02.2006 | 13:18

Sehr geehrter Herr Weingart.

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Fest steht, dass ich an diesen Arbeitsplatz nicht zurückkehren werde. Ich hab Atteste und Gutachten, die bescheinigen, dass eine Rückkehr aus gesundheitlichen Gründen ausgeschlossen ist.
Gründe sind u.a. Mobbing, Nötigung, Verstoß gegen das Bundesurlaubsgesetz seitens des AG, Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz. (3 Jahre ununterbrochen Nachtschicht, trotz mehrfacher Anträge auf Versetzung in die Tagschicht, oder Samstags bis 22.00 Uhr arbeiten und am folgenden Morgen um 5.30 Uhr wieder anfangen)
Verstoß gegen die Fürsorgepflicht... etc.pp

Eine Frage hätt ich noch...

Wenn ich zum 28.2 selbst kündige und am 1.3 umziehe...muss ich auch dann noch eine Änderungsmitteilung machen? Ich habe vier Wochen Kündigungfrist, die ich aber nicht mehr arbeiten müsste. Bin bis zum 31.3 krankgeschrieben.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.02.2006 | 14:45

Sehr geehrte Fragestellerin,

vorausgesetzt die Kündigung ist wirksam, besteht das Arbeitsverhältnis bis zum Ende der Kündigungsfrist weiter. Es gelten daher auch die Nebenpflichten weiter. Bis zum Ende der Frist sind Sie allerdings krankgeschrieben. Eine Arbeitsaufnahme ist daher unwahrscheinlich.
Sie sind telefonisch erreichbar. Auch Schriftstücke gehen Ihnen nach Ihren Angaben weiter zu. Letztendlich ist das zwar Auslegungssache, aber der Arbeitgeber dürfte in diesem Fall Probleme haben, ein berechtigtes Interesse darzulegen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen auch hier weiterhelfen

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Weingart
Rechtsanwalt

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