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Muss Vermieter nach 10 Jahren immer einen neuen Bodenbelag legen?

01.10.2008 13:37 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mirko Ziegler


Es geht um folgende Sache: Wir haben eine Mietwohnung und möchten diese nun vollständig neu renovieren, also auch einen neuen Laminatboden verlegen und sie dann neu vermieten. Nun hat mir aber ein Bekannter von diesem Vorhaben abgeraten, mit der Begründung, dass wir nach 10 Jahren diesen Boden zu erneuern hätten (egal in welchem Zustand er sich befindet). Nun habe ich folgende Fragen:

1. Ist es korrekt, dass der Mieter immer nach 10 Jahren einen Anspruch auf einen neuen Bodenbelag hat, egal in welchem Zustand sich dieser befindet?

2. Wenn ja, gilt das für alle Bodenbeläge? (Ein guter Laminatboden oder Fliesen oder Parkett sind doch länger "haltbar" als etwa ein Teppichboden.)

3. Ist es nicht auch abhängig von der Art und Weise, wie ein Mieter mit dem Boden umgeht? Kann ich nicht als Vermieter einen pfleglichen Umgang mit der Mietsache verlangen?

4. Darf der Mieter - wenn ihm der Bodenbelag nicht gefällt - den neuen Bodenbelag einfach herausnehmen und einen anderen Boden verlegen? Wenn ja, was geschieht dann mit dem anderen Bodenbelag?

5. Darf ich als Vermieter dem Mieter nach Auszug die Renovierungskosten anteilig berechnen?

6. Darf ich als Vermieter eine Wohnung ohne Bodenbelag vermieten?

Vorab besten Dank für Ihre Antworten!!!

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:

1. Einen pauschalen Anspruch auf Erneuerung des Bodenbelag des nach 10 Jahren gibt es für Mieter nicht. Die Rechtsprechung hat allerdings im Laufe der Jahre Richtwerte entwickelt, die durchschnittliche Lebensdauer eines Fußbodenbelages bestimmen.

2. Die durchschnittliche Lebensdauer ist selbstverständlich abhängig von der Art des Belages.
- So soll ein PVC-Boden eine durchschnittliche Lebensdauer von neun bis 10 Jahren haben ( Landgericht Wiesbaden 1 S 395/90).
- die Nutzungsdauer für Teppichböden liegt höchstens bei 10 Jahren (Landgericht Köln 213 C 501/97).
- ein Parkettfußboden ist etwa alle 15 bis 20 Jahre abzuschleifen und neu zu versiegeln.

3. Sie können als Vermieter zwar den pfleglichen Gebrauch der Sachen verlangen. Abnutzungserscheinungen werden sich aber auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht vermeiden lassen und sind vom Vermieter hinzunehmen. Übermäßige Abnutzungserscheinungen müssen sie wiederum nicht hinnehmen.

4. Herausnehmen des Bodenbelages dürfte sich als bauliche Veränderung der Mietsache darstellen. Derartige Eingriffe in die Substanz sind Mieter am regelmäßig nicht gestattet. Der Mieter ist demnach verpflichtet, die vorherige Zustimmung des Vermieters zu beabsichtigten ,baulichen Änderungen einzuholen.

5. Eine anteilige Beteiligung an Renovierungskosten können Sie von ihren Mietern nur verlangen, wenn sie eine derartige Klausel in den Mietvertrag aufgenommen haben.

6. Selbstverständlich können Sie eine Wohnung auch ohne Bodenbelag vermieten. Zur Sicherheit sollten Sie allerdings im Mietvertrag vermerken, dass die Wohnung ohne Bodenbelag vermietet wird.

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Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen. Die hier gegebene Antwort basiert vollständig auf Ihren eigenen Angaben.


Mit freundlichen Grüßen

Mirko Zieger
-Rechtsanwalt-



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