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Muss Onlinehändler Produkt zurück nehmen?

| 24.04.2018 16:31 |
Preis: 45,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Gewährleistung und Widerruf

Sehr geehrte Anwältin bzw. Anwalt,


letzte Woche habe ich einen WLanlautsprecher bei Ebay gekauft.
Der Händler hat geschrieben der Artikel wäre noch verschweist und neu.
Er war aber nicht verschweißt und die Rechnung ist nur eine Kopie und daraus #
geht hervor, dass er den Artikel schon mal verkauft hatte.
Außerdem ist der Artkel später angekommen als angegeben.
Hinzu kommt noch, dass ich den WLanlautsprecher nicht zum laufen bringe.
Ich müsste ihn mit meinen WLannetz verbinden was ich nicht hin kriege.
Die Leuchten am GErät weisen darauf hin, dass er an einem anderen WLannezt
hing, also nicht neu (würde ich sagen).
In seinen Rücknahmebedingungen steht bei ebay, dass er den Artikel nicht zurück nimmt.

Ich habe den Händler über ebay geschrieben, dass ich den Artikel auf seine Kosten
zurück schicken will.
Bis jetzt habe ich keine Antwort bekommen.
Ebay ist eingeschaltet.
Den Artikel habe ich über Paypal bezahlt.

Meine Fragen:

1. Gilt ein Artikel noch als neu, wenn er schon an einen anderen Kunde verkauft wurde?
2. Darf ein Verkäufer das in so einem Fall schreiben?
3. Hat man als Käufer zwei Jahre Garantie auf so ein Produkt, wenn die Rechnung eine Kopie ist
und auf einen anderen Namen ausgestellt wurde?
Zudem ist die Rechnung ein Teil einer Sammelrechnung.
3a. Oder gibt es dann nur eine Gewährleistung und was ist dann der Unterschied?
3b. Müsste dann der Verkäufer oder der Hersteller für den Artikel die Gewähr übernehmen?
4. Muss der Verkäufer den Artikel wieder zurück nehmen? Ich vermute, weil der nicht der Beschreibung entspricht.
5. Muss er die Versandkosten für die Zurückschickung übernehmen?
6. Was kann ich machen, wenn der Verkäufer sich weigert den Artikel zurück zu nehmen?
Ich vermute Paypal einschalten.
7. Der Artikle scheint auch nicht zu funktionieren, denn ich kann ihn nicht mit meinem WLannetz verbinden.

Vielen Dank im Voraus
Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich haben Sie binnen 14 Tagen als Verbraucher gegüber einem Händler ein Widerrufsrecht, dass Sie auch ausdrücklich ausüben sollten.

1. Gilt ein Artikel noch als neu, wenn er schon an einen anderen Kunde verkauft wurde?
Grundsätzlich für den Zustand neu ist der Zustand der Ware an sich, nicht ob die Verpackung nicht mehr verschweisst ist.
Auch ein Verkauf und eine Rücknahme führen nicht per se dazu, dass er gebraucht ist.

3. Hat man als Käufer zwei Jahre Garantie auf so ein Produkt, wenn die Rechnung eine Kopie ist
und auf einen anderen Namen ausgestellt wurde?
Sie haben ein Recht gegenüber dem Verkäufer auf Gewährleistung, was gesetzlich verpflichtend ist. Der Verkäufer übernimmt also die Gewähr dafür, Ihnen eine mangelfreie Sache geliefert zu haben und hier einzustehen, falls das nicht der Fall ist. Binnen 6 Monaten wird vermutet, dass der Mangel bereits bei Übergabe vorlag.Die Garantie wird vom Hersteller freiwillig vergeben.

Sie können darauf bestehen, dass Sie vom Händler eine auf Sie ausgestellte Originalrechnung erhalten.

4. Muss der Verkäufer den Artikel wieder zurück nehmen? Ich vermute, weil der nicht der Beschreibung entspricht.
Das ist nicht bereits bei der Verpackung der Fall - aber beachten Sie das Widerrufsrecht, dann haben Sie gar keinen Ärger! Dies kann ohne Begründung ausgeführt werden.

5. Muss er die Versandkosten für die Zurückschickung übernehmen?
Beim Widerrufsrecht hängt das von seinen AGBs ab - schauen Sie hier rein, was vereinbart wurde.
Anders wäre es bei der Mängelgewährleistung, in dem Fall ja.

6. Was kann ich machen, wenn der Verkäufer sich weigert den Artikel zurück zu nehmen?
Anwalt einschalten, ggf. klagen. Bei Paypal würde ich es auch melden. Wenn Sie aber das Widerrufsrecht ausüben, denke ich, dürfte es keine Probleme geben. Sie müssen im Fall der Gewährleistung eine Frist zur Nachbesserung setzen, im Fall des Widerrufs nicht.

Viel Erfolg

Nachfrage vom Fragesteller 26.04.2018 | 00:00

Sehr geehrte Frau Dr. Corina Seiter,

vielen Dank für die ausführlichen Antworten.
Leider habe ich übersehen, dass der Verkäufer ein Privatverkäufer ist.

1.Muss er dann den Artikel nur zurück nehmen, wenn er defekt ist?
2.Muss ich nachweisen, dass er defekt ist?
3. Reicht in diesem Fall die Rechnungskopie die der Verkäufer mit geschickt hat oder muss er mir die
Originalrechnung schicken?
Das wäre allerdings eine Sammelrechnung die er wahscheinlich selbst braucht, da dort noch andere Geräte drauf sind.
4. Übernimmt dann die Gewährleistung der Händler der meinem Privatverkäufer das Gerät verkauft hat?

Ich bin nicht sicher, dass das Gerät nicht funktioniert, da es mir nicht gelingt es bei mir ans WLannezt anzuschließen.

Vielen Dank im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.04.2018 | 18:36

Oh nein, dann ändert sich ja die ganze Antwort ;-(
Ein Privatverkäufer hat jedoch auch für Mängel zu haften, wenn er diese nicht wirksam ausgeschlossen hat (siehe oben Gesagtes), Sie haben aber nicht das Recht zum Widerruf - was das ganze erheblich vereinfachen würde.

Zudem können Sie den Kaufvertrag anfechten wegen arglistiger Täuschung, da er eine Mangel verschwiegen hat (das Gerät funktioniert nicht). Sie müssen aber beweisen (anders als gegenüber dem gewerblichen Verkäufer), dass ein Mangel arglistig verschwiegen wurde.

Einen Anspruch auf eine Rechnung haben Sie nicht.

Die Garantie können Sie zwar in Anspruch nehmen, aber das wird schwierig, wenn Sie keine Originalrechnung haben (Kopie reicht wohl nicht).

Gehen Sie unbedingt zum Anwalt!


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Bewertung des Fragestellers 27.04.2018 | 15:45

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FRAGESTELLER 27.04.2018 5/5,0
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