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Muss Sohn seinen Unterhaltsanspruch bei Volljährigkeit nachweisen?


07.11.2005 12:18 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

unserem Problem liegt folgender Sachverhalt zu Grunde:

Ich lebe seit ca. 9 Jahren mit einer Lebensgefährtin und ihrem mittlerweile 20-jährigen Sohn zusammen.
Ein geregeltes Zusammenleben ist seit dem 18. Geburtstag des Sohnes nur noch sehr schwer möglich. Sein Verhalten gegenüber der Mutter zeugt von Respektlosigkeit und Gleichgültigkeit.
Wir haben uns daher dazu entschlossen ihn aufzufordern binnen einer angemessenen Frist auszuziehen.
Zur Zeit leistet er im Stadtgebiet seinen Zivildienst ab und erhält dafür incl. Zusatzleistungen ca. 500 €
Nun unsere Fragen:

1. Kann ein Auszug aus der Wohnung verlangt werden ?

2. Wie hoch ist die Unterhaltsverpflichtung der einzelnen Parteien ? (Das EK meiner Frau beträgt 1750 €, das EK des Vaters berägt 750 € ( ALG II )

3. Inwieweit muß der Sohn seinen Unterhaltsanspruch nachweisen ( Bewerbungen, Studienplatzsuche o.ä )

4. Muß er den Unterhalt gegenüber allen Parteien ( ggfs. auch Großmutter ) einklagen.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
07.11.2005 | 13:22

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

1) nach einem Urteil des Amtsgerichts Gladbeck, Urteil vom 19.12.1990, Az. 11 C 349/90) hat ein volljähriges Kind keinen Anspruch, gegen den Willen der unterhaltspflichtigen Eltern in deren Wohnung zu verbleiben.

2)und 3) in der Zivildienstzeit wird von der Rechtsprechung zunächst davon ausgegangen, dass durch die öffentlichen Leistungen der finanzielle Bedarf des Kindes gedeckt ist. D.h. die Eltern müssen erst einmal nicht zahlen. Sollte dem Zivildienstleistenden allerdings keine dienstliche Unterkunft zur Verfügung stehen, dann kann er wegen dieser Unterkunft Unterhalt verlangen. In Ihrem Fall kommt es also darauf an, ob der Sohn Ihrer Lebensgefährtin von seiner Zividienststelle eine Unterkunft zugewiesen bekommen könnte. Sollte dies nicht der Fall sein, dann müsste er den Mehrbedarf beweisen. Wie hoch der Unterhalstanspruch wegen diesem Mehrbedarf sein könnte, kann hier abschließend nicht beurteilt werden, da sich dies nicht ausschließlich nach der Düsseldorfer Tablelle richtet. Die Rechtsprechung spricht zumeist- aber nur sehr geringe- Unterhaltsansprüche zu.

4)Den Unterhaltsanspruch muss der Sohn im Streitfall gegen die Mutter einklagen. Der Vater liegt unter dem sog. Selbstbehalt von 770 € für nicht Erwerbstätige.

Sollte sich der Sohn allerdings nach dem Zivildienst zu einem Studium oder Ausblidung entschließen, kann es wieder zu höheren Unterhaltsansprüchen wegen Ausbildung führen, insbesondere weil er dann einen eigenen Haushalt führt.

Abschließend ist noch anzumerken, dass Sie versuchen sollten, eine gütliche Einigung mit dem Sohn anstreben sollten. Unterhaltsprozesse zwischen Elten und Kindern sind in der Praxis emotinal und verhärten den Konflikt.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt

www.kanzlei-glatzel.de


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 07.11.2005 | 13:42

Vielen Dank für die prompte Antwort,

hier noch eine Nachfrage:

Bei der Berechnung des unterhaltsrelevanten Einkommens können meines Wissens nach auch Schulden berücksichtigt werden.
Wir habens seit ca. 5 Jahren eine Eigentumswohnung, die für unsere Altersversorgung gedacht war. Können Zinsen und /oder Tilgung für die Wohnung eingesetzt werden ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.11.2005 | 13:57

Sehr geehrter Ratsuchender,

angemessene Zins- und Tilgungsraten sind einkommensmindernd anzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt

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